CD: Metallica – Hardwired … to Self-destruct


Im Oktober dieses Jahres werden es 36 Jahre, dass Metallica die Welt mit ordentlichem Metal beschallen. Die US-amerikanische Band hat sich einen Namen erspielt und gehört zu den „Big Four“ – zusammen mit Slayer, Megadeath und Anthrax. Der gewaltige Einfluss von Metallica auf die Trash-Metalszene ist nicht zu verhehlen und wer kommt schon am Klassiker „Enter Sandman“ oder am gefeierten Album Master of Puppets vorbei? Keiner. Einer wirklich breiten Masse, fernab des Metals, wurden die Amerikaner dann 1992 bekannt, als sie mit „Nothing else matters“ in der Studiofassung auf Platz 9, und als Liveversion 1999 sogar auf Platz 2 der Charts kletterten. Gleichzeitig wurden sie ihren alten Fans aber zu fad, zu langsam und langweilig. Viele trauerten zunehmend dem alten Trash der 1980er Jahre nach, der nach und nach verschwand. Es folgten Schlagzeilen über Drogen und Alkohol, über Urheberrechtsstreitigkeiten unter anderem mit Napster, Grammys und andere Auszeichnungen. 2016 schmeißen Metallica endlich, nach acht langen Jahren, einen neuen Longplayer auf den Markt – und mit Hardwired … to Self-destruct schlägt die Formation wieder voll ein. Das Album wurde von Beginn an mit Spannung erwartet und gefeiert. Back to the roots heißt das Motto und James Hetfield und seine Mannen besinnen sich endlich wieder auf den guten, alten Sound. Meist ein solides Midtempo, gerne auch mal schneller, harte Drumpassagen, schöne, eingängige Gitarrenriffs und natürlich der unvergleichliche Bass.

Das Album ist auf zwei CDs aufgeteilt, auch wenn es „nur“ die üblichen zwölf sind, die eingespielt wurden. Diese Aufteilung führt allerdings – und das ist stellenweise ein leicht fader Beigeschmack – zu der ein oder anderen Länge in den Songs. Im Schnitt ist ein Lied über sechs Minuten lang, was zwar ganz nett ist, wenn man absolut auf die Band abfährt, aber irgendwann möchte man doch einen neuen Song hören, neue Riffs, neuen Rhythmus. „Halo on Fire“ ist satte 8:15 Minuten lang. Was noch mit gutem Sound beginnt, wird irgendwann ein bisschen zäh. Dabei schafft es Metallica trotzdem bei fast jedem Lied, ein bisschen Abwechslung durch langsame und schnellere Parts reinzubringen. Trotzdem würde in der Kürze die Würze liegen und manches wäre weniger gekünstelt und verspielt.

Hardwire … to Self-destruct ist fast wie ein kleines Comeback. Ganz die alte Härte erreicht Metallica nicht mehr, aber das Album gehört definitiv zu den besseren der Gruppe.  Die Deluxe-Edition hat noch eine dritte CD vorzuweisen, auf der Liveversionen alter und aktueller Songs zu hören sind. Wer auf viel instrumentale Längen und Feinheiten steht, hat seine wahre Freude am Longplayer, ansonsten wird es bisweilen etwas langatmig. Trotzdem ein gutes Comeback nach acht Jahren Pause – und macht vielleicht auch Lust auf die Deutschlandtour 2018.

4/5

Metallica – Hardwired … to Self-destruct
Vertigo, 2016
2 Disc Edition: ab 9,90 €
3 Disc Edition: ab 14,99 €

Tracklisting:
01 – Hardwired
02 – Atlas, Rise!
03 – Now that we’re dead
04 – Moth into flame
05 – Dream no more
06 – Halo on fire
07 – Confusion
08 – ManUNkind
09 – Here comes revenge
10 – Am I savage?
11 – Murder one
12 – Spit out the bone

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