Nachruf: Zum Tod Paul Walkers (1973 – 2013)


 

“You lost your other half…“

Tragische Nachrichten verbreiten sich meist schneller als gute. Genauso verhält es sich auch am Sonntagmorgen des 1. Dezember mit der Nachricht des Todes von Paul Walker. Der Schauspieler, der vor allem durch die Rolle des Brian O’Connor in „Fast and the Furious“ bekannt geworden ist, fand seinen Tod durch das, was er liebte: schnelle Autos. Rennfahrer Roger Rodas fuhr den Unfallwagen, einen Porsche Carrera GT, und kam aus immer noch ungeklärten Gründen von der Straße ab. Der Wagen fing nach etwa einer Minute Feuer, und obwohl Freunde versuchten, die beiden Schwerverletzten zu retten, konnten sie durch die Flammen nicht zu ihnen gelangen. Die Autopsie ergab mittlerweile, dass beide wohl schon vor Ausbruch des Feuers tot waren.

Der Tod des Schauspielers hat weltweit für Erschütterung gesorgt, und zahlreiche Fans legten Blumen, Kerzen und Fotos an der Unglücksstelle nieder. Freunde wie Tyrese Gibson oder Vin Diesel waren dort, weinten, sprachen mit den Fans. Ebenso Pauls Vater, der nur eine Bitte hat: Man solle seinen Sohn als surfenden Sunnyboy in Erinnerung behalten, da dieser das Meer so liebte.

Paul Walker ist tot. Er sagte einmal lachend: „If one day speed kills me, do not cry, because I was laughing!“ Dennoch fällt genau das schwer. Nicht zu wissen, ob er verbrannt ist oder bereits vorher tot war; ihn tot zu wissen, nicht mehr bei den Dreharbeiten oder unter Freunden … Es erscheint lächerlich, dass viele um einen Menschen weinen und trauern, den sie nicht einmal persönlich kannten, der nur ein Bild war, ein Schauspieler, der auf der Leinwand eine geschriebene Show abzog. Und doch fühlen sich viele diesem Menschen nahe. „Fast and the Furious“ schweißte zusammen. Nicht nur das Team war über die vergangenen sechs Filme hinweg zu einer engen Familie zusammengewachsen, auch die Fans gehörten – wenngleich mit Abstand – dazu. Schnelle Autos, hübsche Frauen, starke Kerle, das machte die Reihe zu einem Erfolg, auch wenn viele diesen belächelten – und die Fans der Reihe erkannten sich.

Doch Paul Walker war mehr. Er war der surfende Sunnyboy, der gerne zum Camping ging und in der freien Natur schlief. Er war der Wohltäter, der einen Ehering kaufte, weil das Geld dafür fehlte (die Geschichte war nach seinem Tod an die Öffentlichkeit gelangt). Reach Out Worldwide ist eine von Walker gegründete Hilfsorganisation, die nach Naturkatastrophen in den betreffenden Regionen half. Für diese Organisation wollte Walker am Samstag im Rahmen des „Winter Drive“ Spenden sammeln – kurz davor verstarb er.

Mittlerweile, nur etwas mehr als eine Woche nach seinem Ableben, sprechen die Medien bereits von einem zweiten James Dean. Auf Ebay wird sogar die verkohlte Rinde des Baumes versteigert, gegen den der Unfallwagen prallte. Am Nachmittag des 7. Dezember (Ortszeit) fanden sich tausende Fans, Freunde und die Familie des Schauspielers am Unfallort ein, um dort Abschied zu nehmen. Mit einem Autokorso, der hauptsächlich aus getuneten Wagen und den Filmautos der „Fast and the Furious“-Reihe bestand, gedachten sie dem Verstorbenen. Ob Paul Walker Kultstatus erreichen und behalten kann, wird sich mit der Zeit zeigen. Was aber auch ohne Kultstatus bleibt, sind seine Filme und unzählige Erinnerungen an den Sunnyboy mit den blauen Augen, der viel zu früh gegangen ist, aber seine Aufgabe hier war erledigt. Er fehlt.

„When you put good will out there it’s amazing what can be accomplished.“ – Paul Walker

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