Der Event des Jahres für Espiritu Pro Wrestling Dojo. Lange angekündigt, kurz vorher um eine Woche verschoben, der Titelkampf kann nicht stattfinden wegen Terminüberschneidungen, zwei weitere angekündigte Matches müssen abgeändert werden – und die Werbung auf den Social Media Kanälen ist dürftig und geschieht hauptsächlich durch Baltazar Bruno und einen Fan. Warum? Das weiß man nicht. Es ist viel los bei den Verantwortlichen, die zwischen Job, Training, Organisation, eigenen Verpflichtungen und Privatleben diesen Event auf die Beine stellen wollen, da fällt das ein oder andere Erinnerungsposting vermutlich einfach hinten runter. Schlimm? Nein. Denn am vergangenen Sonntag hat man gesehen, dass das die Fans, Supporter und Neugierigen nicht davon abhielt, in die neue Location zu kommen. Erheblich größer als das Fitness Center, bot Cancha Nilmarie Santini auch Platz für erheblich mehr Leute und die kamen auch. Die Reihen sind gut gefüllt und das ist nicht zuletzt zwei Personen geschuldet: Debütantin Yesenia Ruiz, die in Puerto Rico einen gewissen Bekannt- und Beliebtheitsgrad erreicht hat, und Jaime Espinal, ehemaliger Olympionike mit Silbermedaille, einer Fangemeinde, guten Kontakten und ganz viel Motivation, den Ring zu erobern. Auch für ihn wird es das Debüt sein – und was für eins!
Aber beginnen wir von Anfang an. Der Event wird überschattet von der erschütternden Nachricht, dass Genesis ihren Kampf gegen den Krebs endgültig verloren hat. Nur wenige Stunden zuvor hatte sich die traurige Nachricht verbreitet und sorgte für große Bestürzung. So kamen alle Kämpfer und Kämpferinnen nach draußen, versammelten sich um den Ring und eine Schweigeminute wurde abgehalten – in der sogar der zuvor und direkt danach rastlos durch den Ring tigernde Mike Mendoza neben Moderator Luis Medina stillstand. Ruhe in Frieden, Genesis!
Jordy betritt die Halle, mit Hut und grinsend wie immer. Er wird als Referee fungieren und in der Aufnahme ist das sein großer Auftritt, denn die Titelmelodie ertönt lange und zeigt nur ihn. Novum: Die Aufnahme wird dieses Mal in Spanisch moderiert, was nun gar nicht zu dem großen Event passen will, das doch einiges an Aufmerksamkeit davor und danach auf sich gezogen hat. Es scheint, als wolle EPW immer in den Momenten, in denen es um größere Beachtung geht als nur auf der Insel, immer einen Rückzieher machen. Man war im TV, man war in der Zeitung auf der Titelseite, das reicht. Schade, aber wir werden auch so klarkommen und am Ende geht es um das, was man sieht – meistens. Ares Perez tritt auf, lässt sich feiern und freut sich, wieder da zu sein. An seiner Seite wird Xavier Millet stehen – und es geht um viel. Der Sieger dieses Matches wird später am Abend gegen Fuerza Recia anzutreten um den Titel. Die beiden sind bereit, tigern ein bisschen durch den Ring und wollen klarmachen, dass sie gar nicht interessiert, wer da gegen sie antreten wird. Niche und Felix Aldea lassen sich feiern und die Menge scheint den beiden auch ein bisschen positiver gegenüber zu stehen. Übrigens merkt man nicht, wie laut das Publikum ist, weil man auf die mittelprächtige Idee kam, bei den Entrances Musik einzuspielen, aber nicht den Ton aus der Halle. Egal. Aldea hat sich in einem Jahr wahnsinnig gesteigert, einen Vertrag bei IWA unterschrieben und will hoch hinaus. Dazu hat er auch das Zeug, er ist ehrgeizig und gut, trainiert hart und geht scheinbar jedes Mal mehr über seine Grenzen hinaus. Ares Perez und Felix Aldea prallen zuerst aufeinander. Es ist ein Abtasten, aber der härteren Sorte. Wie weit kann man beim Gegner gehen? Fast sieht es so aus, als hätte man da keine Gegner in den Ring gestellt, sondern Trainingspartner, denn so richtig viel wird Aldea nicht entgegengesetzt. Sind ja noch zwei andere da, und Niche und Millet kommen jetzt. Beide bei der IWA, beide wollen weiterkommen, beide bringen hier ein anderes Niveau in das Match. Millet diskutiert viel mit Aldea am Ringrand. Niche ist nicht in Höchstform hier. Wechsel, Perez geht auf ihn los, aber er hat es gar nicht schwer, denn Niche ist sichtlich angeschlagen. Jordy hat nicht viel zu tun, er kann zuschauen vom besten Platz aus. So, wie es aussieht, werden Perez / Millet gegen Fuerza Recia kämpfen. Aber so richtig geht das Publikum nicht mit, so richtig kommt auch dieses Match nicht in Fahrt, erst, als Niche sich aufrappelt und auf Millet losgeht, wird es lauter. Auch das währt nur kurz. Es fehlt das letzte Stück Power in der Partie, wobei sich die vier Wrestler doch ziemlich anstrengen, aber stellenweise wirkt es so, als würden sie warten, dass ihre Zeit abläuft. Warum? Felix Aldea springt in den Ring, als Niche und Perez ausgeschaltet sind. Er stillet sich Millet, der ihm schnell wenig entgegenzusetzen hat. Sieht nach Pin aus, aber nein, es waren nur 2, sagt Jordy. Gut für Perez, der nun zum Suplex gegen Aldea ansetzt. Dann wird es ein bisschen unübersichtlich, wer ist denn gerade eingewechselt und wer nicht? Alle gehen aufeinander los, wer stehen kann, kann kämpfen. Wieder Aldea gegen Millet, Schläge gegen den Kopf, Niche kann einen Kick gegen Millet anbringen und Aldea muss ihn nur noch mit einem halbherzigen Spear zu Boden bringen und drei Sekunden dort halten. Gegenwehr gibt es keine mehr, wir haben den Gewinner. Fuerza Recia werden nicht so leichte Gegner sein.
