Buch: Edward Lee – Monstersperma


Ann White wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mal irgendwo dazuzugehören. Für ihren Vater ist sie seit jeher eine herbe Enttäuschung, pummelig, faul und nur mit durch eine größere Zuwendung auf dem College gelandet. Nun ist sie eine von drei Anwärterinnen für eine Mitgliedschaft in der legendären Studentenverbindung Alpha-Haus. Doch ihr steht eine Woche voller Prüfungen bevor – und eine ist schlimmer als die andere …

Edward Lee ist ein wahrer Meister des Gore-Porn. Wer allzu zart besaitet ist oder sich schnell ekelt, sollte die Finger von „Monstersperma“ lassen. Wie der Titel bereits sagt, geht es um Ejakulat – und davon triefen die 154 Seiten des Buches geradezu. Dabei nimmt der Autor kein Blatt vor den Mund und scheut weder vor Sodomie noch vor Inzest zurück. Lee überschreitet auf ekelerregende Art die Grenzen des guten Geschmacks und hat ein abartiges Werk erschaffen, das wirklich nur für die ganz harten Leser bestimmt ist.

Die Protagonistin entpuppt sich rasch als ein willenstarkes Mädchen, das alles für die Aufnahme in die Studentenverbindung tun würde – und auch eine ganze Menge dafür schluckt. Zwischendurch wird es derart eklig, dass man das Buch mal beiseitelegen und nach Luft schnappen muss. Sehr detailreich beschreibt der Autor die Aufnahmeprüfungen und die „Ficksahne“ im Kaffee ist dabei das Harmloseste. Andererseits kann man sich aber auch leicht in die Situation von Ann White hineinversetzen, die nach Anerkennung lechzt und endlich mal vor dem gestrengen Vater bestehen möchte. Für sie steht einiges auf dem Spiel, unter anderem ein umfangreiches Erbe.

Lee setzt dem Horror und der Widerlichkeit keinerlei Grenzen und lässt sich scheinbar immer tiefere hinabziehen auf die untersten Stufen niederster Instinkte und eines abartiges Sexualtriebs. Eine Verschnaufpause gibt es weder für die Akteure noch für den Leser, der von einer Sexszene in die nächste geschleudert wird, immer weiter gesteigert, immer abartiger und verwerflicher. Dennoch ist das kleine Büchlein wie ein Unfall und spricht schnell die voyeuristische Ader an. Man kann weder wegsehen noch aufhören zu lesen. Schließlich kann man sich kaum noch eine Steigerung des Ekels vorstellen und auch nicht, dass Ann all dies durchhalten könnte.

Wer allerdings „Monstersperma“ übersteht und die Lektüre durchhält, der wird belohnt mit einer fantasiereichen Geschichte aus der Hand des Horror-Meisters. „Monstersperma“ beschreibt nicht nur ein Aufnahmeritual, sondern ist gleichzeitig selbst eines. Wer das Buch übersteht, den kann so schnell nichts mehr schocken. Willkommen in der abartigen Welt der Hardcore-Literatur.

Edward Lee gilt als einer der besten Hardcore-Horror-Autoren der Welt. Unter anderem von ihm erschienen sind: „Golem“, „Der Höllenbote“ und „Incubus“.

5/5

Edward Lee – Monstersperma
Festa Verlag 2014
154 Seiten
ebook: 4,99 €
Broschiert: 12,80 €
Erst ab 18 Jahren

Amazon
Festa Verlag

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