Live: Midnight Oil – 01.07.2019 Tollwood Arena München


Wissen Sie noch genau, wo Sie am 21. April 1990 waren und was Sie da gemacht haben? Ich für meinen Teil weiß das noch sehr gut. Ich war damals, vor fast genau 29 Jahren in der Rudi Sedlmayer Halle in München beim Midnight Oil Konzert. Das Konzert damals war ein mega Hammer, und genauso lange hatte ich die Oils nicht mehr live gesehen. Um so glücklicher war ich, als ich bei den Tollwood Konzerten die Australier entdeckte. Also ein Pflichtabend für uns. Das sehr heiße Wetter schon die Tage zuvor ließ uns sehr arges erahnen. Die Tollwood-Musikarena ist nicht gerade für eine gute Luftqualität an heißen Tagen bekannt. Der Wettergott meinte es aber gut mit uns und es hat sich schon gegen Mittag zugezogen, das Wetter kühlte merklich ab.

Da als Support der alte Deutschrocker Wolf Maahn angesagt war, wussten wir, es hat keine Eile. „Rosen im Asphalt“, wie der größte Hit vom Maahn heißt, brauchte ich schon in den 80ern nicht und erst recht nicht heute. Was hat den Veranstalter bloß mit dieser Supportauswahl geritten? Wir kamen bei den letzten Tönen der Rosen im Zelt an, welches sehr gut gefüllt aber nicht ganz voll war. Es waren fast 4.000 Fans der Australier da, um mit ihnen zu feiern. Pünktlich um 20:00 Uhr kamen sie auf die Bühne und wurden frenetisch empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung durch den charismatischen Peter Garrett klangen stupide Drumschläge aus den Kesseln von Rob Hirst durch die Arena, die begeistert aufgenommen wurden. War es doch das Intro zu einem der größten Hits der Oils. „The dead Heart“ gleich als Opener – Holla die Waldfee – da ging von Anfang an die Post ab. Das markante „Du Du Du Du Du Dudu“ wurde sofort aus tausenden Kehlen mitgesungen. In Folge bedienten die Australier ihr Publikum mit Songs aus ihrem kompletten Portfolio der vergangenen 40 Jahre. In der heutigen Musikwelt erstaunlich ist, dass von den Gründungsmitgliedern seit 1976 fast die komplette Band unverändert dabei ist. Peter Garrett an den Vocals, Rob Hirst an den Drums, Martin Rotsey an der Gitarre und Jim Moginie an Gitarre und Keyboards. Das Nesthäkchen in der Truppe ist Dwayne „Bones“ Hillman, welcher aber auch schon seit 1987 den Bass zupft. In schöner Abwechslung von alt und neu. Der älteste Track war „No Time for Games“ von der Birds Noises EP aus dem Jahre 1980.

Wer mit der Geschichte von Midnight Oil ein wenig vertraut ist, weiß um das politische Gedankengut der Band und insbesondere von Leadsänger Peter Garrett. Diesbezüglich hatte Garrett in der Vergangenheit ja schon öfter seine Auftritte als politische Bühne benutzt. Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Einklang mit der Natur, Frieden zwischen den Aborigines und den weißen Einwanderern. Für all das traten Peter Garrett und Band in der Vergangenheit und bis in die Gegenwart immer wieder lautstark ein. Von 2007 bis 2013 bekleidete Garrett erst das Amt des australischen Ministers für Umwelt, Kulturerbe und Kunst und anschließend für schulische Bildung, Kinder und Jugend. Meine Befürchtung, das Konzert könnte zu politisch werden, zerschlug sich aber schnell. Bis auf ein Statement in Richtung der Aborigine-Problematik, welches auf dem Backdrop-Banner hinter der Bühne stand, kam in der Richtung relativ wenig. Midnight Oil beschränkte sich an dem Abend zu 99% auf das Musikalische. Das aber zogen die Oils gnadenlos durch und das wurde vom Publikum stürmisch honoriert. Viele Texte wurden mitgesungen und das ganze Zelt tanzte förmlich. Eine kleine Enttäuschung kann ich aber dann doch vermelden. Der wohl größte Hit der Oils, „Beds are burning“ wurde in einer relativ lustlos dahingerotzten Version abgehandelt. Ansonsten war aber alles klasse. Peter Garrett wurde für seine etwas seltsame, nicht immer im Takt bleibende Gestik gefeiert, ist sie doch eines seiner Markenzeichen. Nach gut zwei Stunden war die australische Party aber dann vorbei und knapp 4.000 glückliche Fans wurden in die Münchner Nacht entlassen. Ein gutes Konzert, bei dem zu 99% alles gepasst hat.

 

Setlist:
01 – The dead Heart
02 – Redneck Wonderland
03 – Earth and Sun and Moon
04 – Truganini
05 – Whoah
06 – No Time for Games
07 – Say your Prayers
08 – Blue Sky mine
09 – My Country
10 – Spirit of the Age
11 – Ships of Freedom
12 – Luritja Way
13 – Kosciusko
14 – Warakurna
15 – Now of never Land
16 – Dreamworld
17 – Beds are burning
18 – Forgotten Years

19 – Tin Legs and Tin Mines
20 – Power and the Passion
21 – Put down that Weapon
22 – Best of both Worlds
23 – King of the Mountain

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