Buch: Wrath James White – Population Zero


Todd Hammerstein möchte die Welt retten – und dazu muss die Menschheit ausgelöscht werden, denn jeder Mensch verbraucht zu viele Ressourcen. In einem Internetforum findet er Bestätigung, in Professor Heimlich einen Mentor. Doch das Problem ist die Vorgehensweise und keiner hat eine Lösung für die Explosion des Bevölkerungswachstums. Doch dann rät Todd, der beim Sozialamt arbeitet, einer Frau zur Abtreibung – und kommt auf eine mörderische Idee …

Wrath James White ist für drastische Stories bekannt, die vor Blut nur so triefen. Da bildet „Population Zero“ auch keine Ausnahme. Die Menschheit auszurotten, um den Planeten zu retten, ist nicht neu und wird von White an nur auf die Spitze getrieben. Drastisch stellt er das Bevölkerungswachstum dar und lässt Professor Heimlich eine harte Linie fahren. Todd hingegen ist ein Jünger, der vor allem wahrgenommen werden möchte. Seine Methode ist logisch, wie weit er diese ausbaut, gewagt. Deutlich zu sehen ist der Fanatismus, in den sich der Protagonist immer weiter hineinsteigert. Natürlich spritzt das Blut, nimmt White kein Blatt vor den Mund, beschreibt auch ekelhafte Szenen detailliert und nimmt auf schwache Nerven so gar keine Rücksicht. Als Frau kann man sich manchmal schon etwas seltsam fühlen, grübelt vielleicht kurzzeitig über den eigenen Kinderwunsch oder die Kinder nach und liest dann aber doch relativ unberührt weiter.

Was ein bisschen fehlt: Es gibt ein logisch schlüssiges Konzept hinter Heimlichs Idee. So stellt sich durchaus die Frage, wer darf Kinder bekommen und wer nicht? Ist die komplette Ausrottung der Menschheit wirklich sein Ziel? Was ist mit denen, die nun schon mal da sind – wäre ein Massenmord in Form eines Anschlags nicht die einzig wahre Lösung, gefolgt von einem kollektiven Suizid der Population-Zero-Anhänger? White läuft immer wieder Gefahr, in eine rechtsextreme Richtung abzugleiten. Auch wenn er es nie wörtlich formuliert, drängen sich subtile Gedanken an eine Art „Herrenrasse“ auf, die entstehen soll. Dass der Autor dies allerdings beabsichtigt, ist eher mit nein zu beantworten.

Alles in allem ist „Population Zero“ ein kurzes, dafür aber sehr spannendes Buch, das durchaus an der einen oder anderen Stelle noch weiter hätte ausgebaut werden können und noch mehr in die Tiefe hätte gehen können. Tut es aber nicht und trotzdem ist es lesenswert für Hardcorefans – und alle, die gerne mal ein bisschen weiterdenken.

4/5


Wrath James White – Population Zero
Festa Verlag, 2014
118 Seiten
Ebook: 4,99 €
Amazon
Festa Verlag

 

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