Buch: Richard Laymon – Die Tür


Das Horrorhaus birgt eine grausame Geschichte um Bestien, die unschuldige Menschen bestialisch getötet haben. Viele Jahre ist das her und das Haus ist eine beliebte Touristenattraktion. Angeblich sind alle Bestien getötet worden, doch es wird noch immer penibel darauf geachtet, dass niemand nachts im Haus ist. Doch Mark will Alison beeindrucken und lässt sich einsperren, bis er bemerkt, dass eine Tür zu einem unterirdischen Tunnel nicht mehr verschlossen ist …

Der Keller war ein dicker Wälzer und führte den Leser durch das Horrorhaus, das wieder Schauplatz bestialischer Morde wurde. Laymon hat mit Die Tür eine Fortsetzung geschrieben, die den Leser zurück in das Haus führt, einige Jahre nachdem die Bestien entdeckt und getötet worden waren. Protagonist Mark bestreitet weite Teile des Buches alleine. Schließlich muss er sich die Zeit vertreiben bis das Haus geschlossen wird und es gleichzeitig schaffen, unbemerkt eingeschlossen zu werden. Obwohl er sich im Loch im Keller versteckt, kommt nicht gerade viel Spannung auf und auch das Gruseln wird einem nicht gerade gelehrt. Die Begegnung mit der Bestie spielt sich kurz ab und wird auch wenig beschrieben, da hauptsächlich Alison damit zu tun hat. Irgendwie ist Die Tür unspektakulär und ziemlich langweilig. Zwar kann man die Gefühle nachempfinden, die Mark empfindet, wenn er alleine durch das dunkle Haus schleicht und Angst hat, aber das war es dann auch schon wieder. Diese Türe hätte gerne verschlossen bleiben können.

1/5

Weil Die Tür eine kurze Geschichte ist, wurde noch Die Wildnis hinzugefügt. Die Novelle im Tagebuchstil beschreibt den Ausflug von Ned, der eigentlich mit seiner Exfreundin Cora ein paar Tage in der Natur verbringen wollte. Durch die Trennung muss er nun alleine durch die Wildnis streifen und findet zunehmend großen Gefallen daran. Er beginnt, sich frei zu fühlen und seine Schüchternheit und Ängste abzulegen. Stattdessen wird er zur Bedrohung für andere, wendet sich immer mehr von den ohnehin nur wenigen Menschen ab, die ihm begegnen, geht ihnen gar aus dem Weg und versteckt sich. Schließlich findet er Gefallen daran, andere Camper heimlich zu beobachten. Dabei trifft er auf zwei Frauen, die sich wehren können und ihn schließlich an einen Baum gefesselt alleine zurücklassen. Die Wildnis ist gespickt mit Spannung, da man sich als Leser immer fragt, was passiert, ob Ned zum mordenden Stalker mutiert, ob er einen würdigen Gegner findet, der am Ende ihn tötet, oder ob das Abenteuer jäh endet, wenn seine Vorräte aufgebraucht sind und er in die Zivilisation zurückkehren muss.

3/5

Gesamt betrachtet ist Die Tür nicht gerade die beste Geschichte von Laymon und das Buch ist zwar okay und gehört in die Sammlung, aber der Lesehit ist es einfach nicht geworden. So schön es auch ist, in das Horrorhaus zurückzukehren, der Horror bleibt aus und wurde nicht richtig ausgearbeitet. Die Novelle Die Wildnis, etwa genauso lang wie Die Tür, wertet das Buch zwar auf, reißt es aber auch nicht aus seiner fast schon langweiligen Trivialität.

Gesamtwertung: 2,5 / 5

Richard Laymon – Die Tür
Heyne Hardcore, 2017
256 Seiten
Taschenbuch: 9,99 €
Amazon

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