CD: Confess – Haunters


Informationen über die Band Confess zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Anscheinend ist Confess ein recht beliebter Bandname und es bedarf der Addition eines Landes, um die richtigen zu finden, schließlich haben der Iran, Chile und Schweden eine solche Band hervorgebracht. Hier geht es um die Schweden, die sich 2008 zusammengefunden haben, 2010 ein Demotape herumreichten und über die man so wahnsinnig schwer Infos kriegt. Confess gehören in die Hard Rock-Schiene und beweisen das auch in ihrem aktuellen Album Haunters.

„Irony“ ist ein gitarrenlastiger, ruhiger Einstieg in die Scheibe, selten, aber gut und zur Mitte hin durch das Einsetzen der Drums an Fahrt gewinnend. Das ist ein guter Anfang für ein Album, das weiterführend – und ohne erkennbaren Wechsel zum zweiten Song „Strange Kind of Affection“ – in der Hard Rock Schiene bleibt. Satte Gitarren, die immer wieder in den Vordergrund treten und den Ton angeben. „Stand your ground“ ist eine Mitsinghymne, die durch ihr „Oh oh oh“ zum echten Livekracher werden könnte. „Rats“ hat etwas Kämpferisches, Wildes in sich, ohne wirklich auszubrechen. Dafür hätte ich bei „Haunting you“ etwas Bedrohliches erwartet, der Song aber ist relativ ruhig und geht eher in eine andere Richtung. Schön ist, dass es bei 14 Songs auf dem Longplayer nicht langweilig wird und Confess hier immer wieder Abwechslung reinbringen. Es wird sogar elektronisch, was im ersten Moment so gar nicht zum sonstigen Stil zu passen scheint. „Talia“ beginnt so, geht  zu einem Gitarrensolo über und bleibt auch wieder im Hard Rock-Stil. „How could I let you go“ mit Klavier (lasst es ein Keyboard sein, das ist mir persönlich egal, denn es geht um den Klang) und als traurige Ballade von Liebe und Schmerz. Gehört sowieso auf jedes Album und hat auch hier seinen Platz gefunden. Eine gute Nummer, die viel Potential hat, keine Ausreißer birgt und einfach alles richtig macht. Kann man auch im Radio spielen, kann man auch immer wieder hören, bei Liebeskummer und Regen. Das folgende „Animal Attraction“ ist wieder eine solide Rocknummer. Das sind die 1980er Jahre, die hier hervorstechen und anscheinend Inspiration waren. In diesem Jahrzehnt wären Confess nicht weiter aufgefallen und hätten sich gut in die Reihen der damaligen Größen eingegliedert. Es geht weiter mit „I won’t die“, das wieder ruhige, balladeske Parts vorweist, „Lady of the night“ im guten, satten Rocksound, „Tonight“, das sehr sphärisch – und kurz – ist. „Let the show go on“ als Midtemponummer, die das Album füllt. Nicht der Hit überhaupt, aber passt ganz gut auf die Scheibe und zeigt den Abwechslungsreichtum von Confess. „Eye to eye“ schließt sich an, bevor es dann mit „Vittring“ zum Finale geht, das viel Power hat, ein bisschen an Queen erinnert und ein guter Abschluss für den Silberling ist.

Confess schaffen es, die 1980er musikalisch wieder aufleben zu lassen und haben mit Haunters ein solides Album auf den Markt geschmissen, das den alten Rockern wirklich Spaß machen dürfte. Reinhören und feiern, ein bisschen in den Erinnerungen schwelgen und die Luftgitarren auspacken!

5/5

Confess – Haunters
SG Records, 2017
MP3: 8,89 €
CD: 27,04 €
Amazon:

Tracklisting:
Irony
Strange Kind of Affection
Stand our ground
We are the Rats
Haunting you
Talia
How could I let you go
Animal attraction
I won’t die
Lady of night
Tonight
Let the show go on
Eye to eye
Vittring

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