Film: The War of the World (2020)


Mysteriöse Meteoriten landen 1905 in England und bald darauf in der ganzen Welt. Die Liebenden George und Amy erleben den Einschlag des ersten Dings und die Invasion extraterrestrischen Lebens hautnah und fliehen. Während die Aliens die Erde zerstören, versucht das Militär, sie zu bekämpfen, mit mäßigem Erfolg. Jahre später ist Amy in einer tristen Welt gefangen, es gibt wenig Nahrung und kaum Wasser, die Sonne ist von einer Staub-Wolken-Schicht verdeckt und überall sprießt ein rotes Geflecht, das den Planeten auszehrt. Die einzige Lösung sind das Warten auf Besserung die Hoffnung auf Gott. Oder weiß Amy doch einen Ausweg, der das Überleben der Menschheit sichert?

The War of the Worlds ist mittlerweile stolze 122 Jahre alt. H. G. Wells beschrieb die Invasion der Aliens bereits damals sehr futuristisch und lebendig. Berühmtheit erlangte das Werk jedoch am Vorabend von Halloween 1938 durch das Hörspiel von Orson Wells. Dieser kreierte eine fiktive Reportage über die Invasion und löste damit Angst und Schrecken aus, sogar eine Massenpanik. Die Menschen glaubten, was da über den Äther kam. Seitdem ist das Buch mehrfach verfilmt worden und hat große Einflüsse auf die Kunst. Sei es das Konzeptalbum Jeff Wayne’s Musical Version of the War of the Worlds oder hidden links in Blockbustern wie Independence Day, Mars Attack! oder gar bei den Simpsons. Auch Otherland von Tad Williams oder der Ego-Shooter-Klassiker Half-Life 2 kamen nicht umhin, den Krieg der Welten zu verarbeiten.

2020 erschien ein Zweiteiler, der sich sowohl mit der Invasion als auch mit den Jahren danach beschäftigt. Beginnend mit der Liebesgeschichte zwischen George und Amy, etwas verboten für die damalige Zeit, denn George hat seine Familie wegen der Rothaarigen verlassen und ist dadurch überall in Ungnade gefallen, erleben die beiden die Ankunft noch in voller Erwartung. Das Ding wird als Meteorit identifiziert, bis es sich bewegt und das Töten beginnt. Amy und George werden getrennt, finden sich wieder, die Aliens kommen aus den Kugeln und fressen Menschen. Soweit ist die Story bekannt. Amy ist schwanger und diese Tatsache zeigt dann auch, wie viel Zeit vergangen ist zwischen dem Angriff und dem Leben danach, denn da ist George Junior schon recht groß. Die Welt danach wird immer wieder mit dem Mars, dem roten Planeten verglichen, denn auch die Erde ist durch das seltsame Geflecht rot geworden. Überall wird von dem großen Sieg berichtet, den die Menschen errungen haben. Doch schaut man sich Leben und Planet danach an, muss man die Frage stellen, zu welchem Preis hat man denn gesiegt? Im Lager, das aus Lumpen, Dreck, notdürftig errichtetem Schutz besteht, hat ein Priester die Leitung und das Sagen übernommen. Ein bisschen mittelalterlich und genauso führt er auch das Lager. Vertrauen auf Gott und Ehrung der Macht Großbritanniens, der Siegermacht. Von Wissenschaft will man nichts wissen und selbst als Amy endlich ihre Beobachtungen mitteilt, lehnt der Priester weitere Forschungen ab und ist selbst dann nicht überzeugt, als Amy ihm positive Ergebnisse präsentiert.

In dem Zweiteiler geht es um viel. Um Liebe und Verrat, Treue und Hass, um Kirche, Religion, den Glauben an Gott und die Siegermacht England, den ewigen Kampf der Kirche gegen die Wissenschaft.

Ist die Verfilmung gut? Ja und nein. Die Schauspieler sind glaubwürdig, die Machart ist nett und die Zeit danach ist gelungen dargestellt. Die Sozialkritik ist sehr gut, wenn man sich denn die Mühe macht, darüber nachzudenken. Weniger gut sind die Sprünge zwischen dem Danach und dem Zeitpunkt der Invasion. Irgendwann versteht man nicht mehr, wie viel Zeit, wie viele Tage in der einen oder anderen Darstellung vergangen sind. Das ist schlecht, es werden zu viele Fragen aufgeworfen, die unbeantwortet bleiben. Da Amy den Tod mehrerer Aliens mit ansehen muss und bereits George gegenüber einen Verdacht äußert, ist es verwunderlich, dass sie jahrelang schweigt und nichts unternimmt, um den Planeten, die Menschheit und damit auch sich selbst zu retten. Viel Leid hätte wohl erspart werden können, wenn sie früher den Mund aufgemacht und sich Mitstreiter gesucht hätte.

Den Zweiteiler gibt es aktuell auf Amazon Prime, aber auch auf DVD und Blu-ray. Knappe drei Stunden kann man damit verbringen und selbst entscheiden, wo dieses Werk in der Reihe von weiteren Verfilmungen einzuordnen ist. Der Anfang ist wirklich fesselnd, die Ideen sind sehr gut. Das Szenenbild ist mit viel Liebe zu kleinen Details gestaltet worden und es gibt hier und da einiges, was nicht dem Original entsprungen ist, die Geschichte aber spannend macht. Die Zeitenwechsel sind in meinen Augen übertrieben und nicht immer an den richtigen Stellen eingefügt worden, was Spannung und auch ein bisschen die Lust am Anschauen nimmt.

3/5

The War of the Worlds
2019
Dauer: 251 Minuten
FSK 12
Regie: Craig Viveiros
Darsteller: Rafe Spall, Rupert Graves, Eleanor Tomlinson, Robert Carlyle u.a.

2 Kommentare

  1. Also ich fand die Verfilmung recht gelungen auch wenn mich die ersten „Zukunftseinblendungen“ etwas verwirrt hatten 😉
    Am Schlimmsten war diese Cruise – Verfilmung *brrr*
    Jeff Wayne’s Konzeptalbum… sowas von geil. Steht als LP in meinem Regal 🙂

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