CD: Sober Truth – Locust Lunatic Asylum


Die deutsche Thrashmetalband Sober Truth hat vor Kurzem ihren dritten Longplayer veröffentlicht. Mit Locust Lunatic Asylum feiern die Siegburger ihr Zehnjähriges – und das wird ein rauschendes Fest.

Während das Intro noch sehr langsam, ruhig und sphärisch klingt, kann man beim zweiten Song „Leave the Locust in the Lunatic Asylum“ nichts mehr von dieser Ruhe finden. Ein eingängiges Riff eröffnet den Song, der schließlich in einem wunderbaren Growling mündet. Es gibt hier einen schönen Refrainteil, der einem im Ohr bleibt. Zum einen ist er klar gesungen, zum anderen steckt viel drinnen. Akzeptiere die Stille, ist das nicht mal ein schöner Ansatz? Er zeigt gleichzeitig die Tiefe von Sänger und Texter Torsten Schramm(stein). „Paragon“ ist die Nummer zum Bangen, in einem zwar relativ langsamen Rhythmus, aber für den Einstieg und das Aufwärmen der Nackenmuskeln ist das recht lange Intro ganz gut geeignet. Allerdings bleibt es nicht, mit dem Gesang setzt die Härte ein, wird der Text kraftvoll ins Mikro gerotzt und was vor allem hängenbleibt, ist das ständig wiederholte „Feel“. Für Gitarrenfans gibt es einen schönen Solopart. „Murphys Law“ haut mal voll rein, erst auf die Drums, dann in die Saiten. Das ist ein Song, den man gerne live erleben möchte, auf einem Festival am besten. Musik an, Welt aus, Kopf schütteln und sich einfach gehen lassen. Da kann man dann auch mal schnell überhören, dass Schramm singt: „Have you ever asked for, what it is that hunts you […] it’s more evil, it’s the world“. Darüber denken wir mal kurz nach – oder lassen es lieber und geben uns der Musik hin. Schramm versteht es, nachdenkliche Texte zu schreiben, die musikalisch ins Ohr gehen, textlich ins Gehirn oder auch ins Herz. Da kann man viel nachdenken.
Das Intro zu „Powergenerator“ lässt dazu allerdings nicht allzu viel Zeit, denn das bringt einen musikalisch auf eine ganz andere Ebene. Mir ist der Song allerdings nicht ganz so eingängig wie andere Stücke der Platte. Nicht, dass es schlecht oder langweilig wäre, aber mehr als das „Run“ des Refrains bleibt einfach nicht hängen. Wobei man sagen muss, dass dieses „Run“ mit viel Drums und Bass untermalt wird, die das Gefühl des Rennens stark verdeutlichen. Nachdem man nun weggelaufen ist, steht man wieder auf. „Welcome to Majula“ hat einen sehr eingängigen Refrain, in dem das „I rise again“ vor allem im Ohr bleibt. Ein gutes Riff unterstützt den Gesang sehr gut und gibt noch mal richtig Power in die Nummer.
Um Feinde geht es bei „My Enemy“. Das Lied ist bisher am allermeisten gelaufen, weil ich das gebrüllte „My Enemy“ einfach toll finde. Das kann man auch ruhig mal richtig mitbrüllen. Natürlich steckt ein bisschen mehr drinnen, auch musikalisch eine schnellere Nummer, die man gut mitrocken kann. Zwischendurch auch für die Gitarrenfans gute Sequenzen. „Layer of Self“ ist dann wieder so eine Nummer, die hört man live und liebt sie. Weil man dazu einfach mal gut abgehen kann. Ein etwas hüpfender Rhythmus, der mir sehr gut gefällt, zieht voll mit. Dagegen kann man sich nicht wehren. Fast anderthalb Minuten lang hat man ruhige, lauernde Musik und die tiefe Stimme von Schramm, dann geht es aber los. „Procrastination“ spart nicht an kräftiger Gitarre und schließlich geht es auch etwas schneller zu Sache. Ein guter Song, der durch Abwechslungsreichtum glänzt und da wirklich viel zu bieten hat. „Cold Chapter“ schreit mal wieder ordentlich den Text aus den Boxen. Eine recht einfache Melodie, die absolut ausreichend ist und erst zum Refrain hin an Spielfreudigkeit gewinnt. Eine gute Nummer, die man sich gerne auch mal laut anhört.
Den Abschluss bildet „Sober“ mit der Aufforderung, etwas Großes zu kreieren. Dann mal los. Der schnelle Rhythmus ist auf jeden Fall gut gewählt und bildet einen würdigen Abschluss für das Album.

Sober Truth können mit ihrem neuen Longplayer auf jeden Fall an die vorangehenden Veröffentlichen anknüpfen. Die Songs gehen ins Ohr und die Scheibe bietet viel Abwechslung und einiges an textlicher Tiefe.

5/5

Sober Truth – Locust Lunatic Asylum
Taktart, 2017
Sober Truth – Locust Lunatic Asylum CD: 8,29 €

Tracklisting:
Intriduction
Leave the Locust in the Lunatic Asylum
Paragon
Murphys Law
Powergenerator
Welcome to Majula
Collapse
My Enemy
Layer of Self
Procrastination
Cold Chapter
Sober

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