CD: Vanden Plas – Chronicles of the Immortals. Netherworld


VANDEN PLAS cover HI1983 wird als offizielles Gründungsjahr der Progressive Metal Band aus Deutschland angegeben. Manchmal wird auch 1986 oder ein anderes Jahr genannt. Im Grunde ist es auch völlig egal, wann sich die Band um Sänger Andreas Kuntz zusammengeschlossen, wichtig ist nur das Ergebnis. Und das kann sich seit rund 30 Jahren definitiv hören lassen. Trotz zahlreicher Auftritte im Raum Kaiserslautern mussten die Fans bis 1994 warten, um endlich einen Silberling in der Hand zu halten. Das selbstproduzierte Album „Colour Temple“ erschien sogar als Special Edition in Frankreich und Japan. Besonders an der Band sind aber nicht die eingängigen Riffs und harten Klänge, die aus den Boxen schallen, sondern ihr Mitwirken beim Theater. Sänger Andreas hatte 1993 erfolgreich die Rolle des Simon Zealotes in „Jesus Christ Superstar“ im Saarländischen Staatstheater verkörpert und die Band wunder kurzerhand Teil des Orchesters. Mittlerweile sind Musiker immer wieder im Orchestergraben zu sehen und vor allem zu hören. Um wen geht es eigentlich? VANDEN PLAS haben sich die Jungs getauft, nachdem der Name EXODUS bereits vergeben war. Nun bringen sie ein neues Album auf den Markt, das vielversprechend klingt.

„Chronicles of the Immortals“ dürfte begeisterten Fantasy-Lesern  wohlbekannt sein. Schließlich hat einer der erfolgreichsten deutschen Autoren dieses Genres, Wolfgang Hohlbein, die gleichnamige Buchreihe kreiert. Autor und Band respektieren sich gegenseitig sehr und sich von ihren Werken sehr angetan. So war es scheinbar ein logischer Schritt, dass VANDAN PLAS eine Art Rockoper komponierte, die sich auf die Serie von Hohlbein beruft. In enger Zusammenarbeit wurde diese dann am 21. Januar 2012 in Kaiserslautern uraufgeführt. Das neue Album bezieht sich auf genau diese Buchreihe und enttäuscht den Fan des guten Rockmusicals auf keinen Fall.

Eine leise und geradezu schleichende Ouvertüre führt in die Geschichte ein, bringt mit gesprochenem Text das Werk Hohlbeins nahe, gerade auch für die, die die Bücher eben nicht gelesen haben. Weiter geht es dann mit Stücken, die ein bisschen an das bekannte Schema von METALLICA erinnern. Neben den eingängigen, aber an sich recht langweiligen Drumparts, die einen ruhigen, teilweise etwas einschläfernden Rhythmus erzeugen, gibt es wenig überraschende Gitarrenparts. Ein gleichmäßiger, ruhiger Sound, der auf seine Art durchaus mitzieht, aber nichts für diejenigen ist, die harte Klänge erwartet hatten. Dafür stehen immer wieder auch schöne Gitarrensoli im Vordergrund, die mitziehen und durchaus überzeugen können. Bei acht Minuten Länge des ersten Liedes kann man allerdings schon mal die Lust verlieren, der Platte weiterhin zu lauschen. Ein fataler Fehler, denn es wird tatsächlich schneller und auch ein bisschen wilder. Neben der ruhigen Stimme von Sänger Kuntz, kann man bei „Godmaker“ dann doch mal die härtere Gangart hören und sich davon mitreißen lassen. Endlich ist es ein bisschen besserer Metal, der sich dann doch wieder auf das besinnt, was man am Metal so lieben kann. Der Rhythmus ist ebenfalls eingängig, dankenswerterweise auch etwas schneller als beim vorherigen Song und die Gitarre kracht hier und da ziemlich gut dazwischen.  Dann wird es ziemlich ruhig mittels Pianoklängen. Ein kurzes Stück, gerade mal anderthalb Minuten lang, das auch nicht wirklich im Ohr bleibt. Ebenso ruhig gestaltet sich „A Ghost’s Requiem“. Auch weiterhin birgt das Album wenige Überraschungen. Noch mal ein netter Gitarreneinspieler zu Beginn von „The King and the Children of Lost World“, wieder ein achtminütiger Song. Es mag wirklich eine tolle Sache sein, wenn man dazu das Musical siegt, die Bücher liest, die Geschichte kennt, der man stellenweise, wenn man genau auf den Gesang achtet, sogar mitbekommen würde. Ansonsten ist das Album aber leider eher langweilig, langwierig und nicht ganz das, was man erwartet hat. Sicherlich für Fans ein absolutes Muss, gerade auch für die Leser von Hohlbein, die hier eine tolle musikalische Untermalung zum Buchzyklus haben. Für alle anderen doch etwas zu speziell.

2/5

Vanden Plas – Chronicles of the Immortals. Netherworld
Frontier Records, VÖ: 21.2.14
16,99 €
Amazon

Tracklist:
Vision 1one
Vision 2wo – The Black Knight
Vision 3hree – Godmaker
Vision 4our – Misery Affection Prelude
Vision 5ive – A Ghost Requiem
Vision 6ix – New Vampyre
Vision 7ven – The King and the Children of Lost World
Vision 8ight – Misery Affection
Vision 9ine – Soul Alliance
Vision 10n – Inside

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