Buch: René Junge – Stufe Eins


Mark Timmermann ist werdender Vater, zufrieden mit seinem Leben und hat Urlaub. Doch dann ist da das Flugzeug, das komisch fliegt, die seltsame Frau auf der anderen Straßenseite und plötzlich muss er mit Kevin, einem für ihn vollkommen fremden Jungen, gegen eine Meute Bestien kämpfen. Wie konnte sein Leben nur so aus den Fugen geraten – und wo ist eigentlich seine Frau …

René Junge hat einmal mehr in die Tasten gehauen und sich dieses Mal einer Dystopie gewidmet. Gewürzt mit Technik, Horror und einer untergehenden Welt ist eine Geschichte entstanden, die von Beginn an den Leser in ihren Bann zieht. Man fragt sich schnell, was los ist, ob es sich hierbei um nur einen weiteren Zombie-Roman handelt oder doch mal mehr dahintersteckt – und man wird nicht enttäuscht. Es steckt erheblich mehr dahinter, als nur blind vor sich hinfressende lebende Tote, die sabbernd durch die Straßen ziehen. Junge hat zwei Orte, an denen die Geschichte spielt und an beiden Schauplätzen knallt es. Dieses Mal hat Junge nicht nur technisches Wissen mit viel Fantasie gemischt, er hat sich auch noch mit Religion beschäftigt und zeigt sicherlich Fans des Genres recht schnell den Weg, in den das Buch gehen wird. Wer weniger bewandert ist in dieser Literaturgattung, hat vermutlich mehr Spaß, weil er das ein oder andere deutliche Zeichen nicht erkennen kann.

Was Mark Timmermann zusammen mit Kevin erlebt, ist aber nur die eine Sache, die an sich bereits ein eigenständiges Buch abgeben würde – man müsste nur die ein oder andere Kleinigkeit ergänzen. Dann gibt es aber noch die andere Seite, den Gegenpart, der für sich genommen ebenfalls eigenständig stehen könnte.

Zu Beginn des Buches habe ich noch gedacht: Lieber Autor, warum bist Du so dämlich und zerstörst auf wenigen Seiten Dein eigenes Buch, indem Du die Spannung herzlos raubst und alles so schrecklich vorhersehbar machst? Doch ich musste bald schon Abbitte leisten, denn René Junge ist alles andere ein Spannungskiller. Gekonnt füttert er den Leser mit Andeutungen und Informationen, die ihm aber lange Zeit nicht die Lösung bringen. So wächst die Neugier stetig an, was denn nun eigentlich hinter all dem steckt und vor allem: Wie wird das alles ausgehen?

Wer nun an einen etwas seichten Horrorroman denkt, hat sich aber getäuscht. Junge bringt viel Tiefgang in sein neues Buch, sinniert sarkastisch über Gott, Leben, Tod und das Danach, gibt Antworten und wirft zugleich neue Fragen auf. Dabei packt er theologische Ansätze gekonnt in ein Computerzeitalter, das von Gott so gar nichts mehr wissen möchte. Am Ende sitzt man doch nachdenklich über dem Buch, hinterfragt seine Existenz, das ein oder andere Ereignis und hofft ein bisschen auf eine Fortsetzung, die noch etwas mehr erzählt von Mark Timmermann, Kevin und der ein oder anderen Figur.

René Junge zählt zu den sogenannten „Indie-Autoren“, der bereits vier Bücher veröffentlicht und bei drei weiteren als Herausgeber mitgewirkt hat. Bekannt wurde er durch seinen Erstling, den Urban-Fantasy-Thriller „Die Centerer“.

5/5

René Junge – Stufe Eins
Amazon Kindle, 2014
205 Seiten
Ebook: 2,99 €
Amazon
René Junge

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