Rezension: Jack Ketchum – Versteckt


 

In Dead River ist nichts los und daher freut es den jungen Dave auch, dass Urlaubsgäste da sind, die mal etwas Schwung in sein Leben bringen. Casey, Kim und Steven sind ein Trio, das nicht in die verschlafene Stadt passt und Dave ordentlich aufmischt, der mit ihnen stiehlt und die Arbeit schwänzt. Casey hat es ihm angetan, aber er wird nicht schlau aus dem wankelmütigen Verhalten der jungen Frau, die schließlich vorschlägt, im Spukhaus der Stadt nachts Verstecken zu spielen. Doch aus dem harmlosen Spiel wird blutiger Ernst…

Zu Beginn ist es eine dieser üblichen Studien, zu denen Ketchum sich gerne hinreißen lässt. Es sind ziellose junge Menschen, die ihren Platz in der Welt noch suchen und noch nicht unbedingt die komplette Verantwortung für ihr Leben übernehmen müssen, da sie noch von den Eltern finanziert werden. Dieser Luxus trifft auf die harte Realität von Dead River, einer kleinen Stadt, in der man um jeden Job kämpft und von der Hand in den Mund leben muss. Ketchum beschreibt erst einmal ausführlich, wie seine Protagonisten ticken, welche Probleme sie haben und wie geheimnisvoll sie aufeinander wirken. Dafür lässt er sich Zeit und baut damit eine gewisse Spannung auf, denn man weiß, dass etwas passieren wird, irgendwann in diesem Buch. Zwischendurch füttert er die Thrillerseele mit kurzen Horrorgeschichten, die sich die jungen Leute einander erzählen oder sogar erleben. Aber nur dadurch kann man verstehen, warum passiert, was eben passiert, warum alle mitmachen, als Casey in das Spukhaus einbrechen und dort Verstecken spielen mag. Ansonsten käme dem Leser diese Geschichte wohl viel zu konstruiert vor.

Einmal mehr fasziniert Ketchum mit einem gekonnt verfassten Thriller, der nicht nur echte Horrorelemente wie Blut und Dunkelheit brilliert, sondern vor allem auch durch die Charaktere, die er beschreibt. Der wahre Horror geht eben von den Menschen aus und nicht von dem, was sie erleben.

Eine spannende und lesenswerte Geschichte für alle Ketchumfans. Am Ende des Buches erzählt der Autor noch ein wenig über sich und die Geschichte, was dem Leser noch mal einen ganz neuen Einblick verschafft.

Jack Ketchum war Schauspieler, Holzverkäufer und angeblich auch der Babysitter von Lady Gaga, bevor er sich dem Schreiben widmete. Unter anderem von ihm erschienen: „Evil“, „The Lost“, „Beuterausch“ uvm.

5/5

Jack Ketchum – Versteckt
Heyne Hardcore, 243 Seiten
8,99 €, Taschenbuch

Amazon

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