CD: Spy # Row – Blood Brothers


Normalerweise ackere ich ja jeden Track einer CD einzeln durch, wenn was Neues auf meinem Schreibtisch landet. Man will ja schließlich einen kompletten Eindruck einer Scheibe gewinnen und darstellen. Vorher sind mindestens drei bis vier komplette Hördurchgänge im CD-Player Pflicht … vorzugsweise im Auto, weil’s da schön laut kracht.
Das einzelne Durchgehen schenke ich mir beim vorliegenden Debutalbum der blutjungen Band Spy # Row. Haben die Burschen doch einen Longplayer abgeliefert ,der von vorne bis hinten in einem Rutsch durchgehend ist.
Als ich beim Lesen der groben Vorstellung der Band „melodischen Rock“ las, dachte ich mir nur noch – Ojeminee – Melodic-Rock, AOR, Classic Rock … Alles Begriffe, die eine Musikrichtung beschreiben, dessen Konsum ich bereits vor gut 25 Jahren eingestellt hatte. Dieses ganze Hair-Glam-Posergedöns brauchte ich wirklich nicht mehr. Deshalb auch gemischte Gefühle als die Scheibe in den Schacht des CD-Players im Auto verschwand. Der Titeltrack kam gleich am Anfang und es ging mit fetten Riffs los, die eher an astreinen schweren Heavy-Metal erinnerten. Na ja … sooo schlecht klang das jetzt nicht. Die gute Produktion kam sofort durch. Dieses Gefühl zog sich durch die gesamte Länge der CD. Man nehme einen Topf, schmeiße den bluesigen Touch von Cinderella’s Long Cold Winter, den rotzigen Ausdruck der Mötley Crüe und etwas Gitarriges von White Lion oder Poison rein, eine Prise Gesangsstil von Axl Rose, koche den Brei sehr lang durch und raus kommt – Spy # Row.
Die Jungs spielen bereits seit 14 (!) Jahren zusammen als Spy # Row, obwohl der jüngste des Trios im vergangenen Jahr erst 21 Jahre alt wurde. Eine Einheit, die seit dem Kindesalter manifestiert wurde. Sam und Tim Jäger sind zusammen mit Drummer Arian Gerhardt ein verschworenes Trio, dessen Zusammenhalt man merklich hört. Der Titel der Scheibe, Blood Brothers, zu deutsch Blutsbrüder ist hier Programm.
Die Songs schrauben sich wie Ohrwürmer in die Gehörgänge und krallen sich am Hörnerv fest. Die fetten Gitarrenriffs lassen einen unweigerlich den Kopf mitschütteln. Bei jedem Song, egal ob schnell oder langsam strahlen musikalische Vorbilder durch, die man seit zig Jahren kennt. Jetzt haben die Jungs aber nicht einfach abgekupfert, sondern ihr eigenes frisches Ding auf die Beine gestellt, bei dem sie die besten Zutaten verwendeten, die seinerzeit die Helden ihrer Vorbilder schon zum Erfolg führten. Dafür darf auch das Glockengeläut von Metallica’s „For whom the bell tolls“ herhalten, welches im Schlusstrack „We not go quietly“ zu hören ist.

Fazit der Scheibe: Musikliebhaber, die absolut keinen AOR oder Melodic-Rock mögen, werden der Scheibe wahrscheinlich nur wenig abgewinnen können, vielleicht den einen oder anderen Song ganz nett finden. Für alle anderen, Rockfans, Metalheads, Unvoreingenommene, kann ich dieser Scheibe nur zwei Worte zuordnen. Geile Scheiße !!!
Für dieses Debutalbum kann es zurecht nur die Höchstnote geben!

5 / 5

Spy # Row – Blood Brothers
Label: Fastball Music
VÖ: 26.04.2019
Amazon:

Tracklisting:
01 – Blood Brothers
02 – I ain’t falling
03 – Follow your Dreams
04 – Every Day counts
05 – If you say you love me
06 – Forever
07 – Nowhere to run
08 – My Chance
09 – You are not alone
10 – Heartbreaker
11 – We not go quietly

Homepage: Spy # Row
Facebook: Spy # Row

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