Rezension: Edward Lee – Der Höllenbote


Die Amokläufe in einer kleinen, bisher friedlichen Stadt häufen sich. Postboten richten wahre Blutbäder an, viele Menschen sterben. Die Täter sind eigentlich unauffällige und bisher freundliche Menschen gewesen. Doch irgendetwas verändert sie und sorgt dafür, dass niemand mehr sicher ist …

Das Buch beginnt mit einem Massaker, das einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wie immer beschreibt Edward Lee die blutigen Szenen sehr detailreich, lässt Gedärme platzen und verteilt Gehirne über der Straße. Für schwache Nerven ist dies nichts. Was hinter diesen Massakern steckt, wird bald klar, dennoch bleibt das Buch spannend. es ist wie ein Kampf zwischen Gut und Böse und natürlich möchte man erfahren, welche Seite gewinnt. Wie in vielen anderen Büchern von Lee gibt es auch eine theologische Komponente, die einen ganz interessanten Aspekt in die Geschichte bringt. Dabei ist auch nicht immer alles so, wie es scheint und die Protagonisten werden auf eine harte Probe gestellt, wem sie vertrauen sollen.

Geschickt spinnt der Autor die Fäden, verwickelt die Protagonisten in Widersprüche, Gefühle und Extremsituationen. Manche von ihnen müssen Opfer bringen, manche sind die Opfer einer Macht, die stärker ist als die meisten Dämonen und direkt aus der Hölle kommt.

Für mich persönlich fehlt ein bisschen der Ausbau eben dieser theologischen Komponente, die den Grund für die plötzlichen Veränderungen der Akteure beschreibt. Zwar bleiben keine Fragen offen, jedoch wäre es wünschenswert gewesen, diese Seite des Buches wäre noch stärker ausgearbeitet worden. Aber leider wird manches mit kurzen Nebensätzen abgespeist, was mir persönlich ein bisschen schludrig vorkommt.

Alles in allem ist es dennoch ein sehr spannendes Buch, das wirklich nur für starke Nerven ist. Extrem Horror vom Feinsten eben.

Edward Lee ist ein US-amerikanischer Autor, der nach seiner Zeit bei der Army und als Polizist endlich den Durchbruch schaffte und vom Schreiben leben kann, was er sich immer gewünscht hat. Seine Bücher sind drastisch und verstörend. Unter anderem erschienen: „Das Schwein“, „Bighead“ und „Flesh Gothic“.

5/5

Edward Lee – Der Höllenbote
Festa Verlag, 2014
352 Seiten
eBook: 4,99 €
Broschiert: 13,95 €
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Festa Verlag

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