Zwischenspiel. Es ist eine große Ehre, den Olympiamedallist Jaime Espinal zu präsentieren. Der kommt auch freudestrahlend zum Ring, man ist best friends hier, jeder, klar. Was er sagt, verstehe ich nicht, weil es leider ziemlich schlechter Ton ist mit Echo – und auf Spanisch, was weniger das Problem wäre. Aber ich denke, er freut sich einfach hier zu sein, danke an Mike Mendoza für das Training und den Weg hierher. Es ist schade, dass EPW diesen eigentlich großartigen Auftritt für die Zuschauer vor dem Screen so kaputtmacht. Die Promosequenz bringt zwar nicht Neues, weil wir das alles schon zuvor auf YouTube und Co gesehen haben, wenn Jaime Espinal von seinem Debüt spricht, El Atleta Manu dazwischenfunkt und ihn schließlich mit einem Stuhl attackiert, aber man würde doch gerne mehr mitbekommen. „Jaime, Jaime, Jaime“ wird er unterbrochen, natürlich ist Manu da und macht klar – mit Tonproblemen -, dass er seinen Ring verteidigen wird und ihm ordentlich den Hintern versohlen. Action Jackson – warum jetzt der? – und Chris Mendoza stürmen in den Ring und attackieren Espinal mit Tritten. Das ist eine sehr klassische Promo und gleichzeitig so schön, da tanzt das Wrestlingfanherz. Wo bleibt denn Mike Mendoza? Will der nicht zu Hilfe eilen? Während die beiden Espinal halten, brüllt Manu auf ihn ein, greift dann nach einem Stuhl, das wird enden, bevor der Hauptkampf überhaupt stattgefunden hat! Doch da stürmt endlich El Escorpion in den Ring, ebenfalls mit einem Stuhl bewaffnet, und er ist so einschüchternd, dass die drei Angreifer fliehen. Ein gutes Vorspiel, wie wir das haben wollen! Sie haben sich wirklich was ausgedacht! Es ist auch ein ganz cooles Bild, wie Mike Mendoza im Ring steht und den Stuhl mit dem EPW Logo hält, er kann stolz sein auf das hier – und dass sie alle mächtig Spaß haben, weil sie merken, wie gut diese Promo ankommt, verrät das Lachen auf Chris‚ Gesicht.
Eigentlich wollte ich nicht mehr so viel kritisieren, aber ich hab immer gesagt: Wenn ich schreibe, bin ich ehrlich, egal wie sehr ich Fan bin oder hinter irgendwas stehe, das bin ich den Lesern schuldig. Und hier ist wieder der Kritikpunkt: Der Zusammenschnitt – wohl dieses Mal der Schnelligkeit geschuldet oder einfach der Tatsache, dass man so mega happy über und stolz auf Wrestling Machina ist und einfach ganz viel zeigen möchte – ist gruselig. Der Ton aus der Halle wird herausgeschnitten, während Medina in den Ring kommt und mit dem Publikum interagiert, das anscheinend jubelt, hört der Zuschauer – nichts. Dann kommt Musik und es wird zu lange auf den Bereich geschaut, wo die Kämpfer die Halle betreten – nur passiert da einfach nichts und auch die Moderatoren halten die Klappe. Debütantin Yesenia Ruiz kommt endlich herein, dreht eine Runde um den Ring und lässt sich begrüßen. Man erwartet viel. Zum einen, weil man sie kennt, zum anderen weil sie gerade von Chris Mendoza so gepusht wurde im Vorfeld – und die beiden haben mehr als ein Trainingsvideo onlinegestellt, das schon Lust auf den Kampf gemacht hat. Ihre Gegnerin Lexxi Gomez musste leider absagen und es wurde nicht bekanntgegeben im Vorfeld, wer stattdessen in den Ring steigen wird. Eigentlich blieb nur Yaide und siehe da, sie ist es auch. So ein Event kann auch irgendwie gar nicht ohne sie stattfinden. Was mich zu einem kleinen weiteren Kritikpunkt bringt: Man hätte bei so einem Event erwartet, dass mehr EPW Schüler ihren Spot bekommen und es noch irgendeinen kleinen, kurzen, unangekündigten Kampf oder meinetwegen Rumble gibt. Yesenia Ruiz hat gelernt, viel und gut, sie geht sofort auf ihre Gegnerin los und das scheint dem Publikum mächtig Spaß zu machen. Gut, man kriegt definitiv was für’s Auge geboten, man spürt die mega Ausstrahlung der beiden Frauen und ihren Spaß, die Freude am Wrestling, diese Leidenschaft für den Ring. Zu Beginn scheint das Kräfteverhältnis sehr ausgeglichen, was verwundert: Hier steht eine Debütantin und die macht La Brava das Leben schwer? Eigentlich könnte das für Yaide eine schnelle Nummer sein, aber nein. Doch dann kommt sie mit voller Wucht, Ruiz hängt angeschlagen in den Seilen, Yaide zieht ihre bekannte Show ab, lässt sich feiern, wird