Buch: Brett McBean – Die Bestien


Die BestienJim kommt frisch aus dem Gefängnis und fährt auf dem Motorrad durch’s Land. Dabei kommt er nach Billings und kehrt auf der Suche nach einer Erfrischung und einer Bleibe für die Nacht in der dortigen Bar ein. Die Ablehnung der Bewohner des Städtchen dem Fremden gegenüber ist deutlich zu spüren. Doch dann wird er Zeuge, wie ein junges Mädchen geschlagen wird und geht dazwischen. Eine Hetzjagd beginnt, bei der es kaum Überlebende geben wird…

Eigentlich geht es bei Brett McBean gar nicht um die Jagd an sich und den lieben Jim, den das ist im Grunde nur der Rahmen für die eigentliche Geschichte. Hauptdarsteller ist eine alte Blechdose mit stinkendem Inhalt, die irgendwann jeder haben möchte – und doch jeder fürchtet. Scheint zu Beginn alles noch recht durchsichtig zu sein, kommt es im Laufe des Buches zu immer mehr seltsames Zusammenhängen, die nicht mehr einwandfrei erklärt werden, so dass der Leser mit einem kleinen – oder auch etwas größerem – Fragezeichen zurückbleibt. Da McBean eigentlich für unerwartete Ausgänge seiner Geschichten bekannt ist, erwartet man auch hier etwas, mit dem man nicht gerechnet hat. Zum Teil wird der Leser da auch nicht ganz enttäuscht. Andererseits sind da eben die Erklärungslücken, die einen fragend zurücklassen und schließlich auch den Spaß am Buch nehmen. Man erwartet sich eine Begründung für gewisse Handlungen und Wendungen, die man jedoch nie erhält. Das macht das Buch auch zu einem nicht ganz gelungenen Horrorstreifen.

Wer sich eine spannende Erzählung über die angedeutete erhofft, wird recht bald enttäuscht. Man erfährt zwar einiges über Billings und auch über eine Hütte im Wald, die als Kommandozentrale für Jagden und andere unschöne Machenschaften gilt. Was fehlt ist aber der Ausbau genau dieser Berichte und der Jagd selbst. Nur kurzzeitig flammt immer wieder Spannung auf und die Hoffnung, dass jetzt diese schönen beklemmenden Beschreibungen kommen. Stattdessen geht es weniger um die Jagd auf Menschen, vielmehr um die Jagd nach der Dose, die irgendwie immer dabei ist und doch nie da, wo sie eigentlich sein sollte.

Man darf sich von „Die Bestien“ nicht zu viel erwarten. Es ist nicht das Glanzstück von McBean, der sonst als ganz passabler Horrorautor bekannt ist. Vielmehr hat man das Gefühl, dass er entweder zwei Plot miteinander verbunden hat, oder irgendwann keine rechte Lust mehr zur Ausarbeitung eines kompletten Plots hatte. Beides ist sehr schade, denn so wird der Geschichte viel genommen. Leider wird auch nicht stark genug ausgearbeitet, wie Menschen zu Bestien mutieren, wie abscheulich sie agieren können und wie psychopatisch sie veranlagt sind.

Für Einsteiger in das Horrorgenre und in McBeans Schreibe ist das Buch ein guter Start. Für richtige Fans jedoch weniger ein Lesevergnügen, die Langeweile holt einen zu schnell ein und die Unstimmigkeiten lassen einen sehr unbefriedigt zurück.

2/5

Brett McBean – Die Bestien
Festa Verlag, 2012
354 Seiten
Taschenbuch: 13,95 €
Ebook: 4,99 €
Amazon
Festa Verlag

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