Filmkritik: Django Unchained


 

Der Italowestern hat die Moderne erreicht und es gefällt. Der Tarantinotouch war nicht zu übersehen, aber Blutfontänen sowie von Kugeln durch die Gegend geschleuderte Leiber sind zu ertragen, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Den Fans dieser Übertreibungen sei gesagt, sie kommen für euch vielleicht etwas zu kurz. Der Film gewinnt durch seinen Humor und die Möglichkeit von Anfang an mit seinen Protagonisten mitzufiebern.
Die Story ist bei einer Länge von 165 min nicht zu kompliziert, dafür aber gespickt mit sowohl witzigen, als auch kritischen Details. Der Sklave Django wird von einem Kopfgeldjäger befreit, weil dieser Informationen von ihm benötigt, wird sein Partner und gemeinsam machen sie sich auf, seine Frau aus der Sklaverei zu befreien.
Durchweg kurzweilig führt uns diese überschaubare Storyline in den nicht ganz so wilden Westen und den von der Sklaverei geprägten Süden. Die Kritik am Menschenhandel ist deutlich zu spüren. Besonders in der Darstellung damaliger Gewaltexzesse und dem mit der Sklaverei verbundenen Menschenbild. Gelungen ist das Aufzeigen der Vielfalt der Richtungen aus deren Vorurteile, Ablehnung und Hass kommen. Es fällt leicht diese Kritik zu bemerken, allerdings schafft es der Film in seiner Rasanz und durch die Coolness seiner Figuren zu verhindern, dass sich ein bedrückendes Gefühl aufbaut. Außerdem kann man sich denken wie er endet, wobei auch hier die eine oder andere Wendung lauert.
Besonders gelungen ist die musikalische Untermalung, die sich während des Films ändert und mit Django mitwächst. Mag sein, dass der eine oder andere gewisse Töne als unpassend für einen Western hält, aber sie passen wunderbar zu dem, was emotional mitschwingt.
Die Besetzung ist gut gewählt und die Cameos zwar erwartet, aber dennoch sehr amüsant. Ausdrücklich muss Christoph Waltz erwähnt werden, der allen anderen die Show stiehlt. Ein sympathischer Kopfgeldjäger, dessen Moralvorstellungen und Benehmen einer klaren Linie folgen, dabei aber zwischen bieder und knallhart wechseln.
Alles in allem ist fast jede Minute von Django – unchained absolut sehenswert und auch wenn der pädagogische Aspekt, die Verurteilung der Sklaverei, hinter Humor und Action zurücktritt, ist es dennoch ein deutliches Plädoyer für Freiheits- und Menschenrechte; letztere allerdings werden bei den Bösen nicht so ernst genommen.

Django Unchained (USA, 2012)
Start: 17.01.2013
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Christoph Waltz, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Samuel L. Jackson u.a.
Dauer: 165 min

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