CD: An Erotic End Of Times – Chapter One


An Erotic End Of Times – Ganz klar der Titel der vorliegenden CD, dachte ich beim Anblick derselben. Aber mitnichten … so lautet der Projektname der beiden Franzosen Philippe Deschemin und Erwan Frugier, die uns mit Chapter One hier ihren Erstling in die Ohren schrauben. Ab in den Player und schon gleich ertönen düstere Klänge mit einer Radioansprache aus den Speakern, gepaart mit langsamen, aber gewaltigen Gitarrenklängen. Als Intro schon mal sehr gut, aber im Laufe der gut zweieinhalb Minuten entwickelt sich dieses „Intro“ zu einer ausgewachsenen klasse Nummer. Der hohle Gesang in dunkler Tonlage passt hervorragend dazu. Der Titel „I am become Death“ vermittelt die Ansprache eines Verstorbenen aus der Gruft. Weiter geht’s mit Karacho, denn es ertönt ein schnelles Klanggewitter aus Gitarrenriffs, das unweigerlich zum Kopfschütteln animiert. „Love is the End“ besticht durch die düsteren Vocals im Stile eines Wayne Hussey oder Carl McCoy. Düsterrock, bei dem die Stimme trotz aller Düsternis auch in die höheren Tonlagen klettert. Holla, das geht aber ab hier. Mit einem elektronischen Intro beginnt „No Rights except to die“, eine Downtemponummer, bei der wieder der rauchige Gesang das prägende Element bildet, welcher eingebettet in das bewusst träge gehaltene Schlagzeugspiel des Sängers Innerstes nach außen kehrt. Er singt und röchelt sich schmerzvoll sozusagen die Seele aus dem Leib. Die Wand aus harten Gitarren setzt langsam dazu ein und verwebt das Ganze zu einem homogenen Klangteppich der Extraklasse. Andauernde Tempi- und Härtewechsel machen bisher das Hörvergnügen komplett. Ein wahres Gitarrenbrett schraubt sich jetzt in die Gehörgänge. „A freaky World“ welches ganz im Gothrockstil eines Andrew Eldridge zu seinen besten Sisters of Mercy Zeiten erinnert. Der röhrende Gesang wechselt perfekt mit den höher gesungenen Passagen ab. Mein Gott geht hier die Luzie ab. Ein langes elektronisches Intro, das von langsamen Basedrumschlägen durchzogen ist, ertönt gut eine Minute lang, ehe der röchelnde Gesang und letztlich auch die Gitarrenwand einsetzen. Langsam aber gewaltig klingt das, ehe wieder das elektronische, düstere, getragene überhand nimmt, nur durchsetzt von der grandiosen düsteren Stimme. „One Second after“ wurde der Track betitelt und verbreitet echte Endzeitstimmung. Elektronische Intro-Klänge ertönen in Verbindung mit einer Radioansprache und einer langsam aufbauenden Gitarrenspur. Wieder meint man den Schmerz zu hören, den sich der Sänger aus dem Leib röhrt. „Writings on the Wall“, geschrieben aus Schmerz. Jetzt wird’s nach einem halbminütigen Intro wieder schneller. „The Hangman“ ist wieder ein Track, welcher vom Wechselspiel aus dunkler und hoher Stimmlage seine Klasse schöpft. Zusammen mit dem Gitarrengewitter und eingeflochtenen Radioansagen erscheint der Song wie eine schwarze Blume aus Düsternis, die in der Dunkelheit voll erblüht. Den Abschluss bildet „The Origin of all coming evil“, das eigentlich ein sechseinhalbminütiges Instrumentaloutro darstellt. Man kann sich förmlich einsaugen lassen von den darkwavigen Klängen.

Deschemin und Frugier haben es perfekt geschafft, Industrial, Darkwave, Gothicrock und Metal zu einem sensationellen Konglomerat zu verweben. Beim ersten Hören vermag so mancher Track etwas sperrig wirken, aber nach mehrmaligem Hör-GENUSS (!) entfaltet diese düstere Orchidee erst ihre volle Blüte und erstrahlt in ihrem eigenen dunklen Glanz. Für mich schlichtweg eine Sensation und die Entdeckung des bisherigen Jahres.

Volle 5/5 weil’s leider nicht mehr sein kann da unsere Skala bei 5 endet.

An Erotic End Of Times – Chapter One
Label: (((Echozone))), 2017
CD: 16,99 €
Amazon:

Tracklisting:
01 – I am become Death
02 – Love ist the End
03 – No Rights except to die
04 – A freaky World
05 – One Second after
06 – Writings on the Wall
07 – The Hangman
08 – The Origin of all coming evil

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