gefeiert. Aber für ihre Gegnerin ist es noch nicht vorbei. Aufgeben oder sich schnell geschlagen geben, sind für Ruiz keine Option. Die Frau ist eine Powermaschine, eine Kämpferin mit einem Löwenherz – und ich muss zugeben, dass ich sie absolut nicht gemocht habe, bis zu der Espiritu Podcast Folge mit ihr, aber jetzt … Wow! Krasses Charisma und der richtige Kampfgeist für den Ring. Wenn man ein Bild im Lexikon neben Frauenpower braucht, sollte man ein Foto von Yesenia Ruiz nehmen. Im Ring geht es weiter. Nun ist es wieder recht ausgeglichen, beide bringen ihre Moves an und man merkt nicht, dass es das Debut von der einen ist. Pinversuch, aber beim Versuch bleibt es auch. Noch einmal gehen beide Frauen aufeinander los, dann kann Yaide ihre Gegnerin pinnen. Es ist unglaublich, was hier geboten wurde! Das ist ein Match, das Main Event Charakter hat – und ja, es wäre Zeit für ein Frauen Main Event bei EPW und für einen EPW Women’s Title. Dass Yaide abliefert, ist nicht weiter verwunderlich. Sie hat Talent, Ehrgeiz und Erfahrung und ist eine sichere Bank, wenn es um gutes Frauenwrestling geht. Was die beiden zeigen (und später auch Nathalya Perez), dass die Frauen auf dem Vormarsch sind und mit den Kerlen durchaus mithalten können. Sie sind nicht schwächer, sie sind nicht langweiliger, sie haben nicht weniger Moves – und ganz wichtig: Diese Frauen im Ring sind nicht das sexy Stück Fleisch, das man angaffen und zu Hause als Wichsvorlage nehmen kann, sondern ernsthafte Kämpferinnen, die Respekt verdient haben.
Bleiben wir bei den Frauen, denn jetzt kommt ein Kampf, den sich eine Frau gewünscht hat und durch einen Deal mit Mike Mendoza bekommen hat. Beim letzten Event Loser Leaves Town musste Hijo del Enigma nach einer Niederlage gegen Eros das Dojo verlassen. Die Fans waren schockiert und auch wenn der Luchador seinen Weg in Mexiko fortgesetzt hat und bei IWRG zu sehen ist, er wird schmerzlich vermisst. Nathalya Perez hat Mendoza angebettelt, Enigma möge zurückkommen dürfen, doch es gibt Regeln und es war nun mal ein Match, das den Verlieren verbannt hat. Aber Mendoza weiß auch, was von ihm erwartet wird. Die Fans erwarten spannende Matches und sie wollen ihren Helden zurück. Also gab er Perez die Chance: Wenn sie gegen Eros bei Wrestling Machina gewinnt, darf Hijo del Enigma zurückkommen. Eros wird es an diesem Abend sehr schwer gehabt haben, die Herzen der Fans zu gewinnen. Aber was hat er eigentlich zu befürchten? Er hat schon gegen Perez gekämpft, er hat Enigma besiegt. Er hat keine Angst. In der Ecke steht Benji Lopez, der Referee an diesem Abend sein wird. Eros greift zum Mikro und will verdeutlichen, dass er Enigma rausgeschmissen hat und keine Angst hat. Er ruft einen Kameramann in den Ring, um seine Promo noch besser aufzunehmen. Plötzlich legt der Kameramann seine Klamotten ab und überrascht damit. Es ist Nathalya Perez, die sich sofort auf ihren Gegner stürzt, der erstmal aus dem Ring stürzt. Das gibt ihr Zeit, die schwarzen Klamotten komplett loszuwerden. Die beiden jagen sich um den Ring, es sieht kurzzeitig danach aus, als hätte Eros Angst vor ihr, erneut stürzt er aus dem Ring, Perez springt auf ihn. Sie ist Wrestlerin der dritten Generation, sie kann ihr Handwerk, sie weiß, was sie tut, wer sie ist und vor allem, was sie will! Doch dann hat sich Eros gefangen und stürzt sich nun seinerseits auf die Kämpferin. Benji Lopez scheint nicht ganz so unparteiisch zu sein, wie er es sein sollte. Für den Pinversuch von Eros fängt er viel zu spät an zu zählen, und Perez kann sich befreien. Ein erneuter Schlag bringt sie wieder zu Boden. Es sieht nicht so aus, als würde sie gewinnen und Enigma zurückkommen können. Hat sie zu viel gewollt? Mittlerweile ist Eros in Höchstform, nicht so aggressiv wie gegen Enigma, aber sehr bestimmt. Er schleudert sie gegen den Ringpfosten, nachdem sie sich aus einer Powerbomb befreien konnte. Dann greift er Lopez an, der sich erstaunlich zurückhält und nur dazu auffordert, zurück in den Ring zu gehen. Nächster Pinversuch, es sind wieder nur zwei. Eros wird wütend, das wäre sein Sieg gewesen. Aber er wird Perez kleinkriegen und wenn sie abklopfen muss, egal, aber