Heino – Live im Backstage Werk München – 08.10.2015


Heino SchwarzHeinz-Georg Kramm … besser bekannt als Heino – Seit Jahrzehnten scheiden sich die Geister und Meinungen über den blondgelockten Bäckersgesellen aus Bad Münstereifel. Für die einen ist er „der“ deutsche Schlager- und Volksliederbarde, für die anderen der Alptraum der deutschen Musiklandschaft. Heinos Retourkutsche begann 2013 mit seinem Album Mit freundlichen Grüßen, in dem er Coverversionen von deutschen Rock- und Popsongs auf seine typische Schunkelart auf den Markt brachte. Teil 2 des Ganzen war dann die Wandlung zum Metaller, inklusive der CD Schwarz blüht der Enzian ein Jahr drauf, auf der er seine altbekannten Hits als Metalversionen neu einsang. Die Krone setzte er all dem auf, als er mit seinem neuen Programm auf Tour ging. Am Donnerstag, den 8. Oktober war München an der Reihe. Ursprünglich in der Backstage-Halle geplant war bald klar, daß die Halle viel zu klein sein würde und man verlegte das Ganze schnell ins Werk. Bei Ankunft war das Werk bereits sehr gut gefüllt. Das Publikum war komplett gemischt, vom jungen Teenager bis zu seinen Altfans, die bereits vor einigen Jahren in Rente gegangen sein dürften, war alles vorhanden. Bemerkenswert waren die zahlreichen Metalfans, in Leder und Nieten gekleidet, die sonst mit Sicherheit eher nicht auf einem Heino-Konzert zu vermuten gewesen wären. Laute Heino-Rufe schallten durch das ausverkaufte Werk. CIMG2222
Los gings mit dem Intro von „Sonne“ bei dem die Band alleine startete. Dann kam er … schwarz gewandet in mit zahlreichen Nieten besetzter Kluft – der Meister himself. „Junge“ war der erste reguläre Song, gefolgt von „Augen auf“, beides Coverversionen von 2013. Heino war vom warmen Empfang der Münchner wahrlich gerührt, und bedankte sich schon zu Beginn bei seinen Fans. Anfangs redete Heino seine Fans brav mit Sie an, aber er meinte dann „Metaller sind Freunde, und Freunde sagen Du zueinander. Ich darf doch Du sagen?“ Nach Grönemeyers „Was soll das?“ folgte der Titeltrack der neuen Scheibe „Schwarz blüht der Enzian“. Mit „La Paloma“, „Wir lagen vor Madagaskar“ und „Rosamunde“ langte Heino tief in seine alte Repertoirekiste. Mit hochgereckten Fäusten feierten die anwesenden Metalheads textsicher lautstark mitsingend den blonden Barden. Die Stimmung konnte kaum besser sein. CIMG2225„Willenlos“, „Ja ja die Katja, die hat ja“ … Heino bediente sich bei alten und neuen Songs mit schöner Abwechslung. Zum Rammsteincover „Sonne“ kam Heino mit Glühbirnenbesetzter Jacke auf die Bühne. Er ließ kaum ein Klischee aus. CIMG2271Zwischendurch ein kleines Späßchen mit Bandkollege Lothar und überleitend zu „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ hatte Heino zwischendrin auch mal ein paar Minuten Verschnaufpause. Die drei Backgroundgrazien sangen in Interaktion mit dem Publikum ein Singalong mit dem Intro von „Alles nur geklaut“ von den Prinzen. Statt Ooh ooh oh oh hieß es aber hier „Heinoo Heino … Heino … Heino“. Das machte Spaß und kam sichtlich an. Mit „Sierra Madre“ brachte Heino, mittlerweile im schicken roten Sakko, das Backstage-Werk zum Singen wie die Schürzenjäger seinerzeit ihr eigenes Festival. Heino erzählte aus seinen Anfangstagen, als er 1956 Dean Martin „Memories are made of this“ singen hörte und da beschloss, dass er ebenso eine solche Sangeskarriere hinlegen wollte. „Heimweh  (So schön war die Zeit)“ war die deutsche Version davon, in den Sechziger Jahren schon von Freddy Quinn besungen, kam auch die Heinoversion bestens an. Das schöne am heutigen Abend war, dass Heino mitnichten nur seine Metal- und Coverversionen zum Besten gab. Auch seine Hits im alten Gewand brachte er im Programm und die gingen voll und ganz im Evergreenfluss auf. Nach der Bandvorstellung kam die Hymne der Sportfreunde Stiller aus den Boxen: „Ein Kompliment“ war der letzte Song des normalen Programms. CIMG2308Nach einer kurzen Pause die von zahlreichen „Zugabe Zugabe“ Rufen ausfgefüllt wurde kam die Band alleine zurück. Seine Backgroundmädels durften die Hauptrolle spielen und brachten mit „Face to Face“ eine Coverversion von Pete Townsend zum Besten. Zu Nenas „Leuchtturm“ und „Alles nur geklaut“ war der Meister himself wieder auf der Bühne. Nach einer erneuten sehr kurzen Pause folgten ein „Hitmedley“ und „Hoch auf dem gelben Wagen“ als letzte Songs. Zur Melodie von „Junge“ und „Ein Kompliment“ fand das Konzert einen Abschluss.

Mit Sicherheit wollte Heino die Nation nicht in zwei Lager spalten mit seinem neuen Projekt. Ebenso nimmt er sich selber auch nicht zu ernst und verlangt auch von keinem ernst genommen zu werden. Er hält der Nation einen Spiegel vor und hat Spaß dran. Spaß ist auch der Sinn und Zweck des Ganzen. Unterhaltung par excellance wurde hier geboten. Einfach nur gut drauf sein und mit deutschem Liedgut ein kunterbunt gemischtes Publikum zu unterhalten war das Motto des Abends. Das ist Heino mit Sicherheit bestens gelungen. Mehr Anspruch muss auch nicht sein. Die Leute wurden super unterhalten und gut ists. Zweck erfüllt.

5/5

Setlist:

01 – Intro Sonne
02 – Junge
03 – Augen auf
04 – Was soll das?
05 – Schwarz blüht der Enzian
06 – La Paloma
07 – Wir lagen vor Madagaskar
08 – Rosamunde
09 – Willenlos
10 – Ja ja die Katja, die hat ja
11 – Sonne
12 – Schwarzbraun ist die Haselnuss
13 – Viva Heino
14 – Sierra Madre
15 – Heimweh  (So schön war die Zeit)
16 – Ein Kompliment
17 – Face to Face
18 – Leuchtturm
19 – Alles nur geklaut
20 – Hitmedley
21 – Hoch auf dem gelben Wagen
22 – Outro – Junge/Kompliment

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s