CD: Pleasureagony – Pleasureagony


Trash oder ähnlich hartes Gedöns ist ja eigentlich nicht so das meine. Als ich die vorliegende CD in den Player im Auto legte, der Sound mit heulenden Sirenen losging und gleich darauf der eigentliche Schlussakkord eines Liedes einsetzte, schwante mir Übles – Ojeminee – Ein Silberling voller Krach. Nach der kurzen Kakophonie aber sägte eine Gitarre ein sattes Riff in die Gehörgänge. Drums dazu, ab und zu ein kurzes Gegrowle und mit dem Einsetzen der Vocals ging die Post gehörig ab. Das klang jetzt aber nicht nur viel besser als vermutet, nope … das hörte sich richtig fett an. Holla die Waldfee – „Aged to Perfection“ ist ein regelrechter Knaller. Zwischendrin immer wieder das Sirenengeheul und das sägende Anfangsriff, das für gute Akzente sorgt. Der nächste Song, „Face the Mask“ würde sehr gut auf ein altes Soundgarden-Album passen. Bei „Nerves like Strings“ scheint Marylin Manson Pate gestanden zu haben. Eine Powernummer, die unweigerlich den Kopf wackeln lässt. Ein Bass-Intro, welches man auch bei Flea und seinen Red Hot Chili Peppers vermuten könnte, leitet den nächsten Track, „Clash with Truth and Lies“ ein. Zwischendrin immer wieder ein Mix aus klaren Gitarrenspuren und verzerrten, harten Riffs, die Vocals teilweise fast gesprochen und im Verlauf fast gegrowlt. Hui … der Powerregler im Auto wanderte stetig in Richtung Maximum. Mit voller Power schiebt „(The Living) Envy the Dead“ die ersten Klänge durch die Speaker, bevor die erste Strophe in eher ruhigere Fahrwasser treibt. Das Ruhige hält aber nicht lang an, schon gleich gibt der Dampfer wieder Vollgas. Headbangers Ball ist angesagt. Ein ruhiges Gitarrenintro auf der Elektrischen ist zu Beginn von „Prelude“ zu hören. An der Stelle, wo man den Einsatz der ersten Strophe vermuten würde, kommt aber dann erstaunlicherweise die Fortsetzung auf der akustischen Gitarre. Hab einen solchen Liedaufbau bisher so noch nicht gehört, sorgt aber für einen frischen Akzent. Die ruhige dunkle Stimme von Sänger Valentin macht aus dem Ganzen eine schöne, abwechslungsreiche Power-Ballade. Nach einem kurzen, harten Teil geht es in gleichen Weise zum Schluss. Zuerst wieder die Akustische und abschließend und ausklingend die E-Gitarre. Sofort mit Vollgas schließt sich der folgende Track „Desaster“ an. „Never-ending“ beginnt mit dem Geräusch eines laufenden Filmprojektors, ehe wieder die harte trashige Schiene bedient wird. Die Strophe dann ist aber wieder sehr ruhig gehalten. Die Entspannung ist aber nur von kurzer Dauer, weiter geht’s nämlich mit Vollgas. Trash pur kracht anschließend mit „It’s in my Nature (but I don’t give A…)“ aus den Boxen. Anschließend ist wieder Ruhe angesagt. Ein Gitarrenintro ganz im Stile von „Nothing else matters“ leitet „Walk beside me“ ein, welches von der dunklen Stimme lebt in der es gesungen wird. Klassische Riffs bilden den Anfang von „Let it flow“ welches sehr gut auf ein altes Type O’Negative-Album passen würde. Midtempo und fette Gitarren. Schon wieder eine Ballade, denkt man gleich drauf beim Beginn zu „When all is tried“. Der ruhige Teil ist aber nur das Intro zu einem satten Brett, welches nach der ersten Strophe erst an Fahrt aufnimmt und durchrauscht. „Did him a Favour“ beginnt bewährt. Vollgas im mittleren Tempo mit fetten Gitarrenriffs. Bei Einsetzen der Vocals klingt wieder der Grunge aus den Neunzigern durch. Soundgarden und Co. lassen grüßen. Nach etwas über sechs Minuten faded die Nummer aus und man ist durch … meint man. Wenn man aber trotz der gut dreineinhalb Minuten Stille die CD weiterlaufen lässt, gibts noch mal ein gut einminütiges Outro obendrauf. Sozusagen einen Hidden Track. Ein nettes Gimmick.

Fazit: Das Quartett Pleasureagony aus Stuttgart liefert uns hier ein klasse Debütalbum ab, welches nicht sofort in eine eindeutige Schiene einzuordnen ist. Progressivität wechselt mit klassischer Riff-Power und balladeskem Sound regelmäßig ab. Für mich gewinnt das Album mit jedem weiteren Hördurchgang an Qualität dazu. Immer wieder entdeckt man neue kleine Feinheiten, die das Ganze regelrecht abrunden. Darum die klare Höchstnote von meiner Seite.

5/5

Pleasureagony – Pleasureagony
Fastball Music ; 2017
CD: 15,33 €
Amazon:

Homepage: Pleasureagony

Tracklisting:
01 – Aged to Perfection
02 – Face the Mask
03 – Nerves like Strings
04 – Clash with Truth and Lies
05 – (The Living) Envy the Dead
06 – Prelude
07 – Desaster
08 – Never-ending
09 – It’s in my Nature  (But i don’t give A…)
10 – Walk beside me
11 – Let it flow
12 – When all is tried
13 – Did him a Favour
14 – Hidden Track  (Outro)

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