Buch: Marc Ritter – Stieranger


Ritter SiterangerKarl-Heinz „Gonzo“ Hartinger, Reporter beim Garmisch-Partenkirchener Tagblatt, soll sich auf Bitten von Chef Habersetzer um den Unternehmer Oliver Klammert kümmern. Klammert sucht einen neuen Standort im Werdenfelser Land für eines seiner neuen Projekte, und da Gonzo alles und jeden kennt, ist er als mitjoggende Begleitung bestens prädestiniert für den Unternehmer. Als sie das Grand Hotel Sonnenbichl hinter dem Weidegrund Stieranger besichtigen, das Klammert zu kaufen beabsichtigt, steigt Gonzo bei der Inspektion des Dachbodens ein wohlvertrauter süßlicher Duft in die Nase, so dass Gonzo sich plötzlich mittendrin in einem Fall mit Leiche wiederfindet.

Stieranger, Ritters drittes Buch mit dem Reporter „Gonzo“ Hartinger als Protagonisten, beinhaltet wieder alle bereits in den beiden Vorgängern Josefibichl und Herrgottschrofen angesiedelten bekannten Charaktere. Redaktionsleiter Habersetzer, Polizeirat Bernbacher, Bürgermeister Meier, Pensionär Weißhaupt, Unternehmer Veit Gruber, Gerichtsmedizinerin „Dotti“ Allgäuer und noch der eine oder andere. Man kann sich beim Lesen sofort in die einzelnen Personen einfühlen und mit ihnen empfinden, egal ob man diese bereits aus den Vorgängerromanen kennt oder nicht. Ritter spielt mit allseits bekannten Klischees des Voralpenlandes, ohne aber durch seine Schreibweise selber ins Klischeehafte abzudriften. Er beschreibt in seinen Romanen sehr trefflich Land und Leute im Werdenfelser Land um Garmisch. Geschickt verwebt er die Schauplätze Garmisch-Partenkirchen und München zu einem Gesamten, spart die Nazivergangenheit des ländlichen Bayerns genauso wenig aus, wie eine rechte Strömung in der Neuzeit. Man ist gefangen in einer Geschichte aus Bauernschläue und Münchner Flair und man muss sich überwinden, dieses Buch auch mal wegzulegen und nicht in einem Rutsch auszulesen. Zu sehr ist man amüsiert und gefangen in der neuesten Geschichte um „Gonzo“ Hartinger.

Fazit: Obwohl es ratsam wäre, die drei Teile der Gonzo-Alpenkrimis in chronologischer Reihenfolge zu lesen, weil manche Begebenheit aus den früheren Büchern im neuen Werk vorkommt, kann man auch sehr gut mittendrin einsteigen. Wie seine früheren Bücher macht Stieranger Freude beim Lesen und ist unterhaltsam für jede Altersgruppe der Leserschaft.

Marc Ritter, geboren 1967 in München, aufgewachsen im Werdenfelser Land und zusammen mit Frau und Kindern mittlerweile wieder in München wohnend, hat mit Stieranger den dritten Teil um Lokalreporter Hartinger veröffentlicht. Dem Thriller Kreuzzug von 2012 folgt diesen Oktober der Roman Bluteis. Ebenfalls erhältlich ist der digitale Rätselkrimi Transalp, zusammen mit Rätselpapst CUS in 12 Teilen verfasst. Für Januar 2015 ist die Veröffentlichung des vierten Hartinger Krimis Frauenmahd angesagt.

5/5

Marc Ritter – Stieranger
Piper Verlag, 2014
320 Seiten
eBook: 8,99 €
Broschiert: 9,99 €
Amazon
Piper Verlag

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