CD: Sober Truth – Psychosis


Das fünfte Studioalbum von Sober Truth ist erschienen, alles in Eigenregie und das ist doch eine gewisse Leistung, weil es keinesfalls schlecht produziert ist. Psychosis stellt einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Band rund um Torsten Schramm(Stein) dar.

Die Reise beginnt mit „Solitude“ und führt direkt in eine trübe Stimmung der Einsamkeit. Der Rhythmus ist eingängig, zwischendurch gibt es tolle Riffs, die deutlich herausstechen. Sänger Schramm(Stein) ist in seinem Element, zwischen Klargesang und Growling wägt er immer wieder gekonnt ab. Auf die Einsamkeit folgt die Herzlosigkeit. „Akardos“ ist im gleichen Stil, hat bei 0:55 eine gewisse Dissonanz, die nur ganz kurz anhält, einen aber ziemlich hochfahren lässt. Absicht oder Versehen, man ist wach und hört zu. Die Scheibe hat ordentlich Power, es ist alles ziemlich stimmig. Das passt die Stimme gut zu den Gitarren, der Bass zu den Drums und alles zusammen ergibt eine gute Prog-Metal-Mischung. Schade ist, dass es die Texte nicht in einem Booklet dazu gibt, das würde dem Ganzen noch mehr Ausdruck verleihen. „Dark Valley“ hat ab der Hälfte einen ziemlich geilen Part, der dann noch mal in mehr Schnelligkeit abdriftet. Das macht ziemlich Spaß und lässt sich gut aufdrehen. Aber: man muss es natürlich mögen. Danach braucht man etwas Ruhe, die man im kurzen, instrumentalen „Ode to Reality“ auch bekommt. Weiter geht es mit „Riven“, das die Leadgitarre klar in den Mittelpunkt stellt. Die erzählt eigentlich zu Beginn ihre eigene Story und kommt immer wieder gesondert zum Tragen. Auf geht es zum Horizont. Da schlägt ein gutes Riff entgegen, ein passender Rhythmus und es gibt den Mitsingpart, in den man bereits beim ersten Durchlauf einstimmt. Ein absoluter Anspieltipp und eine sehr gelungene Nummer. „Utopia“ birgt dann keine weiteren Überraschungen mehr.  Dafür hört man sich „Sober“ doch ziemlich neugierig an. Re-arranged ist der Song immer noch genauso gut wie früher und zieht einfach mit.  Das instrumentale „Dying Dreams“ ist etwas düster und lässt nochmal Luft holen für den Abschluss. der besteht aus dem Titelsong „Psychosis“, ruhig beginnend mit Klargesang, der diesen dunklen, heftigen Growlgesang von Schramm(Stein) vermissen lässt, aber echt gelungen ist – und growlig wird es dann ja doch wieder. Auch eine gute, schnelle Nummer mit Hand und Fuß . Den Abschluss bildet dann die unplugged Version von „Collapse“, einem Song, den man ebenso wie „Sober“ vom Vorgänger Locust Lunatic Asylum kennt. Das ist richtig, richtig gewöhnungsbedürftig und gefällt mir nicht unbedingt, weil es manchmal etwas unsauber gesungen klingt. Wobei der Stil durchaus gut ist.

Alles in allem knüpfen Sober Truth an dem an, was sie in den letzten Jahren auch gemacht haben. Dieses Mal geht es sehr um die Psyche und herausgesungene Emotionen.

4/5

Sober Truth – Psychosis
TaktArt Records, 2019
Streaming: 9,99 €

Tracklisting:

Solitude
Akardos
Dark Valley
Ode to Reality
Riven
Horizon
Utopia
Sober (Re-arranged)
Dying Dreams
Psychosis
Collapse (unplugged)

 

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