CD: Mutant Invasion – Same


Viel zu erzählen gibt es nicht. Fünf junge Männer aus Mannheim machen Musik seit irgendwann, der Stil ist irgendwo angesiedelt zwischen Rock, Punk, Ska und Garage. Wie der Name schon sagt, soll es um Hexen, Mutanten und Dämonen gehen. Es gibt ein Album, da kann man mal reinhören.

Wenn man eine Rezension mit wenigen Infos beginnen muss, wird es kritisch. Leider gibt die Webseite der Mannheimer Mutant Invasion kaum Informationen über die Band her und auch Facebook könnte erheblich besser bestückt sein. Klar, man ist am Anfang, aber solche Dinge müssen einfach sitzen.

Das Album beginnt spielerisch, ein bisschen an Farin Urlaub und seine erste Soloplatte erinnernd. Eine Trompete läuft immer wieder mit und gibt das Thema vor. Nicht schlecht, um ehrlich zu sein. Das Midtempo muss zwar gefallen, aber das Zusammenspiel macht es aus, dass man zumindest nicht sofort ausschaltet. Klingt negativ? Vielleicht, ist aber gar nicht so gemeint und der zweite Song „This Girl is a Witch“ lohnt sich ebenfalls. Es wird auf Deutsch eingezählt, aber der Text ist Englisch. Natürlich wieder mit Trompete und diesem leichten Ska-Touch. Pogen kann man auf jeden Fall. Mit diesen tanzenden Rhythmen geht es weiter. Es ist sehr einfacher Skapunk. Rockelemente fehlen mir zwar, aber das ist ja nicht unbedingt schlecht. Mit den Songs nimmt das Tempo ein wenig zu, wie bei einem Konzert, das zur Einstimmung noch nicht alles rausholt. Song Nummer Fünf „Call of the Wild“ ist eine Mischung aus Englischem und Deutschem Text, immer wieder kommt die typisch quietschige, punkige Gitarre raus, bei diesem Lied auch spielerische Elemente, die wohl an die Wildnis und ihre Schrecken erinnern soll.

Die einzelnen Stücke unterscheiden sich schon und bieten auch gewisse Abwechslung, aber unterm Strich ist es doch recht ähnlich. Wirklich langweilig wird es nicht, weil die Musik immer weiter vorantreibt, wie Ska das nun mal so macht. Stellenweise ist der Wechsel der Sprachen etwas irritierend und man wünscht sich eine klarere Linie. Für einen Erstling okay, aber Mutant Invasion muss sich noch sehr viel mehr selbst finden und deutlichere musikalische Statements setzen.

Alles in allem gefälliger Ska, der noch rauer und wilder sein könnte, dem es an Politik fehlt – was durchaus erfrischend ist -, aber leider auch ein bisschen an Farbe, an Ecken und Kanten, an denen man sich reiben kann, und an Tempo. Wenn Mutant Invasion so weitermachen, sind die eine ganz nette Liveband und haben für die nächste Platte noch viel Luft nach oben, um mehr Power einzubauen und etwas dreckiger zu werden. Man sollte sie aber im Auge behalten.

3/5

Mutant Invasion – Same
Independent, 2019
Bandpage und Kaufmöglichkeit

Tracklist:
What we share
This girl is a witch
Pandemonic
Vertigo
Call of the wild
El Santo
Befindlichkeiten
Pyramid’s Eye
Liar
Geist der Stadt
Mutant Invasion

 

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