CD: Soulimage – Human Kind | Animal Mind


Soulimage – Bisher ist mir der Name noch nicht untergekommen, ebenso wie der Name Robert Eberl, alias Rob E. Soul, der Musiker, der hinter dem Projekt Soulimage steht. War also gespannt, was sich hinter der ansprechenden Covergestaltung musikalisch verbirgt.

Los geht’s mit „Time“, einem instrumentalen Intro, welches aus einem monotonen Piepsen und auf- und abschwellenden, elektronischen Gewabber besteht. Das Piepsen zieht sich in den zweiten Track rein. „Human Kind“ fährt einem sofort in den Body. Ein sehr tanzbarer Rhythmus, auf dem ein Gesang in der Art von düsteren Depeche Mode drübergelegt ist. Als dann noch satte elektrische Gitarren dazu einsetzen, ist der Sound komplett. Holla die Waldfee – das geht satt ab. Meine Fresse, ist der Song genial! Volle Tanzflächen dürften bei diesem Song garantiert sein. Beim folgenden „Blind“ geht sofort die Post ab. Gothic-Rock wird jetzt geboten, dazu die richtige Dosis Elektronik und dann passt das. Hätte Elvis seinerzeit Gothic-Rock fabriziert, „Break the Silence“ hätte locker auf einem seiner Alben Platz gefunden – so ähnelt die Intonation des Gesangs dem King. Klingt klasse. „A real good Place“ beginnt mit einem längeren Intro, der Song bewegt sich in langsamen Tempo vorwärts. Hier fällt sofort der epische Chorgesang und die Violine der Ausnahmekünstlerin Shir-Ran Yinon auf. Gleich drauf geht’s wieder schneller vorwärts. „Children of tomorrow“ galoppiert rasant dahin und mit Sicherheit auf diverse Tanzflächen. Als kleines Schmankerl sticht der heisere Growlgesang von Robert Eberl heraus, der aber nur äußerst spärlich und vereinzelt eingesetzt wird. So muss das sein, so klingt das auch sehr genial. Für Abwechslung sorgen die Jungs ja. Im Midtempo gehalten und wieder mit Violine veredelt, wabert „How to Live, how to Hope, how to Die“ aus den Boxen. Erneut angelehnt an Dave Gahan von der Intonation her, besticht die klasse Stimme von Rob E. Soul wiederum. Auch im mittleren Tempo gehalten kommt „Soma“ in einem orientalisch anmutenden Stil daher, der durch die Violine von Yinon besticht. Zwischendrin gesetzte Riffpassagen der Gitarre machen den Track zu einer guten Progressivnummer, die aber nicht in die Härte abdriftet. Ein klasse Song, der genau das richtige Maß an Abwechslung beinhaltet und mit über neun Minuten auch der längste Track auf dem Album ist. Maschinenartige Klänge wie von einem ratternden Uhrwerk beginnen „Welcome to your own Dirt“, aus dem sich schon nach kurzer Zeit die klare Stimme von Eberl herausschält. Eine sägende Gitarre zieht sich wie ein roter Faden durch den Song. Im Mittelteil zieht das Tempo mal kurz an. Glockenartige Klänge leiten „Charity“ ein, eine ruhige Ballade, die durch die Gitarre aber fett und kraftvoll rüberkommt. Hohe Frauenstimmen, die in einem Stil gehalten sind wie „You can’t always get what you want“ von den Rolling Stones beginnen den Song „Animal Mind“. Satte Gitarrenriffs von Axeman Patty Juhasz lassen den Song aber sogleich durch die Gehörgänge rumpeln. Da geht wieder mal die Post ab. Als kleine Einlage wieder die heiseren Growls – perfekt als Akzent eingesetzt. So klingt das richtig gut. „Priority“ ist das abschließende Outro, welches nur von dezenten Sprachfetzen durchzogen ist.

Der zweite Silberling von Soulimage ist eine echte Bereicherung für die Soundlandschaft, der mit Sicherheit eine Menge Leute auf die Tanzflächen ziehen dürfte. Die Band,  neben Rob E. Soul und Patty Juhasz noch bestehend aus dem Bassisten Torsten Schmalz und Drummer Martin Herzinger finden genau den richtigen Spagat zwischen hart und soft, schnell und langsam. Als Veredelung dazu die Violine von Shir-Ran Yinon und fertig ist ein äußerst geniales Album aus dem Gothic-Rock-Elektro Spektrum welches zurecht die Höchstnote verdient.

5 / 5

Soulimage – Human Kind | Animal Mind
Label: (((Echozone)))
VÖ: 31.05.2019

Tracklisting:
01 – Time  (Intro) (Instrumental)
02 – Human Kind
03 – Blind
04 – Break the Silence
05 – A good Place
06 – Children of Tomorrow
07 – How to Live, how to Hope, how to Die
08 – Soma
09 – Welcome to your own Dirt
10 – Charity
11 – Animal Mind
12 – Priority  (Outro) (Instrumental)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s