CD: Blacksheep – Bloodties


Death’n’Roll hat sich das Trio Blacksheep aus Rumänien auf die Fahnen geschrieben. Mit ihrem zweiten Album haben sie sich neun Jahre Zeit gelassen, aber die Fans mussten zwischenzeitlich nicht auf neuen Stoff verzichtet. Blacksheep hatten immerhin zwischen 2014 und 2023 vier EPs und sechs Singles unters Metalvolk gebracht.

Ihr aktuelles Album Bloodties beginnt mit dem Titeltrack, der auch schon ordentlich loslegt. Zwischen all dem Lauten, Harten, Gewaltigen gibt es eine schöne, melodiöse Zäsur, auf ihre Art ruhig mit einem Riff, das man erstmal eher ausblendet, das sich dann aber so sehr in den Gehörgang einbrennt, dass man es nicht mehr so einfach loskriegen. Macht Spaß! Mit „Fuck your war“ geht es weiter und man hört schon, dass es nicht um ein wildes Geprügel geht, sondern echt mehr dahintersteckt. Gute Riffs ziehen sich durch die Songs, die von harten Tönen ablenken und diejenigen ansprechen, die mit der ganz harten Gangart wenig anfangen können. Die Mischung ist gut gemacht. Es kommt nicht zu harten Cuts, zu zu harten Brüchen innerhalb eines Songs, sondern es sind – wenn man das Wort in diesem Zusammenhang nutzen darf – zarte Übergänge. Was dann aber das Tempo gewaltig anzieht: „What’s left between us“. Das klingt nach Moshpit und viel Bier. Auch hier bleibt es nicht schnell, es wird ein gutes Midtempo. Bemerkenswert ist, dass wirklich jeder der elf Songs mitzieht. Alle sind anders, aber nicht so unterschiedlich, dass man keine Einheit mehr erkennt und ein buntes, experimentelles Mixalbum hätte. Stattdessen kann man einen Stil heraushören, kommt mit der Mischung aus harten, schnellen Parts und ruhigeren, gitarrenlastigen Sequenzen gut zurecht.

Was Blacksheep eindeutig fehlt: Aufmerksamkeit. Die Rumänen haben zwar ihre Auftritte auf den bekannten Festivals und waren schon auf dem Death Fest und Barock Fest zu sehen, haben in diesem Jahr am Metal Battle für Wacken teilgenommen, aber Durchbruch fehlt noch. Dabei muss sich das Trio hinter niemandem verstecken und kann es sogar mit den großen Namen aufnehmen. Wer sich überzeugen will, hat mit Bloodties einen guten Einstieg in das Werk der Band – und ich bin mir sicher, dass wir uns sehr bald schon auf Wacken sehen werden.

4/5

Blacksheep – Bloodties
Loud Rage Music, 2023

Tracklist:
01 Bloodties
02 Fuck Your War
03 The Bridge
04 What’s Left Between Us
05 Unleash The Beast
06 Nowhere To Belong
07 She isn’t Thinking Of Me
08 Heartkilling
09 Rue The Day
10 World’s Most Beautiful Suicide
11 Hellsent

Schreibe einen Kommentar