CD: Blackfield – Blackfield V


Steven Wilson und Aviv Geffen haben es wieder getan! Gemeinsam bringen sie ihr mittlerweile fünftes Album auf den Markt. Der Fronter von Porcupine Tree Steve Wilson und der israelische Popmusiker Aviv Geffen arbeiten bereits seits 2004 immer wieder zusammen und produzieren in unregelmäßigen Abständen feine Alben. Was Blackfield V zu bieten hat, haben wir uns angehört.

„A drop in the ocean“ ist eine wunderschöne, klassische Ouvertüre. Natürlich kann man hier einen guten Einstieg erkennen. Die Welt und den Alltag zurücklassen, auf dem Sofa liegen und entspannen. Gleich geht’s los. Und zwar mit „Family Man“. Ein ruhiger Song, der langsam dahin schwimmt, ohne in meinen Augen ein wirkliches Highlight zu sein. Man skipt ihn trotzdem nicht weiter, weil er etwas Hypnotisches hat. Ebenfalls ruhig beginnt „How was your ride“, das diese Frage sehr gefühlvoll stellt. Bei „We’ll never be apart“ wird spätestens klar, dass es sich um eine ruhige, sehr melancholische Platte handelt. Die Texte sind nachdenklich, die Melodien ruhig, getragen. Beim vierten Song erinnert der Beginn kurzzeitig an Aphrodite’s Child „The four horsemen“, aber auch diese Assoziation verfliegt schnell wieder. „Sorrys“ beginnt mit schöner Gitarre, da braucht es auch nichts anderes dazu. Gesang, Gitarre und fertig ist der Song. Der Refrain bedient sich dann zwar mehrerer Instrumente, bricht aber nicht aus. Es ist kein Album, das man in depressiver Stimmung hören kann, ohne weiter runtergezogen zu werden, aber es passt zum Regen. Eigentlich die richtige Scheibe für den Herbst, wenn die Blätter fallen und es draußen kalt und trüb wird. „Life is an ocean“ wird etwas heller, anders kann ich es nicht beschreiben. Es ist so eine Art Mutmach-Song, der immer noch langsam und traurig klingt, aber melodiöse Hoffnung in sich trägt. Keine schlechte Hommage an das Leben. „Lately“ schlägt völlig aus der Art, es ist fast schon ein rockiger Song, der endlich mal schneller wird und mehr Power auf das Album spült. Aber schon die nächste Nummer, „October“, ist wieder langsamer, aber auch nicht ganz so depressiv, wie die ersten Songs. Man kann also eine kleine Entwicklung erkennen, wenn man das Album einmal in Ruhe komplett durchhört – entweder nebenbei als Hintergrund oder ganz bewusst. Ein Lied, das „The Jackal“ heißt, kann weder zahm noch ruhig sein. Für Blackfield-Verhältnisse powert die Nummer zu Beginn auch und immer wieder während des Refrains. Die Nummer hat Potential, man geht schnell mit der Musik mit. Eine rein instrumentale Nummer ist „Salt Water“. Es fällt auf, dass das Album nicht schneller werden möchte. Wenn es mal etwas härter zur Sache geht, kommt im Anschluss wieder der ruhige Ausgleich. Auch die Kraft zu Beginn von „Undercover Heart“  lässt sogar während der Nummer immer wieder nach. „Lonely Soul“ ist erstmal ein klassischer Alt-Pop-Song. Mir geht irgendwann das ständig wiederholte „Lonely Soul“ auf die Nerven, das ist mir zu viel. Hier gibt es mal weiblichen Gesang, ein bisschen Pop der 1990er. Nicht meine Nummer. Auch der letzte Song, „From 44 to 48“ ist eine ruhige Popnummer aus dieser Zeit. Das klingt jetzt vielleicht etwas abwertend, ist es aber gar nicht mal, denn diese Nummer wiederum, finde ich richtig gelungen.

Blackfield V knüpft an die Anfangsalben des Duos an. Es ist ruhig, melancholisch, ein Blick auf die Texte lohnt sich auf jeden Fall. Diese sind nachdenklich und beschreiben das Leben an sich in vielen Facetten. Eine schöne Zusammenarbeit, laut Geffen und Wilson ist es sogar die beste Zusammenarbeit. Was man auch unbedingt anführen muss: kein geringerer als Alan Parsons hat bei ein paar Songs, die über 18 Monate hinweg in Tel Aviv und London aufgenommen wurden, mitgemischt.

4/5

Blackfield – Blackfield V
Kscope, 2017
CD: 13,99 €

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