Buch: C. A. Fletcher – Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt


Einst gab es viele Menschen und ein ganz anderes Leben, doch das kennt Griz nur aus den Erzählungen seiner Eltern. Er kennt nur eine Handvoll Menschen und ihre Hunde. Doch dann wird sein Hund gestohlen und Griz will seinen treuen Weggefährten um jeden Preis zurückholen …

Eine dystopische Welt, wie man sie aus vielen futuristischen Geschichten kennt. Leere, Öde, der Kampf um das Eigentum und gegen Feinde gehören zum Alltag. Dass Hauptfigur Griz nicht viele Menschen kennt, wird bereits auf den ersten Seiten klar, wenn er seine Umgebung beschreibt, die Familie und die paar Bewohner von den anderen Inseln, die er bisher kennengelernt hat. Das Angesicht der Erde hat sich verändert und man kann immer wieder erkennen, dass Fletcher einige düstere Zukunftsvisionen herangezogen hat, um seinen Roman zu verfassen. Ganz falsch scheint er damit nicht zu liegen. Gesetze gibt es nicht mehr, nur noch diese ungeschriebenen Regeln, die sich die Natur auferlegt hat. Und Griz und sein Hund sind mittendrin.

Griz ist ein besonderer Junge, zwischen der Vergangenheit, die er nur aus Erzählungen kennt und der harten Jetzt-Zeit wechselt er zu Beginn immer wieder hin und her. Er beginnt zu schreiben, kann das noch, was nicht mehr selbstverständlich ist, und damit schließt sich auch die Lücke, warum diese Geschichte überhaupt funktionieren kann – in dieser Erzählperspektive.

Der Leser kommt schnell rein, vergisst seine eigene Umwelt und findet sich bald in dieser etwas dunklen Umgebung wieder, spürt die Angst, die innere Unruhe, die langsam aufgebaut wird. Da die Hauptfigur erzählt, weiß man schnell um seine Gedanken und Gefühle, kann manche Begegnungen und Ereignisse besser einordnen in einer fremden Zukunft. Die Wut, der Schmerz, die Enttäuschung und der feste Wille, den geliebten Hund zurückzuholen, werden so deutlich, dass der Leser mit aufbrechen möchte und Griz auf jeden Fall zur Seite stehen mag.

Fletcher hält aber auch immer wieder kleine Überraschungen bereit und so wird es nicht eine langweilige Verloren-Zurückgeholt-Erzählung, sondern ein fesselndes Buch mit Charakteren, die einem bald ans Herz gewachsen sind.

Eine tolle, einfühlsame Geschichte, die ganz viele Emotionen birgt und durch einen guten Erzählstil niemals langatmig wird. Fast will man sagen, ein Buch für jedermann!

5/5

C. A. Fletcher – Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt,
Penhaglion, 2020
464 Seiten
Taschenbuch: 15 €
eBook: 10,99 €

 

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