Buch: Katharina Gerwens & Herbert Schröger – Die Gurkenflieger (2008)


Die Gurkenflieger

Das verschlafene niederbayrische Kleinöd steht kopf: Paulchen Daxhuber ist verschwunden als er mit seiner Großmutter beim Einkaufen war. Die Nerven der Großeltern, bei denen Paulchen lebt, seit er von seiner Mutter Corinna als Säugling dort abgeliefert wurde, liegen blank. Die wildesten Spekulationen machen im Dorf die Runde und die Fragen der ermittelnden Kommissare Franziska Hausmann und Bruno Kleinschmidt werfen nur neue Fragen auf. Während bei den Ermittlungen alles drunter und drüber geht, ziehen auf den umliegenden Feldern die Gurkenflieger genannten Traktoren mit den polnischen Erntehelfern ihre Runden. Haben diese etwas mit dem Verschwinden von Paulchen Daxhuber zu tun? Ungeahnte Abgründe lauern hinter der scheinbar idyllischen Fassade des kleinen Dorfes.

Man kommt eigentlich schnell rein in die Geschichte, wenn man die ersten Seiten liest. Teilweise ist man etwas verwundert über den Schreibstil der beiden Autoren Katharina Gerwens und Herbert Schröger und fast bis zu Seite 70 ist man des Öfteren versucht, das Buch aus der Hand zu legen und nicht wieder weiter zu lesen. Zu seltsam kommt einem das Ganze vor. Bereits mit der ersten Zeile wird das Verschwinden des kleinen Paulchens beschrieben, aber erst nach einem Viertel taucht die ermittelnde Kommissarin das erste Mal in der Geschichte auf. Ab da wird es eigentlich spannend, es kommen sämtliche Abgründe einer scheinbaren Idylle zum Vorschein, die man sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen mag. Alles ist vorhanden, sämtliche Klischees werden bedient und man verschlingt regelrecht Seite um Seite. Immer abstruser wird die Geschichte, immer ungeheuerlicher die einzelnen Schicksale der Kleinöder. Das aber ist der Knackpunkt, der das Buch erneut kippen lässt. Es wird unglaubwürdig, ohne einen gewissen Witz darin erkennen zu lassen. Man liest trotzdem weiter in der Hoffnung, dass die Geschichte wieder besser, wieder lesenswerter wird, aber nichts da… Es wird nicht mehr, und die abschließenden Ereignisse setzen den nicht gerade berauschenden Schlusspunkt unter eine Geschichte, die so besser nicht geschrieben worden wäre. Manch ein Leser mag vielleicht den Witz hinter dem Geschriebenen erfassen – ich jedenfalls nicht.

Katharina Gerwens, gebürtige Westfälin, und der gebürtige Münchner mit niederbayrischen Wurzeln, Herbert Schröger, leben beide in München. Die Gurkenflieger ist der zweite Band der mittlerweile auf fünf Bände angewachsenen Reihe um Kommissarin Franziska Hausmann.

1/5

 

Katharina Gerwens und Herbert Schröger – Die Gurkenflieger
Piper Verlag, 2008
320 Seiten
eBook: 8,99 €
Taschenbuch: 9,99 €
Amazon

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