Buch: Alma Bayer – Wildfutter


Der pensionierte Kommissar Vitus Pangratz ist nachts im Wald auf Foto-Pirsch. Denn er hat einen Plan. Er will im Ruhestand ganz groß rauskommen als Naturfotograf mit dem Fotokalender „Die Wildsau bei Nacht“. Doch dann gerät er im Wald ins Stolpern – über eine angenagte Hand! Die gehört eigentlich zum seit geraumer Zeit verschwundenen örtlichen Jugendfußballtrainer. Pangratz lässt seine Pensionärs-Pläne fallen und nimmt sich lieber der Sache an. Gemeinsam mit seiner Tochter Johanna „Jo“ Coleman, einer Lokalreporterin, die ihrer Karriere einen Schubs verleihen will, begibt er sich auf Spurensuche. Bald steht die ganze Kleinstadt Kopf.  (Quelle: Klappentext / btb)

Alma Bayer ist das Pseudonym einer Journalistin und Sachbuchautorin, die sich mit Wildfutter in die Riege der zahlreichen Lokalkrimis einreihen will. Die Örtlichkeit ist das Gebiet um Rosenheim, also im östlichen Teil unseres schönen Oberlandes. Einen großen Thementeil nimmt im Roman der Fußball ein. Sowohl der allgegenwärtige FC Bayern samt seiner Scoutabteilung als auch die beiden konkurrierenden Vereine aus Rosenheim. Inmitten der Wirrungen und Verstrickungen gibt’s auch eine Leiche, die dem pensionierten Kommissar Vitus Pangratz sozusagen vor die Linse läuft, eine Liebesgeschichte … oder auch zwei, die sich aber bestens ins Geschehen einfügen. Da Rosenheim eine eigentlich schöne beschauliche Stadt ist, flicht Alma Bayer immer wieder die Sehenswürdigkeiten sowohl der Stadt als auch der Umgebung gekonnt mit ein. Ein Vorteil, den ich persönlich habe und für mich gut finde, ist, dass ich nicht allzu weit weg zuhause bin und viele der Örtlichkeiten auch selber kenne, zum Beispiel den Bergtierpark Blindham zwischen Großhelfendorf und Feldkirchen/Westerham. Dort, wo das Grauen sozusagen seinen Anfang nahm. Das alltägliche – oder besser allwöchentliche – Grauen findet aber in fast jedem Ort statt, wo Fußball gespielt wird. Karrierebesessene Eltern der Zöglinge, die ihren Sohn schon halb  in der Nationalmannschaft sehen, obwohl der Sohnemann vielleicht lieber ganz was anderes machen würde. Dieser Brotneid an der Seitenlinie nimmt teilweise schon groteske Züge an, und man kann erahnen, dass es in Wirklichkeit nicht viel anders zugehen mag als hier in Alma Bayers Werk. Böse Menschen, die sich im Nachhinein als gar nicht so böse entpuppen, Talente von Zöglingen, die sich anfangs nicht erahnen ließen, alles bestens vorhanden in der Geschichte. Alma Bayer versteht es sehr gut , den Charakter von alltäglichen Menschen wie du und ich einzufangen und textlich abzubilden. Man lebt fast mit in den einzelnen Charakteren und so vergehen die knapp 500 Seiten Lesevergnügen wie im Flug.

Für Krimifreunde und -liebhaber sehr zu empfehlen.

4,5 / 5

Alma Bayer – Wildfutter
btb Verlag, 2017
480 Seiten
Taschenbuch: 9,99 €
Amazon

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