das Publikum skandiert ihren Namen, klatscht, feuert sie an. Es ist laut, es ist Stimmung in der Cancha Nilmari Santini. Suplex, einer, zwei, drei. Normalerweise markiert sowas das Ende eines Kampfes, aber Perez gibt nicht auf und Eros geht erneut auf Lopez los, der sich keiner Schuld bewusst ist. Abgelenkt davon, merkt er nicht, dass Perez sich aufgerappelt hat und ihn nun angreift. Schläge, Tritte, Eros am Boden. Sie lässt sich feiern, geht erneut auf Eros los und versucht den Pin. Zu langsam. Es wird immer deutlicher, dass sich da auch ein Beef zwischen Eros und Lopez entwickelt, was unweigerlich die Frage aufkommen lässt: Werden wir Benji Lopez endlich wieder als Kämpfer im Ring erleben dürfen? Dann schlägt Eros Lopez nieder, eigentlich aus Versehen, weil Perez sich duckt, aber das macht den Referee derart wütend, dass er Eros einen gehörigen Kick in die Fresse verpasst, wodurch Perez ihren Gegner pinnen kann. Eros ist fassungslos, die anderen zwei verlassen den Ring und Lopez freut sich sichtlich. Wir wissen, welches Match als nächsten anstehen wird. Aber viel wichtiger: Hijo del Enigma kann zurückkommen!
Edrax tritt auf. Das wird spannend, weil er gegen Adam Riggs antritt, mit der bei Loser Leaves Town noch ein Tag Team gebildet hatte. Doch das ging schief, es gab eine missglückte Aktion, dann verloren die beiden und gingen aufeinander los. Übrigens nicht das erste Mal, dass Riggs mit einem Tag Team verliert und auf seinen Teamkollegen losgeht. Der Wrestler ist eigentlich eher ein Einzelkämpfer mit großem Ego und so viel Wut in sich, dass er neben sich keinen anderen gebrauchen kann. Und heute? „Choose to be kind“ steht auf dem Rücken seiner gelben Jacke, aber er wird weniger freundlich sein. Nimmt er Edrax überhaupt erst? Es scheint fast nicht so. Hier wird Jordy als Referee erheblich mehr zu tun haben. Und richtig: Es geht gleich in die vollen, man bekommt kaum mit, warum Edrax aus dem Ring stürzt, da räumt das Publikum schon die erste Stuhlreihe und Riggs springt raus. Geht es eben außerhalb des Vierecks weiter. Den ersten Pinversuch landet Edrax, der sich danach bedrohlich vor Jordy aufbaut. Weiter geht es. Brutal, schnell und bei beiden Kämpfer mit dem eindeutigen Ziel zu gewinnen. Sie bieten dem Publikum viel, wollen aber scheinbar gar nicht zu einem schnellen Ende kommen, weil die Zuschauer ziemlich gut mitgehen. Edrax dominiert scheinbar nach einer Weile und will sich feiern lassen, aber so ganz zieht man nicht mit. Irgendwann hat Riggs genug, nur die passive Rolle zu spielen. Er geht mit voller Wucht auf seinen Gegner, kann ihn zwar nicht so schnell pinnen, wie er das gerne möchte, aber ist nun definitiv im Kampfmodus. Die beiden zeigen viel. Sie wissen, wir man eine Menge begeistert und irgendwie weiß an diesem Abend jeder, worauf es ankommt und worum es geht. Das hier ist die Chance, sich als Espiritu Pro Wrestling Dojo einer größeren Menge zu präsentieren und jeder Schüler will sich beweisen. Ein kleines bisschen ist es auch ein Dank an den Chef, Trainer, Mentor, an Mike Mendoza, der das alles ermöglicht hat und seine Schüler sukzessive an die Ligen verteilt und ihnen hilft, ihre Träume vom professionellen Wrestling zu erreichen. Das Match ist spannend, ein höheres Niveau und es wird mehr gezeigt als bei den Veranstaltungen im Fitness Center. Ein Frog Splash von Riggs soll endlich das Ende einläuten, beide Kämpfer sind mittlerweile erschöpft, aber Edrax will das nicht zulassen, kann aber seinerseits Riggs nicht drei Sekunden auf der Matte halten. Edrax ist wütend, macht unflätige Gesten Richtung Jordy, der sich davon wenig beeindruckt zeigt. Aber das ist wertvolle Zeit, die Riggs zum Verschnaufen und Kraftsammeln braucht. Nun braucht Edrax eine Idee, geht aus dem Ring, holt einen Teleskopschlagstock und will damit seinen Gegner bearbeiten, Jordy will das verhindern, kann ihm den Schlagstock entreißen und Riggs nutzt diese Chance, diese Unaufmerksamkeit, um Edrax zu pinnen, Jordy zählt schneller, aus. Da stand sich Edrax selbst im Weg und hat sich um den Sieg gebracht. Das Publikum hat er jetzt auch nicht mehr so gerne und verabschiedet sich mit zwei gestreckten Mittelfingern.
