Buch: Jon Athan – Großvaters Haus


Malcom steckt in großen Schwierigkeiten. Er ist nicht zu bändigen und hat nach einem versuchten Amoklauf in der Schule ein Strafverfahren am Hals. Seine Mutter weiß nur noch einen Ausweg: Sie schickt ihren Sohn zu ihrem Vater, doch der alte Mann ist alles andere als ein liebevoller Großvater …

Schwererziehbare Jugendliche, die keine Grenzen kennen – ein altes Thema, das man gerne aufgreift. Jeder von ihnen findet dann seinen Meister, den Endgegner sozusagen, oder die wahre Liebe, die ihn endlich zähmt. Jon Athan macht es sich nicht ganz so leicht. Sein Protagonist Malcolm hat es wirklich versaut und man erwartet nun ein bisschen Psychogequatsche, warum der Junge so überdreht ist und seine Mutter nicht mit ihm klarkommt. Doch davon will der Autor gar nichts wissen. Er verfrachtet seinen Hauptakteur kurzerhand zu gänzlich unbekannten Großeltern, die sich schnell als sehr sonderbar entpuppen. Dann beginnt der Horror.

Kein klassischer Thriller, der vor Gewalt trieft, sondern eher ein schleichender Prozess, der hier beschrieben wird. Dieses beklemmende Gefühl, unausgesprochene und auch mal ganz offene Drohungen sind beschrieben und lassen zeitweise sogar den Leser zittern, was nun passieren wird. Es ist klar, dass der Junge auch hier den Bogen überspannt, was danach passiert, ist allerdings stellenweise überraschend. Denn nichts läuft so glatt, wie man es erwartet.

Und doch wirkt Großvaters Haus an mancher Stelle arg unrealistisch, arg konstruiert, um noch ein paar Seiten zu füllen und noch einen kleinen Dreh einzubringen. Athan versucht, alles zu erklären und eine gewisse Logik in seine Geschichte zu bringen, was auch in den meisten Szenen funktioniert, doch kleine Schwächen sind vorhanden, beispielsweise das Handy, der Umgang damit, gewisse Aktionen der Großeltern, doch zu viel soll nicht verraten werden.

Großvaters Haus liest sich trotz allem gut und ist spannend geschrieben. Kleine Schwächen kann man gerne auch überlesen, denn Extreme-Horror muss nicht logisch sein, nur blutig, grausam und endlos verzweifelt.

3/5

Jon Athan – Großvaters Haus
Festa Verlag, 2020
288 Seiten
Taschenbuch: 13,99 €
EBook: 4,99 €

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