CD: The Pussybats – Indestructible


The Pussybats, ihres Zeichens eine deutsche Alternative Gothic Rock Band, haben es wieder getan: Sie waren im Studio und haben ihr drittes Studioalbum Indestrucible veröffentlicht. Was erwartet den geneigten Hörer? Nun, so viel sei gesagt, wir finden es etwas ruhiger als den Vorgänger, aber das muss ja nichts Schlechtes sein.

Beginnend mit „One Last Night“ setzt das nervige Gepiepe ein, das einen sofort an Grey’s Anatomy erinnert, wenn mal wieder einer draufgeht. Aber es passt zum Herz auf dem Cover. Der Song ist mir etwas zu ruhig und es scheint fast so, als würde sich die Band selber ausbremsen. Da könnte mehr Rock drinnen sein. „Silver Bullet“ kennt man bereits seit Dezember vom gleichnamigen Videoclip. „I know“ hat so einen herrlichen Elektronikanfang, der sich dann in Gitarrensound wandelt und in den Hintergrund tritt. Auch hier wird schnell klar, dass die Band ruhiger geworden ist. Aber warum nur? „Pure Crystal“ begnügt sich ebenfalls mit ruhigeren Klängen. Hier bricht mir der Gesang ein bisschen zu sehr aus. Da scheint nicht alles ganz rund zu sein, zumindest störe ich mich beim Hören an den Strophen. „Dancing with myself“ ist ein kleiner Ohrwurm. Da singt man schnell den Refrain mit und bekommt glatt gute Laune. „Dead by Dawn“ hat einen guten Start, wird dann wieder ruhiger und gibt wieder ein bisschen mehr Gas, wenn es zur Bridge geht. Hier gibt es auch kleine musikalische Spielereien. „No more Frollein Nightmare“ beginnt klasse! Ein gutes Midtempo, das sich durchzieht und einen sehr eingängigen Rhythmus gewinnt. Ein bisschen angelehnt an „Hit the road, Jack“, hat man schnell einen Klassiker im Ohr, den man auf jeden Fall mitsingt und vielleicht mittanzt. Super Nummer!
„Hell is freezing“ hat wieder einen eingängigen Takt, mehr aber leider auch nicht. „Snow White Rose Mary“ ist die längste Nummer der Scheibe und hat gegen Ende kurz die Gitarre in den Vordergrund gestellt. Schöner Part. „Alive“ könnte der Mitsingsong werden, der es sogar in jede Kneipe schaffen würde. Leicht, locker, springend, einfacher Text. Passt. „Beat of Darkness“ geht dann wieder in eine andere Richtung und hat einen Rhythmus, in den man nur schwer reinfindet. Mal schnell, mal langsam, mit Unterbrechungen. Mit der Nummer werde ich gar nicht warm. „Devil’s Bay“ überzeugt dafür schon mehr. Eine kleine Tanznummer, die Spaß macht. Der Titelsong am Schluss. „Indestructible“ ist die Ballade des Longplayers, langsam, getragen, ernst. Die Nummer hat viel Potential.

Mit der neuen Scheibe sind The Pussybats in meinen Augen einen Schritt zurückgegangen. Sie sind ernster und langsamer geworden. Wenn ich mir beispielsweise den Vorgänger Pussypussybangbang anhöre, fällt auf, dass Härte fehlt, der Nachdruck in Gesang und Melodie. Ist das gut oder schlecht? Schwer zu sagen, auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Indestructible wird nicht meine Lieblingsscheibe werden, aber alles in allem ist es ein ganz passables Album, das man sich mal anhören kann und auf dem man sicherlich mindestens eine Nummer findet, die gefällt. Für den Abwechlsungsreichtum innerhalb der Songs gibt es einen Punkt obendrauf.

4/5

The Pussybats – Indestructible
Eternal Sound Records, 2017
CD: 17,80 €

Tracklisting:
One Last Night
Silver Bullet
I Know
Pure Crystal
Dancing with Myself
Dead by Dawn
No More Frollein Nightmare
Hell Is Freezing
Snow White Rose Mary
Alive
Beat of Darkness
Devil’s Bay
Indestuctible

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