Buch: Ryan C. Thomas – Der Sommer, als ich starb


Roger und Tooth sind alte Schulfreunde, die der getrennte Bildungsweg auseinander zu treiben droht. In den Ferien treffen sie sich in ihrer Heimatstadt wieder und wollen den Sommer genießen. Tooth hat mittlerweile sein Faible für Waffen entdeckt und die beiden fahren in die Wildnis, um ein bisschen rumzuballern. Hilferufe schrecken die beiden auf, doch bald schon sind sie es, die dringend Hilfe brauchen…

Ein Sommer, wie er amerikanischer nicht sein könnte. Jungs, die saufen, Frauen hinterher geiern und ein bisschen rumballern. Der Anfang des Buches scheint trivial und ertrinkt fast schon in Tristesse. Das Buch soll ein Pageturner sein und vor Gewalt triefen? Klingt eher nach gutem Marketing als nach der Wahrheit. Aber es lohnt sich, die ersten fünfzig Seiten durchzuhalten, denn dann geht es wirklich los. Die beiden Hauptakteure finden sich bald in einem Alptraum an Brutalität wieder. Für die wirklichen Hardcorefans zwar nicht unbedingt das Krasseste, das sie je gelesen haben, aber doch an Blut, Schmerz und Gewalt nur selten übertroffen. Man liest weiter, man will wissen, wie es ausgeht und ob es irgendein Happy End geben kann. Die Ich-Perspektive scheint darüber Aufschluss zu geben, aber während der Lektüre zweifelt man dann doch dran. Wenn man mal sehen möchte, wie man Ausweglosigkeit empathisch beschreibt, dann ist das der Buchtipp des Tages. Sehr schön sind die herausgearbeiteten Feinheiten, denn natürlich fragt man sich, warum nicht dies oder das getan wird oder geschieht. Aber auch der Autor hat sich diese Fragen gestellt und beantwortet sie.

Wenn man sich durch den Anfang gequält hat, der eigentlich nur den Leser ein bisschen in die Irre führen möchte, ist das Buch ein Must-Read!

4/5

Ryan C. Thomas – Der Sommer, als ich starb
Festa Verlag, 2016
281 Seiten
Taschenbuch: 13,95 €

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