CD-Review: Rozencrantz – Tears Black Reign


2003 aus der Band ROMEO DISCHARGE hervorgegangen, sind es rockige Töne, die aus den Boxen schallen, wenn man ROZENCRANTZ in die Anlange schmeißt. Das Quintett hat einen rockig-ruhigen Sound; man kann den nachdenklichen Touch nicht verleugnen und wer auf wirklich harte Nummern hofft, wartet vergebens beim aktuellen Longplayer Tears Black Reign.

Das fünfte Album der Deutschen macht trotzdem Laune. Die Songs sind gut durchdacht, haben schöne Passagen und sind guter, alter Rock, wie man ihn heute nicht mehr ganz so oft zu hören bekommt. Was ROZENCRANTZ ausmacht, ist die Deutlichkeit des Andersseins. Keine Normalität, keine Spießigkeit. Vielmehr geht es darum, sich zu unterscheiden, was sie auch im Clip zu „Nyeah“ deutlich machen. Mit skurrilen Masken durchleben sie ebensolche Situationen im Klassenzimmer oder im Supermarkt.
Man kann mit ihnen abgehen, „Beyond Emptiness“ beispielsweise hat einen guten Start, der sich im Refrain wiederholt. Hier geben Bass und Gitarre alles. Toller Klang, gut zum langsamen Headbangen gemacht. Dazwischen ist dann eher Zeit für Feuerzeuge. „Killerbees“ hingehen ist ein komplett ruhiger Song. „My Love Eternal“ hat was von Herzschmerz – und Männer leiden ganz anders als Frauen.
Bei ROZENCRANTZ muss man nicht auf die Lyrics hören – auch wenn sich das lohnt! -, es reicht beim ersten Mal der Sound. Der spricht für sich, erzählt seine eigenen Geschichten, von Schmerz, Tragik, Liebeskummer und Verzweiflung. Sehr ausdrucksstark und nicht nur als Untermalung!
Auf dem Album findet sich auch „Chase The Dragon“, zu dem 2009 mit viel Aufwand ein Clip gedreht wurde. Ganz im Stil der Fast And The Furious-Reihe geht es um Autos, PS und hübsche Frauen. Toller Clip, den man sich mehrfach hintereinander ansehen und immer wieder Neues entdecken kann. Auch der Song ist eingängig und kann zum richtigen Ohrwurm mutieren.
ROZENCRANTZ sind deutscher Rock, der seine starken Momente hat, aber im Allgemeinen ruhig und langsam spielt. Für die Hardcore-Fans wird das Album weniger geeignet sein, für alle, die so manchen Song von NICKELBACK mochten, ist es eine gute Investition.
Die Vorbereitungen zum Release zu Halloween 2012 wurden von einem tragischen Unfall überschattet: Die Gründungsmitglieder Skye und Horatio hatten einen schweren Autounfall mit dem schwarzen Kleintransporter, den man im „Nyeah“-Clip sehen kann. Horatio ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt, bleibt aber weiterhin in der Band, die mitteilte, dass der Bassist auch zukünftig bei Konzerten auf der Bühne stehen wird. Alles Gute!

Mehr über ROZENCRANTZ könnt ihr auf der Bandpage erfahren.

Anspieltipp: Chase The Dragon

Rozencrantz – Tears Black Reign
Timezone, 2012
14,95 € Amazon

Tracklist:
Calling Maidel
Stay With You
Born In The Night
Blood Runs Like Wine
Beyond Emptiness
Chase The Dragon
Killerbees
Nyeah
My Love Eternal
Bury Me
Show You The Moon
Tears Black Reign

Rozencrantz

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