CD: M.W. Wild – The third Decade


M.W. Wild – den meisten wird dieser Name vielleicht nichts sagen, und ich selbst nehme mich da nicht aus. Der eine oder andere kann eventuell mit dem Namen seiner alten Band was anfangen … The Cascades, die er bereits im Jahr 1988 gründete. Ein alter Hase in Sachen Gothic-Rock also. Und genau um eben Gothic-Rock geht’s bei der vorliegenden CD, seiner ersten reinen Soloveröffentlichung.

Vor mir liegt das Cover, schön dunkel und düster gehalten. Die CD eingelegt und schon erklingen die ersten Töne des Titeltracks „The third Decade“. Piano im Zusammenspiel mit düsteren Gitarren. Klingt schon mal ganz gut. Bei Einsetzen der Stimme vermeint man doch glatt Andrew Eldridge von den Sisters of Mercy zu hören. Klingt nett und stimmig. Der folgende Track „Red Carpet“ klingt aber dann doch etwas gleich. Song Nummer drei, „Marionettes“ fängt mit Getrommel und Synthesizerklängen an, aber schon nach kurzer Zeit schifft der Dampfer wieder ins bewährte Fahrwasser. „Writing on the Wall“ fällt jetzt mal angenehm aus dem Rahmen, er ist nämlich langsamer als die vorherigen Tracks … aber schon bei „Nobody“ ist wieder alles beim Alten. „Exit the Grey“ und „Dark all over“ folgen der bewährten Methode. Gleichlautende Riffarbeit und Midtempo-Geschwindigkeit. „Mirrors“ fällt anschließend auf. Satte 50 Sekunden abwechslungsreiches Intro, ehe der verhaltene Gesang von M.W. Wild einsetzt. Das wäre ein guter Track zum Filmvertonen. Das folgende „Spring again“ hat was eigentümlich Anziehendes. Akkordeonklänge und akustische Gitarre sind zu hören. Melodiöse verhaltene Harmonien ziehen sich durch den Song. Bisher mein Highlight, weil er etwas anders ist. „Fly with Angels“ ist wieder im altbekannten Fahrwasser, während dann „Russian Roulette“ etwas an Fahrt aufnimmt und Gas gibt, ohne die Grundstruktur zu verleugnen. Der vorletzte Track auf dem Album, „Turning Leaf“ beginnt mit einsamer Pianomelodie, ehe der Gesang einsetzt. Könnte man auch als Elvis-Song abhandeln. Das klingt wieder ganz gut. Die Längen, die der Song aufweist, füllt Wild leider nur mit „mmmmm …..mmmm“ Gebrumme. Auch kommt mir die Refrainzeile „Goodbye cruel (?) World – Hello Paradise“ etwas zu oft wiederholt vor. Nach gut dreieinhalb Minuten fallen das Schlagzeug und die elektrische Gitarre mit ein, was gut passt. Der abschließende Track, „Danubia“ fällt im bewährten Niveau nicht weiter auf, zeigt vielleicht Ähnlichkeiten mit den Solowerken von Alexander Veljanov auf.

Gemixt und gemastert wurde das Ganze von Tom O’Connell  (Garden of Delight, House of Usher, Umbra et Imago), der laut Begleitzettel The third Decade wie aus einem Guss aus den Boxen klingen lässt. Leider ist dieser „Guss“ das, was ich an der vorliegenden CD bemängeln muss. Einzelne Tracks für sich gestellt, kommen in der Gothic-Rock-Szene mit Sicherheit gut an. Das Fundament ist ohnegleichen vorhanden. Leider zieht sich die komplette CD durch vieles gleich Klingende doch arg in die Länge. Es ist meiner Meinung nach zu wenig Abwechslung drin. Handwerklich kann man Band und Mix nichts vorwerfen. Nach dem zweiten oder dritten kompletten Hördurchgang aber fängt die Scheibe an langsam langweilig zu werden.

2 / 5

M.W. Wild – The third Decade
Label: (((Echozone)))
CD: 16,99 €
Amazon

Tracklisting:
01 – The third Decade
02 – Red Carpet
03 – Marionettes
04 – Writing on the Wall
05 – Nobody
06 – Exit the Grey
07 – Dark all over
08 – Mirrors
09 – Spring again
10 – Fly with Angels
11 – Russian Roulette
12 – Turning Leaf
13 – Danubia

 

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