NICOLA FÖRG – Die Allgäu / Oberland-Reihe um Kommissar Weinzirl


01 – Schussfahrt 

Der kleine Ort Gunzesried im Allgäu ist ein Idyll. Das soll allerdings nicht so bleiben, denn der schwäbische Baulöwe Rümmele will einen gigantischen Freizeitkomplex errichten, um den Tourismus anzukurbeln. Die riesige Anlage verheißt aber nicht nur satte Einkünfte, sondern zerstört auch die Schönheit der Landschaft, und so ist die Bevölkerung in zwei Lager gespalten. Doch dann macht die einheimische Jo eines Morgens bei einem Ausritt eine schockierende Entdeckung – sie stößt auf Rümmeles Leiche im Schnee. Während die örtliche Polizei noch im Dunklen tappt, beginnt Jo auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei unterläuft ihr jedoch ein fataler Fehler, denn sie hätte niemals an die Mordstelle zurückkehren dürfen …

Der erste Teil um Kommissar Gerhard Weinzirl und der Spürnase Jo Kennerknecht, die in der Tourismusbranche tätig und nebenbei noch eine Verflossene von Weinzirl ist. Förg schreibt einen flüssig zu lesenden Stil, mit viel Allgäuer Slang gewürzt. Man fühlt sich bestens mitten ins Allgäu hineinversetzt und leidet mit den seelischen Verwicklungen von Weinzirl und Kennerknecht mit.

5/5

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02 – Funkensonntag

Eckarts im Allgäu: Kommissar Gerhard Weinzirl hat neben einem besonders perfiden Mord auch noch einen Haufen Presseleute am Hals, die zufällig live dabei sind, als am Funkensonntag ein Toter aus dem Funkenfeuer gezogen wird. Eine makabre Stelle, um eine Leiche zu verbergen – wird bei diesem Brauch doch eigentlich eine Hexenfigur symbolisch verbrannt, um den Winter auszutreiben. Der Tote fällt Gerhard und seiner alten Schulfreundin Jo, ihres Zeichens Tourismusdirektorin im Bergstätt-Gebiet, quasi vor die Füße. Wie kam er in den Funken? Und wer wollte den beliebten Braumeister der kleinen Lokalbrauerei Hündle Bräu töten?

Der zweite Fall beschreibt wiederum das Allgäu mit seinen Eigenheiten und Brauchtümern. Die persönlichen Verwicklungen zwischen Weinzirl und Kennerknecht werden immer verzwickter. Dieser Teil zeigt das Allgäu von seiner etwas düsteren Seite und ist ein schöner Nachfolger für die „Schussfahrt“.

4/5

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03 – Kuhhandel

Die Tote, die Kommissar Gerhard Weinzirl an der Ruine Eisenberg in Zell im Allgäu findet, war eine alte Bekannte: Dass die lebenslustige Tierärztin Svenja Selbstmord begangen haben soll, kann der Kommissar kaum glauben – daran ändert auch der Abschiedsbrief nichts, der sich wenig später findet. Auch Jo, die Tourismusdirektorin und beste Freundin der Toten, hat ihre Zweifel und nimmt die Sache selbst in die Hand: Im Alleingang und jenseits der Legalität spioniert Jo Svenjas Chef, dem dubiosen Tierarzt Dr. Ostheimer nach. Und stößt nicht nur auf zahllose Ungereimtheiten, sondern auch auf mysteriöse Todesfälle im Stall eines Bauern …

Im dritten Teil der Reihe tritt Jo Kennerknecht ein wenig in den Hintergrund zu Gunsten von Evi Straßgütl, einer Kollegin von Weinzirl. Natürlich kracht es auch zwischen den beiden … beruflich wie auch privat. Man lernt immer wieder neue Facetten des Allgäus kennen … und teilweise lieben.

4/5

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04 – Gottesfurcht

Kaum tritt Kommissar Weinzirl seinen Dienst im Oberbayrischen an, ist er auch schon mit einer Mordserie konfrontiert. Alle Opfer waren Schüler der Schnitzschule von Oberammergau. Mordet hier ein Wahnsinniger? Welche Rolle spielen die geschnitzten Tiere, die bei den drei Leichen gefunden wurden? Und was soll Weinzirl von „Frau Kassandra” halten, die überzeugt ist, dass die Morde in mystischen Raunächten regelrecht inszeniert wurden?

Im vierten Teil wandelt sich die Umgebung vom Allgäu ins Oberland. Weinzirl hat sich nämlich nach Weilheim versetzen lassen. Inhaltlich verliert sich dieser Fall etwas in den zu vielen Rückblenden. Er ist bei weitem nicht so flüssig zu lesen wie die bisherigen Teile. Lediglich die Person der „Frau Kassandra“ mitsamt dem Verhältnis zu Weinzirl hellt die Stimmung der Leser etwas auf.

