Lisa Fitz – Flüsterwitz – Schlachthof München 01.02.2019


Flüsterwitz ist der Titel des aktuellen Programms, mit dem Lisa Fitz durch Deutschland tourt. Aktueller könnte sie dabei gar nicht sein und lauter auch nicht. Entgegen des Programmtitels hält Fitz nämlich gar nichts davon, immer still zu sein und seine Meinung hinter vorgehaltener Hand kundzutun. Rausschreien muss man das, was einen stört, was einen angeht, wofür man sich eigentlich Gehör verschaffen möchte. Zu Beginn geht es um Mut und der wird auf die Probe gestellt, wenn die Mutigen gebeten werden, sich einfach zu melden, ohne zu wissen, was auf sie zukommt. Eine Frau trifft es an diesem Abend – recht viele Meldungen gibt es im vollen Schlachthof nicht, denn keiner möchte sich zum Deppen machen, das könnte ja peinlich werden und das mag man nicht. Sie muss einfach nur auf die Bühne kommen und bekommt eine CD geschenkt. Mut zahlt sich aus, ist die Botschaft dieser Aktion. Es geht weiter mit Politik, die versagt, mit Politikern die entweder „schön oder klug oder beides nicht sind“. Das Publikum lacht pflichtschuldig, manchen bleibt es dann doch im Hals stecken, es ist politisch und man merkt, dass ein paar Anwesende dann doch anderer Couleur sind. Zwischendurch gibt es Gesangseinlagen, aufrüttelnde Protestlieder, die den Deutschen auf die Finger schauen und hauen. Ein „Des derfst ja net song“ lässt sie nicht gelten, denn man soll es sagen, muss es sagen und nicht einfach still alles in sich hineinfressen. Vor allem die Frauen wurden aufgefordert, endlich aus der Küche zu kommen, die Schürzen abzulegen und sich der Politik und der Gesellschaft da draußen zu widmen. Frauen haben etwas zu sagen und sie haben mittlerweile endlich Rechte in diesem Land, die sie nun auch bitte nutzen sollen, ja, sogar nutzen müssen. Männer kommen nicht ganz so gut weg bei der Lisa aus Niederbayern, unangepasste Flüchtlinge, die Frauen wie ein Stück Fleisch behandeln und begutachten wie Vieh auf dem Markt übrigens auch nicht. Gewagt, denn „des derfst ja net song“, macht Lisa Fitz zum Glück aber doch und spricht damit all den Feiglingen aus der Seele, die keine Lust auf Diskussionen und dem ewig falschen Nazivorwurf haben. Denn nur, weil man seine Meinung sagt, ist man kein Nazi, stellt sie klar und hat recht.

Lisa Fitz hat schon immer frei Schnauze geredet und sich ihre manchmal derbe, aber immer erfrischend offene Art bewahrt. Ein ausverkaufter Schlachthof ist ein deutliches Zeichen, dass sie damit alles richtig gemacht hat. Schließlich geht’s noch um die Gehirnwäsche, die der Staat anwendet und die wir Konsumenten dämlicher TV-Shows wissentlich über uns ergehen lassen. Bei der Aufzählung wird auch das Dschungelcamp erwähnt, da war Lisa in der ersten Staffel selbst zu Gast und wurde Zweite.

Am Ende als Zuckerl und Zugabe gibt es ein Lied von ihrem Vater, Walter Fitz „Das Kamel“. Dieses Liedchen wird mit einigem schauspielerischen Talent vorgetragen und mit dem letzten Vers endet auch dieser Abend. Wer mag, kann sich danach noch ein Autogramm holen.

Es war ein gelungener Abend mit deutlichen Ansagen und einem feinen Blick auf die feige, schweigende Gesellschaft, die sich durch permanente Volksverdummung einfach regieren lässt.


Webseite Lisa Fitz

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