Rezension: MONOZID – A Splinter For The Pure


2003 gründete sich in Leipzig das Trio MONOZID. Klassisch mit Drums, Gitarre und Bass ausgestattet, knallen sie ihren Fans Postpunk auf die Ohren. Dabei liegt der Schwerpunkt weniger auf der rockigen Schiene, sondern vielmehr auf gesanglichem Können und reißerischen Texten.

Am 17.12.2012 schmissen die Leipziger ihr zweites Album auf den Markt: A Splinter For The Pure. Aufgenommen wurde es im Mai 2012 auf Long Island (USA), wo Sänger Franz und Co von den Kontakten zu Peter Mavrogeorgis profitierte. Diesen hatten sie zwei Jahre zuvor auf einer gemeinsamen US-Tour kennengelernt. Peter hat bereits bei den BAD SEEDS gespielt, GRINDERMAN geremixt und diverse andere Songs und Scheiben produziert. Solche Verbindungen sind wichtig, denn das geteilte Wissen schlägt sich nicht nur auf die Qualität eines Albums nieder, es ebnet auch Wege, die sonst recht steinig sein können. MONOZID touren durch die Welt, Ende Januar sind sie in Westeuropa unterwegs, und hauen den Hörern eine gehörige Portion Postpunk um die Ohren.

Das neue Album präsentiert sich sehr zahm. Wer krassen Punk erwartet hat, der zum Pogen anregt und bei dem man die alten zerschlissenen Jeans und die Lederjacke aus dem Schrank holt, der hat sich getäuscht. Die Songs sind zurückhaltend, recht langsam und so richtig kommen MONOZID nicht aus dem bekannten Quark. Es fehlt Power, es fehlt das Rockige, das Punk immer ausgemacht hat. Ein bisschen stilvoll könnte man die Musik nennen, aber leider fehlt es überall.
Songs wie „The Drowning“ haben etwas von einem Western, bei dem man auf High Noon und das Duell wartet. „Rita, you know we are doomed“ schlägt in die gleiche Kerbe und weckt bei mir sofort Assoziationen zu „El Cattivo“ von DIE ÄRZTE.
„Dead end“ ist dann mal etwas schneller, hat kleine punkige Hüpfer in der Melodie, aber auch das springt nicht wirklich über. Zwar legt sich Franz gesanglich ins Zeug, aber wo bleibt das Geschrei, wo bleiben denn die Wut, die Anklage, das Politische? Wo bleibt der Punk?
Der letzte Song der Scheibe scheint ein Thema wiederaufzugreifen, das wir schon gehört haben, da kann man auch jeden Song anklicken, es klingt alles ziemlich ähnlich. „The Desperate“ hat einen Pseudo-Industrial-Einschlag, der zwar ganz gut ist, aber nur einmal mehr zeigt, dass der Band irgendwie die Richtung fehlt.
Das Album zieht leider gar nicht. Es ist eine bunte Mischung aus Ähnlichkeiten, es fehlen Leidenschaft und Power. Der Funke springt einfach nicht über.
Sie wirken – und da tut man ihnen Unrecht, denn die Liste der Auftritte erzählt von vielen Touren quer durch die Welt – wie eine Garagenband, die ganz nette Musik macht, aber ewig auf diesem Niveau bleiben wird.

Mich spricht es leider überhaupt nicht an, für eingefleischte Freunde des Postpunk lohnt sich vielleicht ein Probehören.

Näheres über die Band erfahrt ihr auf der Bandpage oder bei Facebook.
Das Album gibt es für 9 € bei SM-Musik.

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