Test: Social Content Plattform Juptr


Juptr als Social Content Plattform, die den Usern ermöglicht ganz viel zu tun. Neben dem Newsfeed, der in Themenfelder aufgeteilt ist (beispielsweise Politik, Sport, Haus & Garten o.ä.), kann man eigene Artikel erstellen, Artikel teilen, Quellen sperren, natürlich alles auf anderen Plattformen teilen und sogar mit Freundin diskutieren. Es gibt viele Möglichkeiten, sich auszutauschen und Informationen zu bekommen, wodurch die Plattform als solche relativ interessant wird. Nach ein paar Klicks hat man sich auch recht schnell in alles eingefunden – und scrollt und scrollt und scrollt. Newsfeeds haben immer diese Unendlichkeitsfunktion, bei der man sich den sprichwörtlichen Wolf scrollt. Hier kommt auch schon die erste Kritik, die Usability stimmt einfach nicht. Was einfach aussieht, ohne viel Schnickschnack und überflüssige Buttons, entpuppt sich schnell zur zeitraubenden Seite. Entweder man scrollt sich die Finger wund, bis man ist, wo man hin will, oder man benutzt das Menu an der rechten Seite, das immer eingeklappt ist – warum eigentlich? Ein kurzer Ausflug zum Menu: Die rechte Seite ist ebenso wie das linke Pendant total leer und lässt viel Platz für das spartanische Menu. Dass es trotzdem die ganze Zeit eingeklappt ist und nicht einfach als praktischer Seitenframe mitläuft, ist unpraktisch. Zurück zum Scrollen – das hier das große Thema ist, mich aber auch sehr beschäftigt hat. Ich kann kaum sortieren. Der Newsfeed erschlägt mich und unterscheidet sich kaum von anderen Angeboten. Eine Sortierung ist nicht möglich und wenn ich im ausgewählten Themengebiet bin, gelange ich nur durch nerviges Scrollen oder mehrere Klicks auf ein anderes. Warum hat man hier nicht die Seitenframes genutzt und lässt hier die ausgewählten Themengebiete erscheinen, so dass der User nur noch einen Klick für den Wechsel benötigt?
Nächster Kritikpunkt ist die Zusammenstellung. Bei drei ausgewählten Themengebieten, wird mir aus unerfindlichen Gründen immer „Sport“ an erster Stelle mit großem Bild angezeigt, dann folgen zwei kleinere aufgeteilt in Stars und Politik. Die darauf folgende Auflistung aus 12 kleinen Ergebnissen, ist lachhaft. Von 15 Artikeln werden mit gerade einmal drei aus dem Bereich Politik angezeigt, wobei ich davon einen nur mit der viel Wohlwollen als „Politik“ ansehen kann. Der Rest ist aus dem Stars-Channel. Wie nutzlos.
Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass bestimmte Webseiten anscheinend stark bevorzugt werden. Nicht unbedingt die besten und seriösesten Quellen. Zwar kann ich eine Quelle sperren, aber das hilft auch nicht so viel weiter. Feeds namhafter Zeitungen beispielsweise werden sehr stiefmütterlich behandelt und tauchen teilweise überhaupt nicht auf.
Auch kann man nicht einfach so nach oben springen, sondern muss entweder händisch nach oben scrollen oder bis zum Ende eines Newsblocks, wo endlich der „Top“-Button auftaucht.
Warum lässt man zwei so große, breite Frames leer und ungenutzt?

Man kann eigene Foren anlegen und Diskussionen mit Freunden beginnen. Das ist zwar eine nette Funktion, aber geht stark unter durch die auffälligen Mängel der Seite. Vor allem: Mit wem sollte ich den diskutieren und wer hat überhaupt Zugriff auf dieses Forum oder wie kann ich in ein anderes, bereits vorhandenes Forum wechseln? Fragen über Fragen, unbeantwortet. Ein schnelles effektives Nutzen der Seite ist nicht möglich. Vielmehr muss man sich sehr mühsam in Juptr einfinden und mit Try & Error ausprobieren, was wie warum geht. Vieles geht eben nicht, vieles ist viel zu umständlich.

Juptr empfehlen? Nein, das kann ich leider nicht. Es ist eine gute Idee, die sich allerdings kaum gegen Konkurrenten durchsetzen kann, wenn man nicht ganz schnell ganz viel investiert, um die Usability zu verbessern. Das Internet ist schnelllebig, man nutzt solche Angebote, um eben schnell an gefilterte Informationen zu kommen. Die Auswahl der Medien, aus denen die Feeds gezogen werden, ist mau und teilweise sehr seicht. Da findet man schneller etwas, wenn man bei Google die News-Seite durchsucht.
Schade.

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