CD: Nervenbeisser – Alles gut


Nervenbeisser – da war doch was … richtig, hatten wir ja schon mal. Olaf Seider heißt der Kerl, der hinter dem Projekt Nervenbeisser steckt. Und deren CD Zeitenwandel hatten wir hier auf Stage-Reptiles schon mal rezensiert und für sehr gut befunden. Angesicht dessen war ich natürlich gespannt, was es jetzt Neues aus dem Hause Seider zu vermelden gäbe. Für einen Longplayer hat’s nicht gereicht, eine EP mit vier neuen Stücken und zusätzlich zwei Remix-Bonustracks ist es geworden.

Los geht’s mit „Liebesschmerz“, welches erstmal mit einem langen, gesprochenen Intro von einer Frauenstimme aufwartet. Nach etwas über einer Minute galoppiert der Song los. Was mir sofort auffällt, ist, dass es etwas gedrängt wirkt – die Leichtigkeit an klarem Sound fehlt. Doch was ist mit der Stimme von Olaf Seider los? Bei weitem nicht die Qualität von Zeitenwandel. Irgendwie banaler gesungen, so klingt es für mich. Fängt ja nicht gerade berauschend an. Außerdem wiederholen sich sehr viele Textzeilen immer wieder. Nach gut siebeneinhalb Minuten endet der Track ziemlich abrupt. Ein Intro aus Geige und Klavier eröffnet den Titeltrack „Alles gut“. Knapp eine Minute später kommt der Klang von E-Gitarre dazu und der Song nimmt Fahrt auf. Wiederum fällt mir die eigenartige Art des Gesangs auf. Vor allem im Refrain kommen auch wieder die vielen Wiederholungen. Der Klang von Seiders Stimme, wenn er mit Druck singt, wird unsauber und banal. Das ist schlichtweg schlecht gegrölt, nicht zu verwechseln mit den beabsichtigten Growls von vielen Bands. Analog zum Intro fadet der Song wieder mit Geige und Klavier aus. Ein elektronisches Intro leitet „Märchenland“ ein. Im Midtempo gehalten, lädt der Track zum Kopfnicken ein, welches verstärkt wird, wenn die Elektrische ihre Klänge abgibt. Textlich erzählt Seider in „Märchenland“ von den Protagonisten aus vielen Märchen, Helden, Drachen, Prinzessinnen, Maiden mit goldenen Schuhen, Hänsel und Gretel, Zwerge, dem bösen Wolf – alles soweit gut, aber der Gesang erinnert vom Stil doch sehr an eine schlechte Kopie von Rammsteins Till Lindemann. Der ganze Song wirkt einfach nicht.

Elektronische Klänge machen keine Probleme, sondern beginnen den gleichnamigen Track „Probleme“. Jetzt geht auf einmal ganz schön die Post ab, ruhige gesungene/gesprochene Strophen wechseln mit den schnellen Passagen der Refrains ab. Bis jetzt der beste Song, aber auch nicht unbedingt ein Knaller. Immer wieder der banale Singstil von Seider, der einem auffällt. Unweigerlich kommt einem wieder der Rammstein-Vergleich in den Sinn. „Alles gut“ hatten wir ja schon, aber jetzt in einer Remixversion von Das Ich. Der elektronische Stampfsound tut dem Song sichtlich gut und er wirkt bei mir weit besser als das Original. Das Elektrogeschwurbel im Hintergrund passt bestens zum Lied. Komplett elektronisch wird’s mit dem letzten Track auf der EP. „Verkehrte Welt“, welcher schon auf der Zeitenwandel-CD zu finden war, diesmal aber in der Remix-Version von Andy Haywire. Eine schöne Version, die mit Sicherheit für volle Tanzflächen sorgen kann.

Fazit: Im Vergleich zu Zeitenwandel ist die vorliegende EP Alles gut nichts Besonderes. Da Nervenbeisser zusammen mit Oomph! auf Tour gingen, sollte dieser Silberling nur unterstützend für die Tour wirken. So kann man wenigstens was Neues vorweise, um die Zeit bis zum neuen Album, welches im Herbst erscheint, zu verkürzen.

1,5 / 5

Nervenbeisser – Alles gut
Label: (((Echozone)))
CD: 13,03 €
Amazon:

Tracklisting:
01 – Liebesschmerz
02 – Alles gut
03 – Märchenland
04 – Probleme
05 – Alles gut  (Das Ich Remix) (Bonus Track)
06 – Verkehrte Welt  (Andy Haywire Remix) (Bonus Track)

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