Millies Leben hat sich geändert. Sie putzt nicht mehr für andere Leute, ist mit Enzo verheiratet, Mutter zweier Kinder. Und jetzt hat sie auch endlich ihren Traum vom eigenen Haus verwirklichen können, auch wenn es für Enzo und sie finanziell knapp wird. Die Nachbarschaft ist exklusiv, zumindest Suzette von nebenan lässt gerne spüren, wie viel Geld sie und ihr Mann haben. Und dann ist da noch Martha, das Hausmädchen, das Suzette ihr unbedingt aufzwingen möchte, und das von Millie beim Stehlen erwischt wird. Auch aus der Nachbarin von gegenüber, Janice, die ihren Sohn an einer Leine führt, wird Millie nicht schlau. Welches Geheimnis ruht in der Straße hinter verschlossenen Türen?
Millie hat endlich eine Familie, einen Job und nun auch ein Haus. Eine glückliche Idylle, die man ihr gönnt. Doch was nicht so recht zusammenpassen mag zu dem, was Enzo und sie früher gemeinschaftlich gemacht haben und wodurch sie doch auch Geld verdient haben müssen, ist die Armut, der Mangel an Geld, die Unfähigkeit, sich etwas leisten zu können. Sie versuchen es dennoch und setzen sich dem Spott der reichen Nachbarin aus, die ein Auge auf Enzo geworfen hat, der trotz seines scheinbaren Alters immer noch jung, sexy und anziehend ist. Millie hingegen ist irgendwas zwischen jung und alt, was in Gesprächen vor allem mit der Nachbarin deutlich wird. Man kann es nicht einordnen, es passt zeitlich nicht zusammen – und genauso, wie ich jetzt darüber schreibe, habe ich das gesamte Hörbuch darüber nachgedacht. Es stimmt nicht, es passt nicht zusammen, hier ist ein Zeitsprung, der nicht logisch ist. Und das ist auch die große Kritik: Sind McFadden die Ideen ausgegangen oder hätte man zwischendrin doch noch die eine oder andere Geschichte einbauen können, mehr Teile für die Housemaid-Reihe und noch mehr Spannung und Thrill?
Sie wird dich finden hat aber noch mehr Minuspunkte. Auch hier treibt die Geschichte langsam vor sich hin, man denkt erst, dass sie in eine andere Richtung läuft, kann sich ungefähr aber doch vorstellen, was passiert. Die Auflösung ist kurz, das Verbrechen nur ein wenige Hörminuten lang. Der Hintergrund wird hingerotzt, schnell abgehandelt. Als der Epilog kommt, fragt man sich verwundert, wie das sein kann, dass dieses Buch schon fertig ist. McFadden nimmt sich dieses Mal viel Zeit für das Drumherum, für Geplänkel, aber nicht für Spannung und den eigentlichen Plot. Als wäre sie erfolgsverwöhnt und wüsste, es müssen nur ihr Name draufstehen und die Protagonistin Millie vorkommen und das Ding verkauft sich. Die Auflösung ist dann zwar ganz nett und man kann sich denken, wie es weitergeht, sollte es noch mehr Bände der Housemaid-Reihe geben, aber so richtig Lust drauf hat man nicht mehr. Die Nachbarin Janice wird nicht weiter gezeichnet, nur als Randfigur erwähnt und ist überflüssig. Das Hausmädchen Martha erzählt ihre Geschichte im Epilog – immerhin ist hier aber beim Hörbuch eine solch passende Sprecherin gewählt worden, dass man sich wünschte, die Geschichte würde aus Marthas Sicht noch viel weitergehen. Die drei Sprecherinnen Leonie Landa, Lea van Acken und Maria Hartmann sind eine sichere Bank, was Hörbücher betrifft und tun ihr Bestes, um den Hörer doch etwas in die Geschichte hineinzuziehen, aber was nicht gut ist, macht auch eine Sprecherin nicht besser.
Enttäuschender dritter Band einer sonst spannenden Reihe. Sollte es weitergehen, muss man den Teil gelesen haben, sollte dies der Abschluss sein, kann man nach Band 2 bereits aufhören. Warum es weitergehen könnte und wie, wird aber nicht verraten, da sonst das kleine bisschen Spannung komplett zerstört würde.
2/5
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Freida McFadden – Sie wird dich finden
Heyne Verlag, 2024
Paperback: 432 Seiten; 16 €
Hörbuch: 530 min; 9,95 €