Nun wird deutlich, dass diese Tonprobleme auch in der Halle aufgefallen sind und nicht nur hier in der Aufnahme. Keine Ahnung, worum es wirklich ging, ich vermute, dass Werbung für LuchaTeesPR gemacht wurde und für das neue Shirt von La Rosa Negra. LuchaTeesPR haben tolles Merchandise für die EPW Kämpfer und mittlerweile auch für andere Wrestler entworfen und vertreiben dies weltweit. Shirts, Tassen und mehr von den Favoriten können erworben werden und es gibt momentan gefühlt wöchentlich mehr.
Aber es geht auch zum nächsten Match. Action Jackson tritt an. Man hat sich auf ihn gefreut, weil man weiß, was man erwarten kann – tolle Sprünge, wirklich actionreiche Matches und hoffentlich nicht das letzte Mal diesen Mann im EPW Ring. Sein Gegner ist ein alter Bekannter und nach längerer Verletzungspause endlich Zurückkehrender: Justin Cotto! Eigentlich sollte JC Navarro ebenfalls dabei sein, musste aber leider absagen. Aber diese zwei im Ring zu sehen, reicht ja irgendwie auch. Cotto is back! Das ist großartig und das könnte bedeuten, dass wir in Zukunft auch ein altbekanntes und beliebtes Tag Team zurückbekommen, oder? Allerdings befürchte, nein, glaube ich, dass Cotto in nicht allzu ferner Zukunft woanders einen Vertrag unterzeichnen wird, der ihn vielleicht dazu bringen wird, EPW den Rücken kehren zu müssen. Für ihn und seine Karriere wäre es zu wünschen, denn wenn seine Schulter mitmacht, kann er einer der neuen Superstars werden. Action Jackson setzt sich erstmal in die erste Reihe zum Publikum. Warum auch nicht? Blöd nur, dass er so keinen Kampf sehen wird. Also zurück in den Ring und auf Cotto gestürzt. Es geht aber recht langsam los. Er lässt sich ziemlich feiern und Cotto scheint zu Beginn nicht ganz zur alten Stärke zurückzufinden. Dann geht es los, Schläge, Tritte, eine deutliche Machtdemonstration von Action Jackson. Wir sehen großartige Moves zweier ebenbürtiger Kämpfer. Cotto fordert schließlich den Rückhalt des Publikums, das ihn anfeuert. Weiter geht es, schnelle Abfolgen von Moves, Jackson draußen, Cotto scheint auf ihn springen zu wollen, fängt sich ab und tritt Jackson, der schließlich Cotto zu Boden bringt, wo er angeschlagen liegenbleibt, während sein Gegner wieder in der ersten Reihe Platz nimmt und etwas trinkt. Warum auch nicht? Dann wird das Publikum aufgefordert, die Reihen zu räumen, es scheint, also wolle Jackson seinen Gegner durch die Stühle schleudern, dreht sich dann aber und schleudert ihn zurück in den Ring. Das ist eine Interaktion mit dem Publikum, wie man sie bei EPW selten bis gar nicht sieht, leider. Toll, dass endlich einer sowas macht. Weniger toll sieht es für das Comeback von Cotto aus. Der muss viel einstecken und hat wenig entgegenzusetzen. Da haben wir schon anderes von ihm gesehen. War das Comeback zu früh? Immer wieder kann Cotto sich aufgrappeln, immer wieder kann er Moves anbringen, die seinem Gegner mit der Zeit ordentlich zusetzen. Es geht vom obersten Seil mit einem Suplex auf die Matte für beide, die daraufhin abgeschlagen liegenbleiben. Weiter geht es, Cotto springt erneut aus dem Ring. Diese Sprünge sind innerhalb und außerhalb des Rings fester Bestandteil dieses Matches. Es geht außerhalb des Rings weiter, der Rückkehrer hat die Oberhand, Jackson lehnt zu Füßen eines Fans. Die Frau schlägt nach Cotto – und das ist das zweite Mal innerhalb einer Woche, dass ein Fan einen Kämpfer angreift, wenngleich das hier ziemlich harmlos ist. Sofort steht einer der improvisierten Securities neben ihr und die beiden Kämpfer gehen zurück in den Ring. Ganz ehrlich: Ja, wir sind Fans, haben unsere Fraktionen und unsere Lieblinge und verbal greifen wir mit Sprechgesängen und Buh-Rufen den Gegner unseres Favoriten an, das gehört dazu, das ist ein Teil des Ganzen, aber: Es wird niemals körperlich! Die Fans in Puerto Rico können verdammt froh darüber sein, dass es diese ersten Reihen gibt, die nah am Ring sind, die keine Absperrung zwischen sich und dem Ring haben, aber sie dürfen das nicht negativ ausnutzen. Beide wollen nun zu einem Ende kommen und Cotto zeigt uns, was wir so lange vermisst haben, die Rückwärtssalti, die Sprünge, die Leichtigkeit. Er ist zurück und er kann das hier nicht verlieren. Vom obersten Seil wird er aus dem Ring gekickt. Action Jackson stürzt sich auf ihn, lässt sich dann feiern. Spannend, man kann nicht sagen, wer stärker ist, wer diesen Kampf für sich entscheiden wird. Dann kommt ein Suplex, der Action Jackson eigentlich