Buch: Guido Arnold – Bastians Traum


bastainBastian ist scheinbar stark depressiv und verlässt seine Wohnung nicht mehr, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Doch eines Tages muss er raus und findet sich unerwartet in einem Traum wieder, der ihm zeigt, wer er wirklich ist und was er kann.

Guido Arnold hat einen Roman geschrieben, der zum einen nachdenklich stimmt, zum anderen aber sicherlich auch viele Leser nicht überzeugen kann. So viel erfährt man von Bastian zu Beginn gar nicht, als dass man wirklich wüsste, was eigentlich mit ihm los ist. Er verlässt so unvermittelt seine Wohnung und landet in einer Traumwelt, dass es beim Lesen schwer fällt, diesen Schritt gedanklich mitzumachen und sich auf den Traum einzulassen. Der Protagonist ist so plötzlich in einer ganz anderen Welt und wird von dieser vereinnahmt, dass man sich noch fragt: Ist das die eigentliche reale Welt, in der er lebt? Immer wieder kommt es zu krassen Brüchen und Sprüngen innerhalb der Geschichte, es fehlen Zusammenhänge, die erst so spät aufgeklärt werden, dass man sie nur mitbekommt, wenn man vorher nicht schon enttäuscht abgebrochen hat.

Als Leser hätte ich eine andere Geschichte erwartet, auch wenn ich eine Leseprobe kannte. Man denkt eher an eine Mut machende Geschichte, die von einem Depressiven berichtet, der sein Leben in den Griff bekommt. Ganz falsch ist das auch nicht, wenngleich es auf eine andere Weise geschieht als man das vielleicht erwartet hat und ich fast sagen möchte, dass man sich auf ein Mittelalter-Fantasy-Spektakel einlassen muss. Wer darauf keine Lust hat, Finger weg.

2,5/5

Guido Arnold – Bastians Traum
Engelsdorfer Verlag, 2015
174 Seiten
Ebook: 4,99 €
Taschenbuch: 11,80 €
Amazon

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