Doppelmoral


Diese Zeiten haben schon ihre Vorteile. Früher wurde ich geschmäht und gemieden, weil ich meine Fähigkeit die Gestalt zu wechseln unter anderem dazu genutzt habe, als weibliches Wesen zu erscheinen. Zugegeben, es war nicht nur die Neugier, hin und wieder hatte ich dabei Hintergedanken, aber es war immer eine tolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte, egal in welcher Gestalt ich unterwegs war.
Eigentlich schade, dass es bis zu den momentanen Gleichberechtigungsbestrebungen so lange gedauert hat. Zumal das Christentum auch in diesem Fall einen Rückschritt bedeutet hatte. Bei den Wikingern waren die Frauen im Besitz des Schlüssels des Hauses, damit die Herrinnen, und sie hatte das Sagen. Hier muss schon fast der Kalauer gebracht werden, warum sind die Männer wohl ständig auf Raubzug gewesen? Wenn eine Frau es wollte, durfte sie einen Hof gründen und wurde dann fast wie ein Mann behandelt.
Waffen durften sie nicht tragen. Nicht, weil wir ihnen nicht zutrauten damit umzugehen oder wir hätten befürchten müssen, sie würden sie zu oft gegen ihre Männer richten, sondern weil sie bei den Raubzügen nicht dabei waren. Der wichtigere Grund war allerdings, dass es leichter ist eine bewaffnete Person anzugreifen, denn sie kann sich offensichtlich wehren. Gut, in dem Fall waren wir Sexisten. Man könnte aber auch sagen, dass wir die natürliche Schwäche des weiblichen Geschlechts nicht ausnutzen wollten. Ich finde, genau dies gehört sogar dazu, wenn man Gleichberechtigung will. Nutze ich eine Schwäche aus kann es kaum noch zu einem Gleichgewicht kommen.
Umso mehr wundert mich die Haltung einer gewissen Frau Meiritz, ihres Zeichens Journalistin, was an sich schon schlimm genug ist. Sie gibt unumwunden zu, sich an Hotelbars und zu Tischen voller Krawattenträgern zu begeben, über derbe Witze zu lachen und selbst (sogar bessere) zum Besten zu geben, weil sie sich kein aseptisches Arbeitsklima wünscht, weil sie harmlose Flirts nicht als Belästigung sehen möchte, weil sie auch politisch inkorrekt scherzen möchte, um an Informanten und deren Inhalte zu kommen.
Mutig von ihr, so ehrlich zu sein. Respekt!
Die wenigsten Menschen geben gerne zu, sich zu verstellen (oder ist sie wirklich so anbiedernd?), die Schwächen anderer auszunutzen (nämlich die ihrer Gesprächspartner für sie; vor oder nach dem Flirt?) und die Waffen ihres Geschlechts einzusetzen (womit flirtet sie sonst?) um einen Vorteil daraus zu ziehen.
Sie scheint noch nicht ganz verstanden zu haben, was Gleichberechtigung der Geschlechter bedeutet, denn im weitaus größeren Teil ihrer Aussage regt sie sich über das Verhalten einiger Männer auf. Vielleicht sollte sie denjenigen sagen, dass ihr Verhalten etwas rein Berufliches war, wenn sie die gewünschten Informationen für die gebotenen Reize, egal welcher Art, bekommen hat. Sie regt sich darüber auf, dass sie als Prostituierte bezeichnet wird, aber das kann nicht stimmen, denn bei diesen Damen weiß man vorher wie der Handel aussieht.

Loki bezieht sich auf den Artikel „Debatte: Man liest ja so einiges über Sie“, SPIEGEL 3/13, S. 48f.

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