zum Sieger machen muss. Aber nein. Da ist noch ein letzter Funken Kampfeswille in Cotto, er reißt die Schulter hoch, bleibt aber liegen und muss zusehen, wie Action Jackson auf das oberste Seil klettert – und weicht dem Sprung aus. Beide sind mittlerweile sichtlich außer Atem. So ein Kampf ist anstrengend. Ein letztes Aufbäumen, es sieht alles nach einem Sieg für Action Jackson aus, bis Cotto einen Spanish Fly anbringen kann, das bringt ihm zwar nicht den Pin, aber schwächt sichtlich seinen Gegner. Es ist immer noch nicht vorbei, wieder rappelt sich Action Jackson auf. Esto es lucha! Ruft zwar keiner, rufe aber ich. Geniales Match! Könnte man auch bei AEW oder WWE sehen – und zwar bei der größeren Events. Jetzt reichts es Cotto. Er muss seinen Gegner kleinkriegen, er muss gewinnen – aber Action Jackson hat da was dagegen und kann endlich den Sieg einfahren. Es ist schade, dass Cotto seine Rückkehr nicht mit einem Sieg feiern kann, aber er hat hier großartig gekämpft und abgeliefert. So etwas wollen wir öfter sehen, die beiden wollen wir auch gerne nochmal zusammen im Ring sehen – wie wäre es mit einer Revanche?
Die Unbesiegbaren betreten den Ring. Fuerza Recia! Harry Willam und Baltazar Bruno. Ihr Auftritt ist brachial, eigentlich braucht da gar keiner mehr in den Ring zu kommen, die beiden werden alle wegfegen, so wirken sie zumindest. Aber Niche und Felix Aldea haben da auch ein Wörtchen mitzureden, es geht schließlich um etwas, um ganz begehrte Titelgürtel und wer möchte nicht der erste sein, der diese gewinnt? Dass es um diesen Titel ging, wusste übrigens keiner, das wurde in diesem Moment erst bekanntgegeben. Endlich gibt es einen weiteren Titel bei EPW – das bringt aber gleich nochmal Druck und Feuer in das Match. Es ist klar, dass Fuerza Recia sich jetzt schon als Titelträger sieht. Bruno und Niche gehen aufeinander los, Niche muss gewaltig einstecken und dass Publikum liebt den Riesen, der ihn vermöbelt. Aldea stürmt in den Ring, zu zweit wollen sie Bruno stürzen, schaffen es zumindest, ihn aus dem Ring zu drängen, William folgt nur wenige Sekunden später. Was ist denn jetzt los? Eigentlich wäre das eine sichere Bank für Fuerza Recia gewesen, oder? Neuer Versuch. Aldea vs. Bruno. Irgendwann hofft man, dass der Hüne seinen Gegner einfach nur am Leben lässt, denn er muss ganz schön einstecken. Ein Chop auf die nackte Brust. Autsch. Wechsel, das könnte es gewesen sein. Aber für Aldea gibt es alles, nur kein Verlieren. Er tritt aus, stürzt sich dann auf Harry William und gibt dem Publikum, was es sehen will. Aber Harry ist ja kein Newbie. Schnell hat er wieder die Oberhand gewonnen und bearbeitet Aldea. Dann der Wechsel, als Bruno in den Ring stürmt, schlägt er Niche mit dem Ellenbogen nieder. Wieder ein Wechsel. Aldea würde wohl gerne wechseln, kann aber nicht und dann … bin ich zwar der Meinung, dass wir schon bei 3 waren, nur der Referee denkt anders. Aldea kann sich aufrappeln bringt einen Spinebuster gegen William an, kann dann aber nicht weitermachen. Er ist zu angeschlagen, er schafft es lange nicht, in die Ringecke zu kriechen und abzuschlagen. Bruno gegen Niche. Wenn der Riese fällt, hat man eine Chance gegen ihn, aber er kann eben auch viel einstecken. Und es gelingt Niche! Er versucht zu pinnen – Harry William greift ein in letzter Sekunde! Wieder heißt es William gegen Aldea. Dann kann Niche Bruno aus dem Ring werfen. Außerhalb des Rings stürzt sich Fuerza Recia gemeinsam auf Niche, Aldea springt aus dem Ring, um ihn zu retten, es geht zurück in den Ring, Aldea gegen Bruno. Und Aldea zeigt einmal mehr, dass er das Zeug zu einem großen Wrestler hat, er bringt genug Ehrgeiz mit und Kampfgeist. Die Herausforderer stürzen sich gemeinsam auf Bruno, das war es, das muss es gewesen sein! Nein, wieder ist es William, der eingreift. Das Ding ist spannend! Auch William gelingt es nicht, den Gegner zu pinnen. Alle vier Kämpfer liegen im Ring, man weiß nicht, wie es weitergeht, wer sich aufrappeln kann. Das Publikum tobt! Niche ist es schließlich, aber gleichzeitig kommt Bruno hoch und wirft in raus. Der Choke Slam hat gesessen. Aldea gegen Bruno, was mit einem Suplex beginnt, beendet William mit einem Spinebuster und damit auch das Match. Fuerza Recia sind die ersten Gewinner des neuen EPW Tag Team Titels! Während die beiden sich feiern, erscheint ein anderes Duo: Gravedad Zero! Sie sind wieder da! Und Samuel Olmo und Justin Cotto haben ein Auge auf den Titel geworfen!
