The Hamburg Blues Band – Village in Habach – 02.10.2016


Das Village muss man kennen, sonst kommt man nicht hin. Trotz des beleuchteten Schildes am Straßenrand, wagt man sich nur den Berg vor Habach hinunter, wenn man wirklich einen Grund hat und weiß, wo man hin will. Das Village ist Endstation, weiter geht der Weg nicht, der in einem Parkplatz mündet. Aber die kleine Musikkneipe ist bekannt und hat eine große Fangemeinde, die zu schätzen weiß, was Dieter Übler dort auf die Beine gestellt hat – und immer noch mit viel Elan stemmt.

Am Sonntag, den 02.10. geht es für uns nach Habach, den schmalen Weg hinunter zum Village. Die Plätze sind begrenzt, aber man setzt sich gerne zu Fremden an den Tisch, die schnell zu Bekannten werden. Die Atmosphäre ist wie ein Zuhause, wie ein Wohnzimmer – und so fühlen sich Publikum und Band gleichermaßen wohl. Die Band, die heute Abend auf der schmalen Bühne steht, sind alte Bekannte: The Hamburg Blues Band.

Begrüßt werden die Musiker stilecht mit „Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins“, das gleich mitgesungen wird. Gert Lange ist bester Laune und haut in die Saiten, legt los in bester Bluesmanier und hat sofort alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Klar, wenn Gert ruft, wissen die Zuschauer, viele darunter treue Fans, was sie erwartet und dass sie sich auf einen tollen Abend einstellen können. Und genau so kommt es auch.

Man muss zwar zugeben, dass die Bühne ziemlich klein ist für die Show, aber das Quartett arrangiert sich damit recht gut. Michael „Bexi“ Becker, unter anderem bekannt von der deutsch-britischen Rockband Lake, steht am linken Rand. Während ich noch überlege, ob er richtig aufdrehen kann, belehrt er mich eines Besseren. Wie konnte ich zweifeln? Es gibt nicht zu wenig Platz oder zu enge Bühnen für den Spitzen-Bassisten, der nur eins will: Die vier Saiten seines Instruments ordentlich zupfen und Spaß haben! Bexi möchte gar nicht in den Vordergrund und hat es auch gar nicht nötig, sich zu profilieren. Er weiß, was er kann und stellt es jedes Mal aufs Neue unter Beweis. Das Publikum weiß den Bassisten zu schätzen, ebenso seine Backgroundgesangseinlagen.

Schlagzeuger Hans Wallbaum hat bereits so oft und für so viele Größen seine Felle geschlagen, dass es diesen Artikel sprengen würde, alle aufzuzählen. Der Drummer ist bekannt und beliebt, trinkt gerne ein Gläschen Rotwein beim Gig und gibt restlos alles. An diesem Abend leidet das Schlagzeug ein bisschen und muss zwischendurch kurz einer kleinen Reparatur unterzogen werden. Dann geht es aber umso heftiger weiter.

Ein kleines Goldstück hat die Hamburger Blues Band seit Anfang des Jahres in ihren Reihen. Der Gitarrist Krissy Matthews könnte leicht einer der Söhne der restlichen Bandmitglieder sein, was jedoch nicht der Fall ist. An der Gitarre ist er bereits mit seinen jungen Jahren ein wahrer Gott. Flinke Finger, ein gutes Gespür für Rhythmen und natürlich mit dem Blues im Blut. Er lebt, was er spielt, geht auf der Bühne voll ab und bringt immer wieder sein Können in Soli ein.

Nach der Pause kommt noch ein ganz besonderer Gast auf die Bühne und komplettiert die HHB. Sie ist eine absolute Rockröhre, hat mit Stone the Crows Erfolge gefeiert und ist immer noch unermüdlich auf der Bühne. Maggie Bell schmettert ihre Textzeilen ins Mikro, flirtet mit dem Publikum, gibt der Band genug Raum, mehr als nur schmückendes Beiwerk zu sein und ist eine Persönlichkeit, die live bombastisch ist. 71 Lenze zählt sie schon, doch davon merkt man rein gar nichts, wie Bell so auf der Bühne steht, lacht, singt und einfach gute Stimmung verbreitet. Gerne auch am Ende mit einem Kylie Minogue Cover, bei dem das Publikum gerne mitsingt.

Es ist ein gelungener Abend mit einigen Zugaben – und wenn es nach den Anwesenden geht, könnte die Hamburg Blues Band noch Stunden weiterspielen.

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