Buch: André Wegmann – Ardennen


Nach dem Anruf seiner Nichte begibt sich Privatermittler Christian Harms nach Belgien, um dort nach einem verschwundenen Bekannten zu suchen. Die scheinbare Gastfreundlichkeit entpuppt sich bald als Falle und Harms sieht sich einem Kampf gegen die Fleischindustrie und einer unzähmbaren Bestie gegenüber …

André Wegmann hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Horrorautor gemacht. Aus der deutschen Indieautorenlandschaft ist er nicht mehr wegzudenken und begeistert immer wieder mit ausgefallenen Ideen, die dem Leser den Schlaf rauben. Spannung ist garantiert und ein bisschen Grusel ist immer dabei. Ardennen ist der zweite Band der Reihe rund um den Privatermittler Christian Harms. Bereits im ersten Teil, Dschinn, konnte man in das Seelenleben des verhärmten Mannes blicken, der seine Familie verloren hat und mit diesem Verlust nur schwer klarkommt. Auch im neuen Buch holen ihn Erinnerungen ein und plagen ihn Alpträume, doch seine Vergangenheit ist nicht das Schlimmste, das ihn erwartet.

Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise nach Belgien, kann einen Einblick in das Leben und die Menschen bekommen und auch die Kulinarik wird ausreichend beschrieben. Dadurch befindet man sich schnell weit weg von seinem eigenen Alltag und taucht tief in die Geschichte ein. Ähnlichkeiten zu bekannten Horrorfilmen und amerikanischen extreme Horror Büchern sind zwar vorhanden, Wegmann schreibt aber durchaus seine eigene Story. Manchmal sehr drastisch, sehr detailliert, hier und da ein bisschen zu viel Sex für meinen Geschmack, da hätte man die ein oder andere Szene kürzen oder weglassen können. Aber der Spannung tut das keinen Abbruch, denn neben der Hauptstory schwirrt immer etwas mit, das man greifen möchte, auf dessen Auflösung man gespannt ist und dadurch entwickelt sich der Thriller rasch zu einem Pageturner, den man nicht mehr unterbrechen möchte. Ohne zu viel zu verraten: Protagonist Harms muss wieder sehr viel aushalten und sieht sich wieder übernatürlichen Kräften gegenüber. Ob man diesen Turn allerdings gebraucht hat, darüber kann man streiten, denn auch ohne diese fremde Macht wäre es eine gute, spannende Story geworden. Allerdings lehnt sich Wegmann dadurch an den großartigen Edward Lee an, der in seinen Romanen gerne das Übernatürliche einbaut, um den Horror noch ein bisschen aufzupeppen – und was bei Lee gut ist, schadet auch bei Wegmann nicht.

Wegmann ist nichts für schwache Nerven, man muss schon was vertragen können und auch die Ekelgrenze sollte nicht allzu niedrig sein. Mit Ardennen liefert der Autor eine würdige Fortsetzung der Christian Harms-Reihe und macht seine Leser neugierig, was als nächsten passieren wird.

4/5

André Wegmann – Ardennen
Redrum Verlag, 2021
331 Seiten
Taschenbuch: 14,99 €

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