Nun kommt der lang ersehnte Hauptkampf. Bruder gegen Bruder, Lehrer gegen Schüler, Newbie gegen den Langzeit EPW Champion. Jordy ist der Referee – und die Aufnahme zeigt gerade noch 15 Minuten. So kurz? Das groß angekündigte Main Event? Schade. Aber auch in 15 Minuten kann viel passieren. Die Musik von den beiden Herausforderern ertönt und damit ist ohnehin jeder Blick auf die Uhr vergessen. Manu und Chris Mendoza wähnen sich siegessicher. Es ist ein seltsames Paar, im Vorfeld zeigte Chris sich von einer sehr humoristischen Seite als Pseudomanager, Manu wie gewohnt als der große, unangefochtene Champion. Chris lacht und diese Freude tut wirklich gut. Denn während die meisten Kämpfer sehr angespannt und fast schon böse wirken, wirkt der jüngere der Mendozabrüder gelassen, fröhlich, ja geradezu glücklich. Vielleicht gehört es einfach zu der Rolle, die er verkörpern möchte, vielleicht freut er sich einfach über das Publikum und den Erfolg des Abends, der sich abzeichnet. Als er im Publikum Buh-Rufe hört, die Daumen nach unten, schließlich die gestreckten Mittelfinger gegen sich sieht, bleibt er stehen, breitet die Arme aus, grinst von einem Ohr zum anderen. Herrliche Ironie. Manu springt währenddessen im Ring von einer Ecke in die andere und lässt sich feiern. Man hört die ersten Töne von Mike Mendozas Entrance. Das Publikum ist nicht mehr zu halten – und da ist er, lässt sich feiern und tanzt dann zur Musik von Jaime Espinal. Übrigens entsteht hierbei eines der schönsten Fotos des Abends und eine superseltene Aufnahme vom EPW-CEO. Mike Mendoza, der immer angespannt wirkt, immer irre konzentriert, der nie lacht, wenn er zum Ring kommt und im Ring steht – und wenn nur sehr süffisant und in der Rolle verhaftet, die er verkörpert, reckt einen Arm nach oben und lächelt – und dieses Lächeln ist ehrlich, er strahlt, man sieht diesen Glanz in den Augen, voller Freunde, Stolz und Dankbarkeit für diesen Event, für dieses Publikum, für alles, was der Abend mit sich bringt. Und wenn es einer verdient hat, dann El Escorpion. Mit Jaime Espinal ist es anders, die beiden wirken – und sind es -, wie alte Freunde, die auch ganz anders miteinander umgehen, als Mendoza je mit anderen Tag Team Partnern (in EPW) umgegangen ist. Espinal strahlt ebenfalls, wirkt aber ohnehin nie sonderlich angespannt, sondern immer fröhlich, lässig, der gutgelaunte Typ von nebenan. Und dann geht es los, die beiden stürmen den Ring, noch bevor die Musik verklungen und die Glocke geschlagen ist. Mike gegen Manu, Chris gegen Jaime. Sie schlagen aufeinander ein und das Publikum brüllt die Halle zusammen. Die Herausforderer landen schnell außerhalb des Rings. So einfach wird das hier wohl doch nicht, wie sie es sich ausgemalt haben. Espinal knallt Chris gleich mal mit dem Rücken auf den Ringrand. Er hat viel gelernt in den vergangenen Wochen. Die beiden schenken sich nichts, Chris ist allerdings sehr sanft zu seinem Gegner. Es passiert viel gleichzeitig. Mike ist im Ring und springt auf Manu, der seinem Trainer wenig entgegenzusetzen hat. Chris bearbeitet Espinal vor dem Ring mit den Füßen. Dann klettert er zurück und nietet seinen Bruder um. Er kniet sich vor ihn und lacht – und wir möchten das Brüderduell! Manu will eingewechselt werden, aber Chris möchte seinem großen Bruder noch einiges mitgeben. Mike, der in der Ecke sitzt und die Angriffe seines Bruders abwehren muss, wird plötzlich nach hinten gezogen von Manu. Espinal diksutiert mit Chris, Jordy hat alle Hände voll zu tun und kriegt nicht mit, was Manu macht. Weiter geht es mit den Mendozas und Chris hat eindeutig die Oberhand. Was bei einem guten Techniker zwar nicht verwundert, aber dass er es so leicht mit El Escorpion hat … Doch dann kämpft er sich nach oben, nur um den nächsten Angriff einstecken zu müssen. Wehr Dich endlich, Mike! Mit Tritten schafft er es schließlich, Suplex, Chris rollt aus dem Ring, Manu stürzt sich auf Mendoza. Oh und der muss schon wieder einiges einstecken. Die Oberhand haben eindeutig die Herausforderer. Die Stimmung kocht. Espinal steht in der Ecke und kann nichts tun. Wieder ein schneller Wechsel, Suplex. Dann endlich der Wechsel und Espinal stürmt wie ein Orkan auf Manu zu, nimmt es gleich noch mit Chris Mendoza auf und schließlich