Majmoon


Auf der Suche nach Majmoon stößt man auf eine semiaktuelle Bandpage, eine etwas unübersichtliche Facebookseite und auch sonst muss man eher suchen, um etwas Aktuelles zu finden und nicht erst lange in alten Infos herumzuwühlen. Schade, denn wer auf Infos steht und die gerne schnell und übersichtlich präsentiert bekommen würde, muss so lange suchen, bis ihm die Lust vergeht. Wer sich dennoch aus unerfindlichen Gründen, die weit über das normale Interesse hinausgehen, die Mühe macht und weitersucht, der kommt auf ein Jubiläumsalbum, das 2013 released wurde, und bald auch auf ein paar Eindrücke, die etwas von der Bandgeschichte preisgeben.

Allem Anschein nach begann die Band ihr Dasein 2003 in München und hat auch nicht lange geprobt oder einen Findungsprozess gehabt, sondern sofort mit einer Veröffentlichung begonnen – eine starke Leistung. Dabei kann die Band auf eine lange Liste von kleineren und größeren Auftritten zurückblicken, die für einen gewissen Erfolg sprechen. Längst sind die bayerischen Grenzen dabei überschritten worden  und Majmoon teilte sich die Bühne bereits mit Namen wie Karate, Gregor Samsa oder auch Transit. Stolz ist man auf Festivalteilnahmen, etwa auf das Kurzfilmfestival München, Avantgarde Festival oder Theatron Fest. Schnell bemerkt man, dass Majmoon keine herkömmliche Band ist, sondern sich eher in Filmkreisen aufhalten und dort auch beachtet werden wollen. Es ist eben keine Gruppe, die Musik um der Musik willen macht und dadurch Anerkennung finden möchten, sondern eher im Hintergrund stehen und dort vor allem Bilder unterstreichen möchte. Hört man sich Majmoon an, merkt man auch, dass sie dieses Ziel ganz gut erreichen.

Auf Facebook beschreiben Majmoon ihre Musik als eine Mischung aus Noise, Rock und Trance, hört man sich allerdings das ein oder andere Album oder Klangbeispiel an, kommt man bald weg vom Rock-Genre, das gar nicht so recht passen möchte. Manches erinnert eher an ruhige Meditationsmusik, die vor sich hin plätschert und wirklich nur als Hintergrundgeplänkel geeignet ist. Anderes wiederum, wie die Hörproben auf MySpace, bieten dann doch ein wenig mehr Rock und gehen sogar so gut ab, dass man sich darauf einlassen kann, nur die Musik zu hören und nichts nebenbei zu tun.
Manchmal scheint die Gitarre stark im Vordergrund zu stehen und den Ton anzugeben, da verschwindet sogar der Gesang ganz nebensächlich im Hintergrund. Schade, denn die Band hat doch etwas zu sagen, also warum nicht richtig die Klappe aufreißen, so dass man die Botschaft auch hören kann?

Die Münchner lassen sich aber wenig reinreden und ziehen ihr Ding durch. Das wiederum ist sympathisch, denn wer sich immer nur reinreden lässt, verliert die Individualität. Majmoon nicht. Die machen, was sie wollen, spielen mal langsam, mal schnell, laut und leise wechseln sich ab, finden sich in einem kurzzeitig eher disharmonischen Einklang und wachsen dann wieder zu einem Wohlklang zusammen. Der Gesang steht daneben, ist aber doch recht überflüssig, denn die Band schafft es, nur die Instrumente sprechen zu lassen. Vielleicht ist man etwas voreingenommen, wenn man all die Teilnahmen an der Filmszene kennt. Dann achtet man eher darauf, ob die Musik zu einem bekannten Film passen könnte, eine Szene wirklich unterstreichen und die Gefühle richtig ausdrücken könnte. Ein bisschen schade ist das schon, macht aber auf der anderen Seite das Können der Band deutlich. Denn das haben sie wirklich drauf: Szenen zu unterstreichen, Wut, Liebe, Trauer, Hoffnung und Verzweiflung so darzustellen, dass im Kopf beim Hören ein eigener kleiner Film abläuft und man sich treiben lassen kann.

Zieht das bei einem Livekonzert? Vom bloßen Hören würde ich sagen, nein. Allerdings sind die Jungs lange genug im Geschäft, um wirklich abschätzen zu können, wie die Mischung einer Setlist auszusehen hat, damit sich niemand langweilt und abwendet.

Majmoon ist eine eigenwillige Band, der man durchaus ein Ohr schenken sollte. Elf Jahre haben sie auf dem Buckel und da werden sicherlich noch einige erfolgreiche Jahre folgen.

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