2/5

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05 – Eisenherz

In Kaltenberg trainieren französische Stuntmen für das größte Ritterturnier der Welt – mit Lanzen-Attrappen. Doch dann ist plötzlich eine echte Lanze im Spiel und verfehlt nur knapp das Herz eines jungen Recken. Spürnase Jo Kennerknecht, die Pressefrau vor Ort, glaubt nicht an einen Unfall und ruft ihren alten Freund Kommissar Weinzirl zu Hilfe. Der muss nur leider gerade in Seeshaupt den Mord an einem Modefotografen aufklären. Wie sich herausstellt, hatte eines seiner letzten Shootings in Kaltenberg stattgefunden …

Der fünfte Fall von Weinzirl führt mitten hinein ins mittelalterliche Treiben der Kaltenberger Ritterfestspiele. Gaukler, Ritter, Musiker, Stuntmen und mittendrin ein Mordversuch. Umgebungstechnisch wandert der Schauplatz immer weiter weg vom Allgäu in Richtung München. Förg hat nach dem kleinen „Einbruch“ wieder ihren direkten, liebenswerten, gut lesbaren Stil zurück gewonnen.

5/5

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06 – Nachtpfade

Am Ufer des idyllischen Soiener Sees wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Weinzirl, ein Mann mit Faible für Weißbier und Schweinsbraten und einer Schwäche für die falschen Frauen, und Kollegin Evi Straßgütl ermitteln. Sie stoßen auf verstockte Dorfbewohner, gar nicht waidgerechte Jäger und bauernschlaue Waldbesitzer, die sich in einem Netz aus Andeutungen und Halbwahrheiten verfangen. Musste die junge Frau sterben, weil sie die ungehörige Angewohnheit hatte, die Nacht zum Tag zu machen, und vielleicht etwas sah, was sie besser nicht gesehen hätte?

Waldbauern, Jäger und vermeintliche Bauernschläue kennzeichnen den sechsten Teil um Weinzirl und Straßgütl. Flüssig zu lesen, aber wieder etwas verloren in so mancher Rückblende.

3/5

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07 – Hundsleben

Im Allgäu hat es jemand auf Hunde abgesehen! Nach einem perfiden Anschlag auf etliche Vierbeiner des Tierschutzhofes wird Kommissar Weinzirl zu dem Gut Sternthaler im Pfaffenwinkel beordert. Handelt es sich um die Tat hundehassender Nachbarn? Wenig später wird auf einer Vernissage in der Bayerischen Vertretung in Berlin die Inhaberin des Hofes, eine bekannte Künstlerin, erschlagen aufgefunden. Gemeinsam mit seinem Berliner Kollegen Reber ermittelt Weinzirl in alle Richtungen und entdeckt bald, dass es beim Tierschutz zugeht wie in einem Haifischbecken …

Im siebten Teil wandern die Schauplätze zwischen Bayern, Berlin und Rumänien. Verwicklungen der internationalen Kunstszene mit Hundeschützern machen diesen Teil wieder zu einem Volltreffer.

5/5

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08 – Markttreiben

Seit dem Beginn von Dreharbeiten befindet sich die Marktgemeinde Peiting in hellem Aufruhr: Die eine Hälfte der Bewohner sieht sich schon als neue Stars, die andere wettert gegen die dünne Story und die dummen Bayernklischees. Dann wird Leo Lang, Mitglied beim Burschenverein und glühender Verehrer der Filmcrew, erwürgt aufgefunden. Er sollte das Equipment der Filmleute bewachen – doch die teuren Kameras sind weg. War es ein Raubmord? Kommissar Gerhard Weinzirl muss tief hinein – in einen geheimen Stollen im Ammertal und den Affärensumpf in der so harmlos wirkenden Voralpenidylle.

Der achte Teil liest sich wieder fließend im typischen Förg-Stil. Weinzirls Seelenleben fährt wieder mal Karussell. Diesmal führt es Weinzirl sogar nach Südafrika … zusammen mit Jo Kennerknecht.

4/5

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09 – Donnerwetter

Eine Wasserleiche aus dem Lechsee führt Gerhard Weinzirl und Evi Straßgütl auf den Auerberg und mitten hinein in eine Welt von seriösen Wissenschaftlern, dubiosen Experten und esoterischen Sonderlingen. Was geschah am Fuße jenes mystischen Berges, den Keltenfanatiker als Heiligtum sehen? Musste der Mann sterben, weil er eine wissenschaftliche Sensation entdeckt hat? Etliche Weißbier später wähnen sich Gerhard, Evi, Jo und Baier den Antworten auf diese Fragen schon deutlich näher – doch dann kommt alles ganz anders …

Römer oder Kelten? Ja was denn nun? Im bisher letzten Teil geht es um Archäologie und Esoterik. Weinzirl kommt seiner alten Heimat wieder sehr nah. Am Rande des Ostallgäus gelegen, spielt sich ein großer Teil der Handlung ab. Förg schreibt wieder ihren gut zu lesenden Stil. Spannend wie eh und je.

5/5

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Fazit:

Eine von vorne bis hinten bestens zu lesende, liebenswerte Serie um den Protagonisten Gerhard Weinzirl. Anfangs beheimatet im Allgäu, wandeln sich die Schauplätze ab der Mitte der Reihe ins bayrische Oberland um Weilheim. Seine Verwicklungen zum weiblichen Geschlecht sorgen ein ums andere Mal für ein genüssliches Schmunzeln bei der Leserschaft. Die bewährten Mitstreiter Kennerknecht, Straßgütl, Baier, Reber & Mel, die immer wieder in den Romanen auftauchen, sorgen in gleicher Weise für seelische Verwirrungen bei Weinzirl, als auch für Lachfalten bei den Lesern. Alles zusammen in Verbindung mit genügend Lokalkolorit macht diese Reihe zu einem schönem Lesevergnügen.

 

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