Agents of Fortune ist das fünfte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Blue Öyster Cult. Es folgt der zunehmenden Popularität der Band in den frühen 70er Jahren, nachdem sie sich anfänglich mit komplexen Arrangements, mysteriösen Texten und einem düsteren, rockigen Sound einen treuen Fankreis aufgebaut hatte. BÖC galten als die Heavy-Metal-Band der Intellektuellen, da sie in ihren Texten of Werke von Michael Moorcock, Samuel „Sandy“ Pearlman oder Richard Meltzer verarbeiteten. Die Band hatte bereits mit „(Don’t Fear) The Reaper“, einer Hit-Single aus dem Album. einen breiteren kommerziellen Durchbruch erzielt. Der Stil des Albums verbindet hardrockige Riffs, Heavy-Sensibilität, Fantasy- und Esoterik-Themen sowie eine Prise opernmäßiger Orchestrierung. Die Produktion legt Wert auf Klarheit und Druck, um die eingängigen Melodien und samtenen Harmonien hervorzuheben. Bei Live-Konzerten setzte die Band als Vorreiter erstmalig auf eine Lasershow. Als amerikanische Black Sabbath hatten sie angefangen und wandelten sich immer mehr zu einer eigenständigen Formation. Blue Öyster Cult gelten heute als Psychedelic- und Prog-Hardrock.
Ihr fünftes Album Agents of Fortune lieferte einen der bekanntesten Hits der Rockgeschichte: „(Don’t Fear) The Reaper“. Mit der ersten Singleauskopplung startet der Longplayer allerdings nicht. Dieser beginnt mit „This Ain’t the Summer of Love“ und das lässt kurzzeitig wieder den Gedanken an Black Sabbath aufkommen. „True Confessions“, kraftvoll mit markantem Riff, düsterer Grundstimmung und dramatischem Gesang. Vorbereitung auf das theatralische Spektrum des Albums. Die weltbekannte Gitarrenlinie von Donald „Buck Dharma“ Roeser leitet den Hit „(Don’t Fear) The Reaper“ ein. Der Refrain-Hook, der die perfekte Balance zwischen Heavy-Rock-Attitüde und eingängiger Melodie findet. Eine hymnische Ballade mit prägnantem Gitarrenriff und intensiver Gesangsdichte. „E.T.I. (Extra Terrestrial Intelligence)“ ist ein aufregender, epischer Track mit mehrstufigen Songstrukturen, spaceigen und esoterischen Anklängen. Komplexe Instrumentierung, variierende Tempi, die Bandbreite der Band zeigt sich. „The Revenge of Vera Gemini“ wird von niemand Geringerem gefeatured, als von Patti Smith die hier den Vocalpart von Eric Bloom übernimmt. Smith war zu der Zeit mit dem Keyboarder Allen Lanier liiert. Es geht um Mystik, um das Sternzeichen Zwilling (Gemini) und die darin verbundene Dualität. „Sinful Love“ hat eine gute Hook, der weibliche Chor lädt zum Mitsingen ein. Gefolgt von „Tattoo Vampire“, das wieder mit harten Gitarrenriffs dahingaloppiert. Drummer Albert Bouchard sorgt für einen straighten Groove, flankiert von seinem Bruder Joe Bouchard und Allen Lanier, die sich den Bass und die Tastenarbeit teilen. Die Abwechslung zwischen den einzelnen Songs ist bemerkenswert. Ruhiger wird es bei „Morning Final“. „Debbie Denise“ bildet den Abschluss. Wieder ruhiger und dieses Mal fast schon langweilig.
Agents of Fortune verbindet eingängige Hooks mit einer dunklen, theatralischen Atmosphäre, die Blue Öyster Cults Typ markiert: sichtbar hardrockig, doch mit Intellekt, Mysterium und einer Prise Progressivität. Es ist ein Album, das sowohl den kommerziellen Erfolg markiert als auch künstlerisch glaubwürdig bleibt. Die Songs sind prägnant, doch tragen sie eine Tiefe in Text und Klang, die sich erst bei wiederholtem Hören so richtig entfaltet. Ein Meilenstein, der die Band in der Rockhistorie fest verankerte.
Agents of Fortune gilt heute als eines der wichtigsten Alben der Band und als kommerzieller Höhepunkt der 70er Jahre für Blue Öyster Cult. Der Erfolg der Single „(Don’t Fear) The Reaper“ trug maßgeblich dazu bei, dass die Band außerhalb der dortigen Underground-Szene einem größeren Publikum bekannt wurde. In der Folgezeit blieb der Einfluss des Albums spürbar: Es zeigte, wie man düstere, mystische Themen mit radiofreundlicher Zugänglichkeit verbindet, und prägte das Verständnis dafür, wie klassische Rockformen mit progressiven Elementen verschmolzen werden können. Es ist oft der Favorit vieler Fans und dient gelegentlich als Maßstab für die Balancen zwischen Atmosphäre, Handlung und Hook.
Blue Öyster Cult – Agents of Fortune
A1 – This Ain’t the Summer of Love
A2 – True Confession
A3 – (Don’t Fear) The Reaper
A4 – E.T.I. (Extra Terrestrial Intelligence)
A5 – The Revenge of Vera Gemini
B1 – Sinful Love
B2 – Tattoo Vampire
B3 – Morning Final
B4 – Tenderloin
B5 – Debbie Denise
