29.09.2014 – Deine Lakaien – Theaterfabrik – München


Tja …Jubiläum ist’s noch keines, das ist erst im kommenden Jahr fällig, wenn Ernst Horn und Alexander Veljanov das 30-jährige Bestehen ihrer Band Deine Lakaien feiern. Nichtsdestotrotz sind die Lakaien erneut für ein paar wenige Termine auf Deutschlands Bühnen zu finden, um ihren neuen Longplayer Crystal Palace zu promoten. Da ihr neuestes Werk wahrlich nicht von schlechten Eltern ist, sondern sich bestens ins Gefüge ihrer bisherigen Veröffentlichungen einfügt, konnte man sich nach dem ersten Hören auch auf die Livedarbietung freuen.

Los ging es gegen 20:30 Uhr mit dem Support God´s Bow, einem Dark Wave Duo aus Polen. Gegründet auch schon 1997 möchte man meinen, dass KeyP und seine Sängerin Agnieszka Kornet ihr Handwerk ordentlich beherrschen sollten, aber um es abzukürzen: Das, was die beiden live dem Münchner Publikum darboten, war weder Fisch noch Fleisch. Im Gegensatz zu ihren drei bisher veröffentlichten Silberlingen, die allesamt hörtauglich sind, sprang der Funke zu den Münchnern so rein gar nicht über. Die Stimme zu leise, das Keyboard, beziehungsweise die Samples vom Band zu eintönig …das wars auch schon. Höflichkeitsapplaus bei einigen Songs, aber sonst wartete alles schon auf die Lokalmatadoren.

Nach einer kurzen Umbaupause bei der Ernst Horn selber mit an seinen analogen Synthesizern rumstöpselte, war es gegen 21:40 Uhr dann soweit: Deine Lakaien betraten die Bühne und die schätzungsweise 800 anwesenden Fans warteten auf die Liveklänge des neuen Albums Crystal Palace.

Neue Klänge? Erstmal Fehlanzeige – denn gleich der erste Song, Color-ize, stammt vom selbstbetitelten Debütalbum von 1986 und hat sich seitdem zu einem wahren Undergroundklassiker der schwarzen Szene gemausert. Weiter ging es nicht minder altbewährt, denn mit „Reincarnation“ vom 91er Dark Star-Album, „Into my Arms aus Kasmodiah, „Fighting the Green“, beheimatet auf Winter Fish Testosterone von 1996, kamen nur die alten Kracher aus dem letzten Jahrhundert aus den Boxentürmen, die seit damals die Tanzflächen der Szeneclubs füllen. Mit „Over and Done“ aus dem Jahr 2005 vom April Skies-Album und „Where you are“ aus White Lies von 2001 waren ein erstes Mal die 2000er Jahre vertreten, ehe es mit „Nevermore“ den ersten neuen Song vom Crystal Palace-Longplayer in die Gehörgänge injiziert gab. Das Publikum war angesichts der Songauswahl sichtlich begeistert vom ersten Ton an und auch der Neuling kam sehr gut an und wurde wie die alten Kracher stürmisch bejubelt. Mit „Gone“ und „Europe“ blieb man in der Neuzeit, denn beide sind auf der letzten Scheibe Indicator vertreten. „Return“ von 99 war ein erneuter Schritt ins Altbewährte und mit „Where the winds don´t blow“, „Overpaid“ und „The ride“ fand man einen schönen Zick-Zack-Kurs zwischen Kasmodiah und Crystal Palace. Ebenfalls brandneu ist „Farewell“, mit dem man das reguläre Set abschloss. Stürmischer Beifall geleitete die vier Musiker, zu denen neben Horn und Veljanov noch Goran Trajkoski an Gitarre und Synthie und Slobodan Kajkut an den Drums gehörten, in den Backstagbereich. Trajkoski und Kajkut sind für Eingeweihte keine Unbekannten, denn beide arbeiteten an Veljanovs letztem Soloalbum Porta Macedonia mit. Bereits nach kurzer Zeit kamen unter großem Beifall die Hauptakteure zurück auf die Bühne und brachten mit dem Titeltrack des neuen Albums, „Crystal Palace“ und „Forever and a Day“ gleich zwei neue Songs, ehe es mit der Hymne „Dark Star“ zurück in die Anfangstage ging und den ersten Zugabenblock abschloss. Frenetischer Jubel der Münchner brachte die Band gleich darauf zurück on Stage und mit „Manastir Baroque“ von 99 und „Love me to the End“ von 91 boten Deine Lakaien den zweiten Block an Zugaben, ehe sie nach sehr kurzer Zeit erneut zurück auf die Bühne kamen und mit „Forest“, dem einzigen Track von Forest Enter Exit und „Pilgrim“ von Crystal Palace einen schönen abschließendem Spagat zwischen Alt und Neu schafften. Unter Jubelstürmen kamen die Musiker abschließend an den Bühnenrand und waren sichtlich gerührt von der Begeisterung des Münchner Publikums.

Zweifaches Fazit: Das war beileibe keine reine Promotour fürs neue Album Crystal Palace, sondern ein knapp zweieinhalbstündiges „Best of“ aus allen Schaffensperioden von Deine Lakaien. De neuen Songs des aktuellen Longplayers fügen sich nahtlos in das Klassikerwerk ein und werden von den Fans komplett begeistert aufgenommen.

Für mich und alle Anwesenden ein unvergesslicher Abend, der mit Sicherheit lange im Gedächtnis haften bleibt.

5/5

Homepage: http://deine-lakaien.com/

Setlist:

01 – Color-ize
02 – Reincarnation
03 – Into my arms
04 – Fighting the green
05 – Over and done
06 – Where you are
07 – Nevermore
08 – Gone
09 – Europe
10 – Return
11 – Where the winds don´t blow
12 – Overpaid
13 – The Ride
14 – Farewell

15 – Crystal palace
16 – Forever and a day
17 – Dark Star

18 – Manastir Baroque
19 – Love me to the End

20 – Forest
21 – Pilgrim

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s