gibt es einen Doppel Suplex, beide Gegner auf einmal. Das ist ein Kraftakt, den man sich kaum vorstellen kann. Espinal ist eine Übermacht, er hat viel gelernt, er kann viele Moves, er wagt sich an Sprünge auf Manu, es ist ein wahres Main Event und ein krasses Debüt. Manu rollt sich aus dem Ring und so ganz harmonisch ist das Team nicht mehr. Beide sind angeschlagen und als Chris Manu Mut zusprechen will, schlägt dieser wütend die Hand weg. Mike macht das, was er gut kann, aus dem Ring springen. Beide Gegner am Boden und er lässt sich feiern, hebt sie dann auf und macht Espinal klar, dass er jetzt dran ist. Und er springt. Esto es lucha, tönt es und es stimmt. Wir sehen hier Kampf, eine tolle Begegnung von vier großartigen Wrestlern – hat Espinal je etwas anderes getan, als im Wrestling Ring zu stehen? Manu wird zurück in den Ring befördert und als Espinal dazuklettert, hebt er die Hände und scheint um Gnade zu flehen. Wo ist denn nun das Großmaul, das im Vorfeld mit dem Stuhl auf den Debütanten losgegangen ist? Doch es ist nur Ablenkung. Chris Mendoza will sich von hinten an ihn ranmachen, wird bemerkt und vom Ring gestoßen, währenddessen greift Manu aus der anderen Richtung an. Aber das kann der ehemalige Ringer nicht abwehren und Manu gewinnt wieder die Oberhand und versucht den Pin. Mike stürmt in den Ring, versetzt ihm einen Tritt an den Kopf, stürzt sich dann auf seinen Bruder, den er aus dem Ring wirft, Mike gegen Manu. Chris klettert zurück, aber beide sind müde. Mike will ihn aus dem Ring werfen, Chris kann sich abfangen und steht außerhalb der Seile auf der Ringkante. Espinal gibt ihm einen Kick mit, schnappt sich Chris und hebt ihn hoch, Mike springt vom obersten Seil auf den Hintern seines Bruders. Das ist so einer der Moves, die man bitte zu Hause nicht nachmacht und die man nur machen kann, wenn alle genau wissen, was sie tun. Mike bereitet Manu für Espinal vor, der wirklich eine Swanton Bomb anbringt. Aber das war es noch nicht. Mike greift sich wieder Manu, der schubst ihn aber kraftvoll gegen Espinals Rücken, der dann auf Manu losgeht. Als Manu Epsinal hochhebt und dreht, trifft dieser mit den Füßen Jordy und setzt ihn außer Gefecht. Keiner da, um den Pin zu zählen. Manu greift sich nun einen Stuhl, Chris klettert zurück in den Ring und hält Espinal, der sich befreien kann und Chris gegen den Schuhl schubst. Dann greift er nach dem Stuhl, schlägt erst auf Manu ein und schmeißt den Stuhl dann aus dem Ring. Er versucht den Pin und da kommt ein zweiter Referee, der es beendet. Mike Mendoza und Jaime Espinal haben gewonnen! Und werden gefeiert. Es ist Espinals Sieg, er ist auch der Star des Abends, klar, während er gefeiert und nach Fotos gefragt wird, geht keiner auf Mendoza zu, was ein trauriges Bild ist. Aber wir haben ein tolles Match gesehen, etwas kurz, aber gut.
Wrestling Machina ist Geschichte. Wie war’s? Atemberaubend. Zwei grandiose Debüts, ein langersehntes Comeback, wenn wir ehrlich sind, sind es auch zwei, die angekündigte Rückkerh des EPW Lieblings, tolle Matches, super Wrestler und viel Leidenschaft. Es geht manchmal gar nicht darum, wer gewinnt oder verliert, es geht darum, was man daraus mitnimmt – und was das Publikum mitnimmt. Die mediale Aufmerksamkeit vor und nach dem Event tut Espiritu Pro Wrestling sehr gut – und damit auch dem Wrestling in Puerto Rico allgemein. Während EPW sich danach bedankt hat bei den Fans, ist es eigentlich an uns, Danke zu sagen für die ganze Organisation, den Mut und die Leidenschaft. Wir hatten einen tollen Abend mit erstklassigen Matches. Ein besonderes Review gab es bereits vom Espiritu Podcast, in dem Chris Mendoza und AB Morales ihre Sicht der Dinge dargelegt haben.
Das nächste Mal geht es wieder zurück ins Espiritu Fitness Center. Das wird vermutlich schnell ausverkauft sein. Bei No Actors, Wrestlers (ja, den Titel hatten wir bereits im vergangen Jahr) wird es endlich den ersehnten Titelkampf von El Altela Manu und Mecha Wolf geben, denn natürlich will Manu endlich wieder Champion sein. Am 30 . Juli findet das Ganze statt, wir dürfen gespannt sein auf die Matches, die noch angekündigt werden und sicherlich wird etwas von dem Geist, den wir bei Wrestling Machina erlebt haben, auch dort zu spüren sein.








