Über 50 Mio verkaufte Tonträger – Songwriter – Gitarrist – Sänger – Krebsbesieger!
Am Montag den 24.06. gaben sich Megadeth rund um Frontmann, Gründer und Namensgeber Dave Mustaine bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert dieses Jahr die Ehre, in der Oberhausener Turbinenhalle aufzutreten. Schon eine Stunde vor Beginn war die Halle nahezu vollständig gefüllt und die Menge wartete gespannt auf den Kalifornier und seine Spielkameraden. Um 20:00 Uhr war die Location dann voll und es ging pünktlich los. Die rote Mähne betritt die Bühne. Einfach ikonisch. Es fühlt sich ein wenig an wie man sich ein Konzert in den 80ern vorstellt. 5000 Mann, energiegeladene Stimmung, keine Screens, keine Vorbands und sogar verhältnismäßig wenig Smartphone-Filmerei.
Gut zwei Jahre, nachdem Dave seinen Kehlkopfkrebs besiegt hat merkt man ihm davon nur noch wenig an. Die Stimme hält und ist gewohnt hoch und aggressiv. Die Texte sind kritisch und die Gitarrenkombo aus Mustaine und Teemu Mäntysaari hauen einem die Riffs und Licks böse und fehlerfrei um die Ohren. Insbesondere die anspruchsvollen Soli von Marty Friedman besonders vom 1990er Album Rust In Peace bestechen. Herausragend vielleicht hier das Stück „Tornado of Souls“. Gerade bei den alten Bangern gehen die Zuschauer richtig ab, aber auch die neueren Lieder und sogar die aus der ungeliebten Mittelphase kommen gut an. Der Sound der Band ist einfach fett, schnell und ausgeklügelt von den Riffs, sodass der geneigte Freund der härteren Gangart gar nicht anders kann als headbangend mitzugehen. Auch die Rhythmussektion macht alles richtig. Grundsolides Bassspiel von James LoMenzo, das insbesondere beim Fan Favoriten „Peace Sells“ zur Geltung kommt und Dirk Verbeurens Drums, die einem die ganze Zeit einen vor den Latz knallen und zum Teil schön von den Scheinwerfern in Szene gesetzt werden, sorgen für einen heftigen Klangteppich auf dem sich Mustaine und Mäntysaari austoben können
Dave spricht relativ wenig mit dem Publikum und das was er sagt dringt leider bis zu dem Ort, an dem wir standen nicht so durch. Das was jedoch ankam war seine Begeisterung und Dankbarkeit wieder auf der Bühne spielen zu können und die üblichen Frotzeleien mit den Fans. Auf die Frage ob einer seine Gitarre haben kann antwortete Mustaine humoristisch dass er ihm bitte einen Grund nenne solle auf diese Forderung einzugehen. Super funny aber am Ende gab es soweit wir das feststellen konnten zumindest ein Schweißband.
Nach ziemlich genau 90 Minuten aus geballtem Tempo bei dem einem schon beim Zuhören das rechte Handgelenk weh tut ist die Show beendet. Die Menge taumelt begeistert und geflasht in den lauen Sommerabend und Dave schlüpft wohlverdient in seinen Bademantel. Die Tour geht schließlich weiter und da muss er fit sein. „Holy Wars“ zum Schluss – super war’s!
Das Konzert war noch besser als erwartet und gerade durch die intime Atmosphäre genau richtig für so einen Act. Die Musik und die Stimmung in der Kombination machen den Gig sehr rund und auch die annehmbaren 65€ für die Tickets waren sehr human für die aktuellen Preisgestaltung so mancher Bands. Dadurch, dass sowohl „À Tout le Monde“ als auch „In my darkest Hour“ nicht gespielt wurden muss ich wohl nächstes Jahr nochmal hin… 🙂
Setlist:
01 – The Sick, the Dying… and the Dead!
02 – Dread and the Fugitive Mind
03 Hook in Mouth
04 – Hangar 18
05 – Kick the Chair
06 – Skin o‘ my Teeth
07 – Sweating Bullets
08 – The Conjuring
09 – Countdown to Extinction
10 – Tornado of Souls
11 – Trust
12 – Take no Prisoners
13 – We‘ll be back
14 – Symphony of Destruction
15 – Peace Sells
Encore
16 – Holy Wars … The Punishment Due



