Hörbuch: Simone Trojahn – Blutbrüder


Sie sind Brüder. Durch ihre Adern fließt dasselbe Blut. Was sie eint, ist ihr Schicksal… damals… in ihrer Kindheit… auf dem Dachboden… Seither tobt in ihnen die Gier nach Zerstörung. Während der eine verzweifelt dagegen kämpft, hat sich der andere den sadistischen Gelüsten längst hingegeben. Ist der Blutstrom noch zu stoppen oder werden die Brüder am Ende darin ertrinken?

Der Klappentext bei Audible klingt vielversprechend und trifft ins Herz eines jeden Extreme Horror Lesers. Nun kann man unterwegs schlecht ein Buch lesen und greift gerne mal auf ein Hörbuch zurück, das bei langen Autofahrten begleiten soll. Ein ganz fataler Fehler! Sicherlich war es ein guter Schritt, die Redrum Bücher auch als Hörbuch zu vertreiben. Allerdings hat man sich bei der Wahl der Sprecherin anscheinen wenige bis gar keine Gedanken gemacht (ja klar, hier werden alle widersprechen, ist okay). Viel schlechter hätte man es gar nicht treffen können. Die Sprecherin ist Kati Winter. Von richtiger Betonung versteht sie rein gar nichts, entweder sind es die falschen Wörter eines Satzes oder die falschen Silben. Sie liest so abgehakt, dass kein Lesefluss entsteht, kein fließendes Vorlesen, dem man gut  zuhören kann. Das alles verbunden mit der scheinbaren Aufregung lässt die „erotischen“ Szenen einfach nur geschmacklos klingen und so, als würde sie nebenbei an sich herumspielen. Braucht man das? Nein. Egal, wie sehr man sich auf das Buch gefreut hat, die Enttäuschung ist riesengroß und die Wut über das verschwendete Geld immens. Nein, man kann sich den verbalen Erguss einfach nicht anhören und er verdirbt einem die Freude an der Geschichte. Außerdem bin ich nicht bereit, doppelt für etwas zu bezahlen.

Inhaltlich gibt es aber auch noch Kritik: Der Anfang ist eine pure Aneinanderreihung von sexuellen Praktiken und entsprechenden Ausdrücken. Klar, gehört ein bisschen zum Genre, aber nur? Nein, das klingt schon so billig, als sei es ein Wettbewerb gewesen, möglichst vulgär zu sein und alle möglichen Begriffe für den Geschlechtsverkehr zu finden und zu verwenden. Außerdem wird dafür gekämpft, dass ein promiskuitives Verhalten von Frauen endlich akzeptiert wird. Ist ja auch total geil und da muss man total viel drüber reden und feministisch loskotzen. Gibt’s irgendwann auch eine Story? Nach der ersten halben Stunde jedenfalls nicht.

Für mich wird es keinen zweiten Versuch geben; weder für das Buch noch für Hörbücher mit der Sprecherin. Schade.

0/5

Simone Trojahn – Blutbrüder
Redrum, 2018
Hörbuch: ca. 9 Stunden

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