CD: microClocks – Opinions are on sale


microclocks-opinionsmicroClocks – Nachdem ich vor ein paar Wochen den neuesten Geniestreich Soon before Sundown hier in meinem Review sozusagen fast in den Himmel gehoben habe, und mir durch ein freundliches Helferlein der Vorgänger dessen, Opinions are on sale, zugesandt wurde, war ich doch aufs Äußerste gespannt, ob die Qualität der neuen Scheibe nur eine Steigerung aufgrund von Erfahrung war, oder ob auch schon der Vorgänger diese Güte bieten würde.

Seit gut drei Wochen läuft die Scheibe der Jungs aus NRW nun bei mir in quasi Dauerrotation und was der Eindruck von Soon before Sundown versprochen hatte, wird vom Vorgänger absolut bestätigt.

Los gehts mit einem düsteren Elektro-Intro von „Hyperion“. Nach gut einer halben Minute setzt die Gitarre ein und kurze Zeit später ertönt die düstere markante Stimme aus den Boxen. Heiligs Blechle … geht das schon wieder schmissig los. Gleich den ersten Track könnte man als Tanzflächenfüller festtackern. Song Nummer zwo, der Titeltrack des Albums, „Opinions are on sale“ beginnt etwas verstörend mit einem tangoartigen Keyboardrhythmus, aber schon nach kurzer Zeit schwenkt die Nummer um ins bewährte Fahrwasser aus Gitarre und Keyboards und setzt sich wie schon fast erwartet hinter den Trommelfellen fest. Track drei – „Revolution“ – fängt leise an, fast als schnelle Ballade, aber schon nach etwas mehr als einer halben Minute schreit die Gitarre erneut nach Aufmerksamkeit und der Refrain ertönt schön krachig. Abwechselnd, die Strophen im reduzierten Stil, Refrain und Bridge in schönster Marilyn Manson-Manier mit Schmackes – so muss das sein und so klingts auch sehr genial. Numero vier „Is anybody out there“ war ja bekanntlich im Jahr 2011 auf Platz 8 in den Deutschen Alternativ Charts plaziert. Eine sehr schöne gitarrenbetonte Powerpopnummer, die den Vergleich mit Depeche Mode, der seinerzeit durch die BILD-Zeitung in den Ring geworfen wurde, wahrlich nicht zu scheuen braucht. Einfach nur eingängig und klasse. Streicher aus den Synthies, eine akustische Gitarre und eine klasse dunkle Stimme … mehr braucht der folgende Song „Do you…?“ nicht, um mich und einige andere Mithörer zu überzeugen. Elegisch beginnt das Keyboardintro in Zusammenarbeit mit der Stimme der folgenden Nummer „What happens“. Fast würde man meinen, eine Power-Ballade steht auf dem Programm, aber nach einer knappen Minute gehts in bewährter Manier los und es wird Gas gegeben. „All Eyes on you“ beginnt mit düsteren Klängen, die aber nur gut eineinhalb Minuten dauern, bevor der Gaul abgeht wie Harry. Das darauffolgende „New World Order“ hat zu meinem Nachteil einen Rhythmus, den ich selber nicht so gern höre. Ich bezeichne das immer als Vorwärtstakt. Da aber mein Eindruck nicht vorherrschend für die Allgemeinheit ist, kommt die schnelle Nummer bei einigen meiner Mithörer durchaus sehr gut an. Flächige Keyboards und filigrane Pianoklänge bilden den Einstieg zu „The Wanderer“, einer Suite, die sich über mehr als sieben Minuten streckt. Düstere Grundstimmung und teilweise gesprochene Textpassagen wechseln sich gekonnt mit der darüber schwebenden Sologitarre, die sich bestens auf einem Pink Floyd-Album Mitte der Siebziger machen würde ab. Wow … ist dieser Song genial. „The Spirit that denies“ – der letzte Track des Silberlings – bildet den würdigen Abschluss einer klasse CD. Eine schrappende Gitarre mit darüber gespielten Melodienbögen bilden einen düsteren Rahmen und schaffen einen Song, der auch von den Schweizern Yello stammen könnte. Ähnlich schnell gesprochene Textparts, wie sie sonst nur noch Dieter Meier auf äußerst geniale Weise zustande bringt. Meine Favoriten dieser Scheibe sind „Hyperion“, „Revolution“, „The Wanderer“, und eventuell noch „The Spirit that denies“, was aber den anderen Liedern der Scheibe keinerlei Abbruch tut.

Alles in allem beinhaltet Opinions are on sale zehn Tracks, die zwar auf eine ähnliche Art und Weise gestrickt wurden, aber trotzdem Song für Song eine Abwechslung bieten, die die Scheibe zu einem Kleinod in jeder Musiksammlung machen. Ich muss zugeben, dass ich zu früh als Discjockey aufgehört hab. Wenn ich heute noch auflegen würde … beide CDs würden bei mir im Hautprogramm rauf- und runtergespielt werden. Im direkten Vergleich der beiden CDs kann ich keinen Favoriten ausmachen. Zu gut sind beide Scheiben von microClocks. Ähnlich und doch grundverschieden. Beide landen in meiner Favoritenliste.

5 von 5  (wahrlich verdient ….aber mehr ist hier nicht möglich)

microClocks – Opinions are on sale
Label: Artists Station Records / Echozone
CD: 19,99 €
Amazon:
microClocks: Homepage

Tracklisting:
01 – Hyperion
02 – Opinions are on sale
03 – Revolution
04 – Is anybody out there
05 – Do you…?
06 – What happens
07 – All Eyes on you
08 – New World Order
09 – The Wanderer
10 – The Spirit that denies

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